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Lateinamerika

Zu unterscheiden sind die hoch entwickelten Staaten in Mittelamerika und im westl. Südamerika und die indian. Stammesvölker v.a. des trop. Tieflands im O und SO Südamerikas. Von den archäologisch bekannten Völkern Mittelamerikas (Olmeken, Azteken, Zapoteken, Mixteken, Tarasken, Totonaken, Maya) sowie von den Inka im westl. Südamerika leben nur noch die Nachfahren der bäuerl. Grundbevölkerung. Während die hoch entwickelten Indianerstaaten schon bald nach der Ankunft der Spanier mit der Gefangennahme des Herrschers unterworfen wurden, kamen die Indianer der trop. Regenwälder nur zögernd, z.T. erst im 20.Jh., in Kontakt mit den Weißen. Heute sind bis auf einige Stämme im Amazonasgebiet sämtl. Indianer Lateinamerikas unterdrückt, z.T. auch ganze Stämme ausgerottet (z.B. Patagonier, Feuerlandindianer). Die weitere Existenz der Tieflandstämme ist durch die großflächige Gewinnung von Bodenschätzen und Entwaldung sowie durch die zunehmende Verbreitung von Krankheiten gefährdet. Außerhalb der Zentralanden rechnet man noch mit 1,52 Mio. Indianer; vor allem in den Anden kam es zu einer intensiven, auch kulturellen Vermischung mit den Weißen, bes. mit den Spaniern.

Religion: Vielgestaltig sind die Religionen und mytholog. Vorstellungen der Indianer. Bei den Indianer Nordamerikas war der Glaube an einen Hochgott (Großer Geist) weit verbreitet; in vielen Stämmen ist daneben die Gestalt eines Heilbringers nachweisbar, auf den auch der Besitz der Kulturgüter zurückgeführt wird. Typ. Erscheinungen sind Totemismus und Initiationsriten. Der Kult der Indianer hatte oft ekstat. Charakter. Der Seelen- und Unsterblichkeitsglaube verband sich mit der Vorstellung von einem Jenseitsreich, das an unterschiedl. Orten gedacht und von den Jägerstämmen als »ewige Jagdgründe« angesehen wurde. Die Verbindung zur Geister- und Dämonenwelt wurde vielfach von einem Medizinmann aufrechterhalten, der auch Funktionen eines Priesters hatte. Ähnl. Vorstellungen finden sich auch bei den indian. Naturvölkern Lateinamerikas.

 

Hochkulturen der Anden

die vorkolumb. Kulturen der südamerikan. Indianer im Gebiet der Anden; Reste finden sich in der heutigen Volkskultur. Die bedeutendsten und am besten erforschten Kulturen entstanden im Gebiet der Zentralanden (Peru, Bolivien), älteste Spuren sind aus dem 20.Jt. v.Chr. erhalten. Im nordandinen Raum erreichten die Kulturen nicht die gleiche Höhe; das gilt auch für die Kulturen im Gebiet von NW-Argentinien (Diaguita) und Chile. Kulturpflanzen lassen sich im mittelandinen Hochland (Ayacucho) seit etwa 6000 v.Chr. nachweisen.

 

Älteste Keramikfunde: Die ältesten Keramikfunde (Puerto Hormiga, N-Kolumbien; Valdivia, Küste Ecuadors) werden auf etwa 4100 v.Chr. datiert; in den Anden tritt Keramik erst etwa 2000 Jahre später auf. Als erste der andine HochkulturenH. dehnte sich die Chavínkultur (1000300 v.Chr.) überregional aus, vermutlich auf der Grundlage eines gemeinsamen Kults (Verehrung einer Jaguargottheit). Etwa zur gleichen Zeit begann die Bearbeitung von Metallen. Kunst und handwerkl. Fähigkeiten erreichten ihren Höhepunkt in der klass. Periode (bis 600 n.Chr.) in den Kulturen von Paracas Necrópolis, Mochica, Nazca, Tiahuanaco. In der nachklass. Zeit entstanden straff gegliederte Reiche, so das Königreich der Chimú und das Reich der Inka, die von Cuzco aus in nur 100 Jahren (14381532) das Gebiet aller anderen Kulturen zw. S-Kolumbien und N-Chile unterwarfen und es in ihr Imperium, das einzige des vorkolumb. Amerika, eingliederten.

Wirtschaft: Basis der Wirtschaft war der Feldbau (ohne Pflug), bes. Anbau von Mais und Kartoffeln, auch Baumwolle, intensiviert durch Anlage von Bewässerungsterrassen. Als Haustiere wurden Alpaka (Wolle), Lama (Wolle, Fleisch; auch als Lasttiere), Meerschweinchen (Fleisch) und Hund gehalten; als Fleischlieferanten spielten Wildtiere die größere Rolle; Milchprodukte waren unbekannt. Da es Rad und Wagen nicht gab, wurden Haustiere nicht als Zugtiere verwendet. Handwerk und Kunst, Stadt- und Tempelarchitektur waren hoch entwickelt. Ein gut ausgebautes Straßennetz (eine Hauptstrecke in den Anden 5200 km, eine an der Küste rd. 4000 km lang) errichteten die Inka. Die Gesellschaft war hierarchisch geschichtet (Priester und Beamtenapparat unter sakralen Herrschern).

Bauwerke, Plastiken etc.: Die ältesten Bauwerke aus Stein stammen etwa von 3000 v.Chr. Die größte Tempelanlage der präkeram. Zeit in Peru ist die von Chuquitanta (heute El Paraiso; 25001850 v.Chr.). Aus Lehmziegeln (Adobe) errichteten u.a. die Mochica Tempelpyramiden. Große Städte wie Chan Chan (aus Lehm und Adobe, rd. 18 km2) und Huari (aus Feldsteinen und Lehm) entstanden um 600800 in den Zentralanden. Befestigungsanlagen aus Stein wurden von den Inka errichtet (Sacsayhuaman, Machu Picchu). Steinplastiken kult. Bedeutung wurden in den frühen Perioden hergestellt (San Agustín, Chavín), später in Tiahuanaco, Huari, im Tafí-Tal (N-Argentinien). Die Herstellung von Keramik (ohne Töpferscheibe, z.T. mit Modeln) erreichte Höhepunkte in den Kulturen von Nazca (vielfarbige Bemalung, polierte Oberfläche), Mochica (zweifarbig bemalte Gefäße, oft realist. Lebensszenen und Porträts) und Tiahuanaco (vielfarbig, glänzend poliert); Glas war unbekannt. Metalle (Gold, Silber, Kupfer, in Ecuador auch Platin; außerdem Legierungen: Bronze; Tumbaga bes. in Kolumbien) wurden meist zu Schmuck verarbeitet (Treiben, Hämmern, Gießen). Bronze wurde bei den Inka auch für Waffen verwendet, Eisen war unbekannt. Hervorragende Goldarbeiten gab es in den Kulturen von Chavín, Quimbaya, Chimú, Muisca. Textilien aus Baumwolle sowie aus Wolle von Lama, Alpaka und Vikunja erreichten in Nazca und Paracas den Höhepunkt. Federn meist von trop. Vögeln verzierten prächtige Umhänge, Kronen und Schilde (Huari, Inka). Malerei findet sich auf Felsbildern, an den Wänden von monumentalen Grabkammern sowie auf Textilien und Keramik, realist. Darstellungen aus dem Alltagsleben bes. auf den Gefäßen der Mochicakultur; großflächige Scharrbilder im Gebiet von Nazca. Eine Schrift scheint nicht bekannt gewesen zu sein, Knotenschnüre (Quipu) dienten wohl als Gedächtnishilfen.

 

Literatur:

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