WHITNEY HOUSTON

Whitney Houston wurde am 9. August 1963 in East Orange (New Jersey) geboren. Ihr musikalisches talent wurde ihr buchstäblich in die Wiege gelegt: Ihr Mutter Emily Drinkard war eine leidenschaftliche Sängerin. Sie was Mitglied der Gospelgruppe "The Drinkard Sisters", hatte mit ihrer aus Familienmitglieder bestehenden Band bereits Plattenaufnahmen hinter sich und trat auch mit Whitneys Cousine Dionne Warwick auf. Als Backroundsängerin hatte sie Superstars wie Elvis Presley oder Aretha Franklin stimmlich unterstützt und sie war auch die erste Sängerin, die "Midnight Train to Georgia" aufnahm - den Song, der Gladys Knight später berühmt machte.

John Houston managte damals die Tourgeschäfte von Emily Drinkard und kümmerte sich in den ersten Wochen nach Whitneys Geburt um die gemeinsame Tochter, weil die Mutter gerade für eine Tournee engagiert worden war. "Er war eine Große Unterstützung für meine Mutter, wenn sie auf der Bühne stand", sagt Whitney " Er wechselte die Windeln, kochte, machte meine Haare, zog mich an und regelte gleichzeitig die nötigen Dinge für Mutters Karriere." Gemeinsam lebten sie damals in Newark, New Jersey, in der Nähe von New York und als logische Folge ihrer streng religiösen Erziehung wurde die Kirche ihrer Heimatsgemeinde, die New Hope Baptist Church, zum ersten Auftrittsort der jungen Whitney.

Als Kind einer solch musikalischen Famielie war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Whitney spürte, dass die Musik ihre Berufung ist: "Ich hatte ständigen Kontakt zu Stars wie Aretha Franklin, Gladys Knight, Dionne Warwick und Roberta Flack. ich hörte ihnen zu und lernte von ihnen. Sie hatten auf meine Karriere als Sängerin einen unglaublichen Einfluss, weil ich mich vom ersten Augenblick an mit ihrer Musik indentifizierte."

 

Mit 11 Jahren sang Whitney zum ersten Mal vor Publikum und die Reaktion der Zuhörer auf den Vortrag von "Guide Me, Oh Thou Great Jehovah" hat sie noch heute in lebhafter Erinnerung: "Ich merkte, wie die Leute mich gebannt ansahen. Keiner rührte sich. Sie schienen beinahe in Trance zu sein. Ich selbst konzentrierte mich einzig und allein auf die große Uhr in der Mitte des Kirchenraums. Als ich fertig war, applaudierten alle und begannen zu weinen.“ Die Publikumsreaktion war überwältigend - aber der wirkliche Anlass, eine musikalische Karriere einzuschlagen, waren nicht Applaus und Anerkennung: Whitney Houston wollte Gott das zurückgeben, was er für sie getan hatte. "Er gab mir eine Stimme um zu singen, es stellte sich also nicht die Frage, was ich sonst mit meinem Leben hätte anfangen sollen."

Whitneys ältere Brüder, Michael und Gary, unterstützen sie nach Kräften auf ihrem Weg an die Spitze. Michael wurde zum Production Manager bei den Tourneen seiner Schwester und Gary sang im Chor ihrer Band oder war der Duettpartner seiner kleinen Schwester. Überhaupt sind die familiären Bande bis heute sehr wichtig für die Ausnahmekünstlerin und sind ein Grund dafür, dass Whitney bei aller Berühmtheit ihr Wurzeln nie vergessen hat und sich nie unter die unnahbaren und arroganten Größen des Showbusiness einreihte.

In den frühen Achtzigern begann Whitney Houstons zweite, äußerst viel versprechende Karriere: Sie bekam ihre ersten Aufträge als Fotomodell. Ihre Photos wurden in den US-Magazinen Cosmopolitan und Young Miss veröffentlicht und ganz Amerika durfte sie auf den Titelseiten von "Glamour" und "Seventeen" (1981) bewundern. "Ich war damals noch sehr jung und unschuldig, aber trotzdem sexy", sagt Whitney über ihren Job als Model, den sie durch reinen Zufall bekommen hatte: "Mutter und ich waren gerade in New York, als uns ein junger Mann ansprach und mir den Tipp gab, doch bei seiner Modell-Agentur vorbeizukommen, die nur ein paar Blocks entfernt war. Mir war die Sache nicht ganz geheuer, aber meine Mutter sagte nur "Was soll´s, Mädchen, lass uns einfach mal hingehen"

Eine gute Idee, wie sich herausstellen sollte, denn ihr Model-Job brachte Whitney Houston auch Fernsehrollen in beliebten amerikanischen Comedy-Serien wie "Silver Spoons" oder "Gimme A Break" ein.

Als der Arista-Präsident Clive Davis Whitney Houston zum ersten Mal auf der Bühne sah, realisierte er sofort, welches Potential in der jungen Sängerin steckt und nahm sie 1983 unter Vertrag. Davis hatte Arista im Jahr 1975 gegründet und viele Sänger, darunter Billy Joel oder Barry Manilow zu Weltstars gemacht. Er nahm Whitney unter seine Fittiche, hielt die unangenehmen Seiten des Business von ihr fern und wählte die besten Songwriter und Produzenten des Landes aus, um den Weg für das Debütalbum seiner neuen Lieblingskünstlerin zu ebnen. Nachdem Whitney mit dem Titel "Hold On", einem Duett mit Teddy Pendergrass, die Top 50 der US-Charts erreichte, widmete man sich im Hause Arista der Produktion von "Whitney Houston", dem Album, das 1984 veröffentlicht wurde und langsam aber sicher die US-Charts erobern sollte.

Besonders die Single-Auskopplungen "You Give Good Love“ und "Saving All My Love For You" (Nummer 3 bzw. 1 der US-Single-Charts) waren für den Erfolg des selbst betitelten Erstlingswerk verantwortlich. "Saving All My Love For You" schlug auch in Europa ein und belegte in den UK-Charts und vielen anderen weltweiten Hitparaden den ersten Platz. Mit dem vom Disco-Sound beeinflussten Song "How Will I Know" und dem souligen "Greatest Love Of All" bewies Whitney endgültig ihre dominierende Stellung als unangefochtene Soul-Queen der 80er und wurde dafür mit prestigeträchtigen Awards belohnt: Für "Saving All My Love" erhielt sie einen Grammy und wurde darüber hinaus für "herausragende Darbietungen im amerikanischen TV“ mit dem Emmy ausgezeichnet.

Whitney Houstons Erfolgsgeschichte war damit noch lange nicht an ihrem Ende angelangt: Es folgte eine Reihe weiterer Auszeichnungen, darunter der "American Music Award" in den Kategorien "Pop Female Vocal" und "Soul/RnB Female Vocal". Außerdem wurden die Gerüchte immer lauter, die von einer Hollywood-Karriere der Sängerin an der Seite von Robert de Niro oder Eddie Murphy sprachen.

1988 sang Whitney die offizielle Olympia-Hymne "One Moment In Time", mit der sie vor einem Millionenpublikum ihr Ausnahmetalent demonstrierte. Auch der Chart-Erfolg im gleichen Jahr ließ nicht lange auf sich warten: Das neue Whitney-Album "I´m Your Baby Tonight" war fertiggestellt und mit der gleichnamigen feierte die Sängerin ihren achten Nummer-eins-Hit.

Im selben Jahr sicherte sich Whitney Houston einen ewigen Platz im Herzen der Amerikaner, als sie beim 25. Super Bowl Finale zum Mikrophon griff und die Nationalhymne zum Besten gab. Unzählige Nachfragen führten dazu, dass ihre Interpretation von "Star-Spangled Banner" kurz darauf als Single veröffentlicht wurde.


1992 heiratete Whitney Houston den Rapper Bobby Brown und im selben Jahr bestätigten sich auch die Gerüchte über eine Karriere als Schauspielerin. In dem Film "The Bodyguard" gab sie ein unglaubliches Leinwanddebüt und zwei Songs des ungemein erfolgreichen Soundtracks sorgten in den weltweiten Charts für Furore: "I Will Always Love You" (komponiert von Dolly Parton) und "I´m Every Woman" (ein Chaka Khan-Titel"). "I Will Always Love You" wurde sowohl in den USA als auch in England zur bestverkauften Single des Jahres und verbrachte 10 bzw. 14 Wochen auf Nummer eins. In Amerika wurden allein 1992 vier Millionen Kopien des Titels verkauft und noch ein Jahr später konnte sich der Song auf Platz 3 der meist verkauften Singles halten!

In England kam "I Will Always Love You" wegen eines besonderen Vorfalls in die Schlagzeilen: Eine junge Frau war von ihrem Nachbarn vor Gericht gebracht worden, als sie über Wochen den Song auf voller Lautstärke Tag und Nacht ohne Unterbrechung abspielte.

1993 kam Whitneys Tochter Bobbi Kristina zur Welt. Bobby Brown, ist häufig mit Mutter und Tochter auf der Bühne zu sehen und bei einer exklusiven After-Show-Party im Londoner Hard Rock Café brachte er ihr vor der gesamten 150 Mann starken Tourbesetzung ein Ständchen, in dem er die ewige Liebe zu seiner Frau beteuerte.


1995 und 1997 folgte die Rückkehr auf die Kinoleinwand mit "Waiting To Exhale" und "The Preacher´s Wife". Der enorm erfolgreiche Soundtrack zu "Waiting To Exhale" vereint die Crème weiblicher afro-amerikanischer Sängerinnen: Von Mary J. Blige über Brandy, TLC, SWV und Tony Braxton bis hin zu älteren Soul-Divas wie Aretha Franklin, Chaka Khan und Patti LaBelle reicht das Spektrum an Sängerinnen, die damals die aktuellen Charts beherrschten. Produziert wurde das Album von Babyface, der mit TLCs "Waterfalls" einen Riesenhit landen konnte und zusätzlich zur Produzententätigkeit schrieb er auch noch sämtliche Songs für den Soundtrack!

1998 kam der Film "Der Prinz von Ägypten" in die deutschen Kinos, dessen Soundtrack der Musikwelt ein Duett bescherte, das niemand für möglich gehalten hätte: Whitney sang gemeinsam mit Mariah Carey den Titeltrack "When You Believe" ein. Bis dato hatten die Gazetten nur davon berichtet, die beiden Mehr-Oktaven-Wunder seien sich spinnefeind, doch anders als erwartet hatten Whitney und Mariah nur Gutes von der gemeinsamen Studioarbeit zu berichten.

Dieses Duett findet sich auch auf dem Longplayer "My Love Is Your Love", den Whitney im gleichen Jahr veröffentlichte (ihr erstes Studioalbum seit 8 Jahren!!)

Eine ganze Reihe von Top-Produzenten und Songschreibern hatte dazu beigetragen, "My Love Is Your Love" zu einem Meisterwerk zu machen: Fugees-Mitglied Wyclef Jean oder die HipHop-Ikone Missy Elliot, die zwei Songs schrieb und produzierte, Grammy-Gewinner Kenneth "Babyface" Edmonds, David Foster und der junge Hit-Produzent Rodney Jerkins.

"My Love Is Your Love" ist deshalb auch genauso differenziert und breit gefächert wie Whitneys-Fünf-Oktaven-Stimme. Unter den Highlights des 12 Tracks umfassenden Albums sind Songs wie das funkige "Heartbreak Hotel", das mit Faith Evans und Kelly Price zwei der derzeit besten weiblichen Stimme featured. "I Learned From The Best" ist eine klassische, direkt aus dem Herzen kommenden Whitney-Ballade, die ihr von Diane Warren auf den Leib geschrieben und von David Foster produziert wurde.

Whitney Houstons moderne und am Puls der Zeit orientierende Ader zeigt sich in "In My Business", das ebenso von Missy Elliot geschieben wurde wie die Ballade "Oh Yes", auf der eine für viele "neue" Whitney zu hören war. Die Ehre des Titelsongs gebührt Wyclef Jean . Mit dem Album hob sich Whitney Houston erneut aus der Masse der aktuellen Sängerinnen heraus. Kurz: Es gelang ihr offensichtlich spielend, in die Seele eines jeden Songs zu schlüpfen, sich ihn einzuverleiben und die Musik mit ihrer Stimme sprechen zu lassen.

Im Jahr 2000, im 15. Jahr ihrer außergewöhnlichen Karriere und kurz nach ihrem sechsten Grammy-Gewinn (für „It´s Not Right, But It´s Okay“), setzte Whitney Houston mit einem spektakulären Album einen Meilenstein in der Rubrik „Best Of...“: Ihre Zusammenstellung „Whitney – The Greatest Hits“ wurde veröffentlicht und präsentierte auf beeindruckende Weise die gesangliche, musikalische und emotionale Bandbreite von Whitney Houston. Das Album mit den neuen Hits – die Duette mit George Michael („If I Told You That“) und Enrique Iglesias („Could I Have This Kiss Forever“) – ging über acht Millionen mal über den Ladentisch.

2001 erhält Whitney den BET-Lifetime Achievement Award und wird bei der Verleihung in Las Vegas nicht nur mit einem Duett der beiden Superstars Christina Aguilera und Luther Vandross geehrt: Mary J. Bilge hielt die Laudatio: "Thank you for giving me the drive to want to be more than just a singer". Mary dankte ihrem Vorbild auch für die Chance, bei "Divas Live" mitzumachen, das hätte ihrer Karriere Auftrieb gegeben.

Whitney machte im gleichen Jahr auch Schlagzeilen und brachte den größten Plattendeal in der Geschichte des Musikbiz unter Dach. Die Vereinbarung mit ihrer bisherigen Plattenfirma Arista Records garantiert dem Superstar 100 Millionen Dollar. Whitney ist seit Beginn ihrer Karriere bei Arista unter Vertrag und hat bereits mehrfach Musikgeschichte geschrieben: Als Solokünstlerin hält sie mit 140 Millionen verkauften Tonträgern den Rekord, sie hat sechsmal den Grammy gewonnen.

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