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Japanische Kunst - Hokusai ( 1760- 1849 )
: Holzschnitte von Hokusai

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Die überragende Künstlerpersönlichkeit an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war der Holzschnittmeister Katsushika Hokusai (1760—1849), dessen fast neunzigjahre währendes Leben den Zeitraum vom künstlerischen Höhepunkt des Holzschnitts in den Jahren um 1770/80 bis zum Beginn des modernen Japan, das sich den Einflüssen Europas langsam zu öffnen begann, umfaßt. Das Werk Hokusais weist nach bisherigen Forschungen eine Blattzahl von 30 000 bis 40 000 Blättern auf, die er mit den unterschiedlichsten Künstlernamen signierte. Bekannt sind folgende: Nakajima Tamekazu, Tokitam, Tetsuzo Katsukawa Shunro, Soshunro Gumbatei Gyobutsu, Sori, Shinsai, Kintaisha, Tamekazu, Raito, Raishin, Gwakyojm, Manji, Manjirojin. Geboren wurde Hokusai in Edo, dem heutigen Tokyo, dort verbrachte er auch fast sein ganzes Leben und starb daselbst.

Vermutlich stammte er aus kleinen Verhältnissen, denn schon mit fünf Jahren wurde er von einem Spiegelhersteller adoptiert, der ihn großzog, bis er eine Lehre in einer Buchhandlung begann. Da ihn anscheinend eine manuelle Tätigkeit reizte, wechselte er zu einem Graveur über, der ihn ausbildete. Beide Lehrstätten vermittelten Hokusai wohl schon einen gewissen Kontakt mit der Drucktechnik, der er sich im Jahre 1779 ganz zuwandte. Er wurde Schüler des Holzschneiders Shunsho (1726—1792), der hauptsächlich Drucke von Schauspielern fertigte. Aus dieser Werkstatt stammen die ersten eigenen Drucke Hokusais, es waren recht unbedeutende Schauspielerblätter, die noch keinen persönlichen Stil erkennen ließen; sie erschienen unter dem Namen Shunro. Schon in früher Jugend entwickelte sich Hokusai zu einem sehr eigenwilligen Menschen voller Unduldsamkeit und erschwerte sich so den Umgang mit seinen Mitmenschen. Im Jahr 1785 überwarf er sich mit seinem Lehrer Shunsho und trennte sich von ihm, blieb aber der Holzschnittkunst weiter verbunden, wobei er sich jedoch vom Schauspielerporträt abwandte und sich mit Vorrang der Illustrationen wenig bekannter Novellen zuwandte, die er so zu neuem Leben erwecken wollte. Er besaß ein starkes Interesse an der Literatur seines Landes und betrachtete sich selbst als Dichter und Novellist. Nicht minder groß war sein Interesse an der Wissenschaft, die in seiner Zeit zögernd Erkenntnisse des Abendlandes aufzunehmen begann.

Die Werke, die die eigentliche Bedeutung Hokusais ausmachen, entstanden hauptsächlich nach seinem sechzigsten Lebensjahr. Er war zwar ein Erneuerer des Farbholzschnittes, er eröffnete neue Darstellungsmöglichkeiten, aber sein Werk fällt keinesfalls völlig aus dem Rahmen dessen, was die allgemeinen Tendenzen des Holzschnittes ausmachte. In seinen sämtlichen Blättern lassen sich die Stilkomponenten seiner Vorgänger und Zeitgenossen entdecken, so die eines Kiyonaga, Masanobu und Utamaro. Ebenso spürt man Einflüsse der chinesisch-japanischen Kano- und Tara-Schule, und vor allem scheint sich Hokusai intensiv mit den holländischen Kupferstichen beschäftigt zu haben, die als erste westliche Kunstwerke nach Japan gelangten. Er war ein äußerst empfindsamer Mensch, der die Reize seiner Umwelt bewußt aufnahm und in eine künstlerische Aussage umzusetzen verstand.

Nach dem Tode Utamams im Jahr 1806 wurde Hokusai zum führenden Meister des Holzschnittes, sein Stil und seine Technik wurden zum allgemeinen Maßstab, und fast alle Holzschnittkünstler dieser Epoche versuchten ihm nachzueifern, wobei viele nicht mehr taten, als seine Blätter zu kopieren. Zwischen 1806 und 1814 findet Hokusai zu seinem eigenen Stil, er entwickelt eine unverkennbare Qualität, vor allem gelangt er zu einer technischen Perfektion, mit der er alle Zeitgenossen überflügelt.

Im Jahr 1814 gibt er die ersten von 15 Bänden heraus mit dem Titel »Zufalls-Sketche«, seit 1832 erscheinen die besten »36 Ansichten des Berges Fuji« (tatsachlich umfaßt dieses Werk 56 Blatter) und 1827 folgen die »Zeichnungen nach dem Leben« Bis zum Jahr 1830 erscheinen weitere große Serien, so »Die Wasserfalle in den Provinzen«, »Ansichten von bedeutenden Brücken«, »Die Ryukyu-Inseln«, »Schneemond und Blumen« und zwei weitere Serien mit meisterhaften Blättern von Vögeln und Blumen.

Alles, was mit der Schilderung von Landschaften zusammenhing, schuf Hokusai nicht nach Vorlagen, er unternahm weite Reisen, sammelte Skizzen von eigener Hand und schnitt danach seine Blätter. Sein fester Wohnsitz blieb aber immer Tokyo, diese Stadt vermittelte ihm das Arbeitsklima, das der betriebsame Mann benötigte.

Über das Privatleben Hokusais ist nicht viel bekannt: Er war zweimal verheiratet, im Alter wurde er von einer Tochter versorgt. Genaue Angaben besitzen wir nur über die Jahre 1834 bis 1836, in denen er aus Tokyo verbannt wurde. Den Grund dafür schuf einer seiner Enkel, der durch seine Verschwendungssucht den Großvater zum Bankrott zwang, worauf dieser für drei Jahre aus der Hauptstadt in die Verbannung geschickt wurde, was aber für Hokusai nicht mehr bedeutete, als die Möglichkeit zu neuerlichen Reisen, die später ihren Niederschlag in weiteren Serien fanden.

Hokusai war ein Künstler von bis ins hohe Alter ungebrochener Aktivität. In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens entstanden drei Serien, die seine bisherigen Leistungen noch übertrafen, in ihnen sehen die Kritiker den krönenden Abschluß eines reichen Lebenswerkes. Die Titel dieser Serien lauten: »Die Darstellung der Dichtung«, »Die Einhundert Ansichten des Berges Fuji« und »Die Einhundert Gedichte, von einer Amme erklärt«.

Hokusai arbeitete bis zu seinen letzten Lebenstagen, und wenn wir eingangs von etwa 40000 Blättern sprachen, die von seiner Hand stammen, so muß man seinem Lebenswerk noch seine Buchillustrationen zurechnen; bis jetzt fanden sich über fünfhundert Bücher, die er illustriert hat. Der unwahrscheinliche Umfang seiner Arbeiten macht sein Werk, trotz intensivster Forschungen, bis heute noch immer nicht ganz überschaubar, hinzu kommt, daß er nicht nur häufig den Stil wechselte, sondern auch zwanzigmal sichten des Berges Fuji« (tatsachlich umfaßt dieses Werk 56 Blatter) und 1827 folgen die »Zeichnungen nach dem Leben« Bis zum Jahr 1830 erscheinen weitere große Serien, so »Die Wasserfalle in den Provinzen«, »Ansichten von bedeutenden Brücken«, »Die Ryukyu-Inseln«, »Schneemond und Blumen« und zwei weitere Serien mit meisterhaften Blättern von Vögeln und Blumen.

Alles, was mit der Schilderung von Landschaften zusammenhing, schuf Hokusai nicht nach Vorlagen, er unternahm weite Reisen, sammelte Skizzen von eigener Hand und schnitt danach seine Blätter. Sein fester Wohnsitz blieb aber immer Tokyo, diese Stadt vermittelte ihm das Arbeitsklima, das der betriebsame Mann benötigte.

Über das Privatleben Hokusais ist nicht viel bekannt: Er war zweimal verheiratet, im Alter wurde er von einer Tochter versorgt. Genaue Angaben besitzen wir nur über die Jahre 1834 bis 1836, in denen er aus Tokyo verbannt wurde. Den Grund dafür schuf einer seiner Enkel, der durch seine Verschwendungssucht den Großvater zum Bankrott zwang, worauf dieser für drei Jahre aus der Hauptstadt in die Verbannung geschickt wurde, was aber für Hokusai nicht mehr bedeutete, als die Möglichkeit zu neuerlichen Reisen, die später ihren Niederschlag in weiteren Serien fanden.

Hokusai war ein Künstler von bis ins hohe Alter ungebrochener Aktivität. In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens entstanden drei Serien, die seine bisherigen Leistungen noch übertrafen, in ihnen sehen die Kritiker den krönenden Abschluß eines reichen Lebenswerkes. Die Titel dieser Serien lauten: »Die Darstellung der Dichtung«, »Die Einhundert Ansichten des Berges Fuji« und »Die Einhundert Gedichte, von einer Amme erklärt«.

Hokusai arbeitete bis zu seinen letzten Lebenstagen, und wenn wir eingangs von etwa 40000 Blättern sprachen, die von seiner Hand stammen, so muß man seinem Lebenswerk noch seine Buchillustrationen zurechnen; bis jetzt fanden sich über fünfhundert Bücher, die er illustriert hat. Der unwahrscheinliche Umfang seiner Arbeiten macht sein Werk, trotz intensivster Forschungen, bis heute noch immer nicht ganz überschaubar, hinzu kommt, daß er nicht nur häufig den Stil wechselte, sondern auch zwanzigmal sichten des Berges Fuji« (tatsachlich umfaßt dieses Werk 56 Blatter) und 1827 folgen die »Zeichnungen nach dem Leben« Bis zum Jahr 1830 erscheinen weitere große Serien, so »Die Wasserfalle in den Provinzen«, »Ansichten von bedeutenden Brücken«, »Die Ryukyu-Inseln«, »Schneemond und Blumen« und zwei weitere Serien mit meisterhaften Blättern von Vögeln und Blumen.

Alles, was mit der Schilderung von Landschaften zusammenhing, schuf Hokusai nicht nach Vorlagen, er unternahm weite Reisen, sammelte Skizzen von eigener Hand und schnitt danach seine Blätter. Sein fester Wohnsitz blieb aber immer Tokyo, diese Stadt vermittelte ihm das Arbeitsklima, das der betriebsame Mann benötigte.

Über das Privatleben Hokusais ist nicht viel bekannt: Er war zweimal verheiratet, im Alter wurde er von einer Tochter versorgt. Genaue Angaben besitzen wir nur über die Jahre 1834 bis 1836, in denen er aus Tokyo verbannt wurde. Den Grund dafür schuf einer seiner Enkel, der durch seine Verschwendungssucht den Großvater zum Bankrott zwang, worauf dieser für drei Jahre aus der Hauptstadt in die Verbannung geschickt wurde, was aber für Hokusai nicht mehr bedeutete, als die Möglichkeit zu neuerlichen Reisen, die später ihren Niederschlag in weiteren Serien fanden.

Hokusai war ein Künstler von bis ins hohe Alter ungebrochener Aktivität. In den letzten zwanzig Jahren seines Lebens entstanden drei Serien, die seine bisherigen Leistungen noch übertrafen, in ihnen sehen die Kritiker den krönenden Abschluß eines reichen Lebenswerkes. Die Titel dieser Serien lauten: »Die Darstellung der Dichtung«, »Die Einhundert Ansichten des Berges Fuji« und »Die Einhundert Gedichte, von einer Amme erklärt«.

Hokusai arbeitete bis zu seinen letzten Lebenstagen, und wenn wir eingangs von etwa 40000 Blättern sprachen, die von seiner Hand stammen, so muß man seinem Lebenswerk noch seine Buchillustrationen zurechnen; bis jetzt fanden sich über fünfhundert Bücher, die er illustriert hat. Der unwahrscheinliche Umfang seiner Arbeiten macht sein Werk, trotz intensivster Forschungen, bis heute noch immer nicht ganz überschaubar, hinzu kommt, daß er nicht nur häufig den Stil wechselte, sondern auch zwanzigmal seinen Namen, wohl getrieben von einer inneren Rastlosigkeit, die ihn immer wieder zwang, ein anderer zu werden. Diese Rastlosigkeit veranlaßte ihn auch, innerhalb Tokyos dreiundneunzigmal seinen Wohnsitz zu wechseln.

So oft sich Hokusais Stil auch wandelte, jedes seiner Blätter ist von einer unverwechselbaren Handschrift geprägt, in jedem beweist er sich als erstklassiger Zeichner, seine Linien stimmen immer und stehen in Einklang mit der Komposition, und die Wahl seiner Farben verleiht den Blättern eine Schönheit, die vor ihm nur wenige erreicht haben. Hokusai zeigte neue Möglichkeiten auf, fand aber kaum Nachfolger, die sein Werk direkt fortsetzten. Erstaunlich ist, daß dieser rastlos schaffende Künstler in Armut starb.

Als das Abendland begann, die japanischen Holzschnitte als Kunstwerke zu würdigen und die Nachfrage nach den Blättern Hokusais stieg, wurde sein Ansehen erst einmal dadurch geschmälert, daß man daranging, von den abgenutzten Druckstök-ken, unter Verwendung schlechter Farben, die nicht den ursprünglichen entsprachen, Blätter in großer Zahl, aber von mangelhafter Qualität zu produzieren. Dazu kam eine Unzahl von Fälschungen, mit denen die europäischen Märkte förmlich überschwemmt wurden. Nicht anders sollte es übrigens Hvoskige ergehen. Noch heute werden immer wieder Blätter Hokusais angeboten, die durch ihre schlechte Qualität das Werk des Meisters verzerrt darstellen. Seine guten Blätter befinden sich fast ausschließlich in Museen und Sammlungen und nur sie vermitteln den Eindruck, der der Bedeutung dieses Künstlers gerecht wird. Während im eigenen Land sein Einfluß, gemessen an der Menge der Produktion, gering blieb, übte er auf die europäische Kunst eine nachhaltige Wirkung aus, Er beeinflußte vor allem die französischen und englischen Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts, sie fanden in seinem Werk ihre Theorie von der Funktion von Linie und Farbe bestätigt. Nicht minder groß war der Einfluß Hokusais auf die europäische Buchillustration.

Aus dem Riesenwerk Hokusais eine begrenzte Auswahl an Abbildungen zu bringen, fällt schwer. So wurden vier ausgewählt, die die Hauptthemen seines Schaffens umreißen Die Natur und der Mensch in ihr, das Meer, die Pflanzenwelt

Das Blatt »Der Wasserfall von Amida hinter der Kiso-Straße« stammt aus der Serie »Wasserfälle in den Provinzen«, es entstand um 1827 In der Komposition erweist sich Hokusai hier als der chinesischen Malerei verhaftet, das Gebüsch, die Baumgruppen, selbst die rastenden Reisenden, sind m der Manier der großen Meister des Nachbarlandes gestaltet Unverkennbar japanisch dagegen behandelt Hokusai das bildbeherrschende Element, den Wasserfall, den er aus einem Stausee, dessen Wellen er in völlig neuer Manier darstellt, in geraden Linien zu Tal stürzen läßt Hier offenbart sich eine Modernität, die nicht fern des Abstrakten ist, hier zeigt sich der Künstler als Neuerer, der die Wucht der Elemente auf ihre letzte Realität begrenzt Einem ganz anderen Stil begegnen wir m dem Blatt »Tsuri Hashi, die Hangebrucke«, sie lag an der Grenze der Provinzen Hida und Etchiu, der Holzschnitt gehört zu der Serie »Ansichten von berühmten Brücken« aus den Jahren 1827 bis 1830 Hier treffen wir auf ganz andere Stilmerkmale Wahrend das linke Bergmassiv chinesisch anmutet, zeigen die gerundeten Bergkuppen an der rechten Bildseite die für Japan typische Form, und zu diesen Unterschieden gesellt sich ein weiterer, der fast etwas fremd wirkt Es sind die Baume im Mittelgrund, sie konnten von einem europaischen Kunstler stammen, und sicher fand Hokusai die Anregung zu dieser Baumzeichnung auf den holländischen Kupferstichen, die ihn so stark beeindruckten Die beiden Lasten-trager auf der Brücke stellt er \ ergroßert dar, eine künstlerische Freiheit, die er oft für sich in Anspruch nahm Trotz dei sehi unterschiedlichen Stilkomponenten wirkt das Blatt keineswegs zerrissen, denn durch die Brücke schafft Hokusai die optischen Übergänge, denen das Auge willig folgt. Die Darstellung der Elemente war bis zu Hokusm eine ausschließliche Domäne der Maler, die sich in immer wieder anderen Formen vor allem mit dem Element des Wassers auseinandersetzten, das als Meer das Inselreichjapan umschloß. Hokusai griff dieses Motiv auf und es gelang ihm, die elementare Wucht der Wassermassen auf dem Holzschnitt »Die große Woge« allgemeingültig zu erfassen. Er verzichtet bewußt darauf, die Weite des Meeres abzubilden, er beschränkt sich auf eine riesige Woge, die er aus dem Meer aufsteigen laßt, sie gipfelt in weißen Gischtkronen, die sie wie die Krallen eines wilden Tieres auf zwei gegen den Sturm ankämpfende Boote, in denen sich die Menschen vor der drohenden Gefahr ducken, herabprasseln läßt. Im Hintergrund des Bildes ragt der heilige Berg Fuji als Zeichen der Ruhe und der Ewigkeit empor. In den Farben beschränkt sich Hokusai auf eine Abstufung von Blautönen, einen Streifen Lila und abgestuftes Weiß. Trotz des kleinen Formats umschließt dieses Blatt die ganze Weite des Meeres, offenbart seine Gefahren, ebenso aber seine Schönheit.

Erlebten wir Hokusm eben als Meister des Großen, des Elementaren, so zeigt er sich in seinen zugleich realistischen und lyrischen Pflanzen- und Tierholzschnitten von einer ganz anderen Seite. Zu der Serie »Größere Vögel und Blumen« gehört das Blatt »Iris«, entstanden um 1830. Auch hier bedient er sich des Motivausschnittes, den wir von der Malerei her kennen, er läßt einen Buschen Iris in das Bild hineinragen, und in der Durcharbeitung jeder Blüte und jedes Blattes zeigt ei sich als hervorragender Zeichner und Naturbeobachter. Alles wirkt natürlich und ungekünstelt, bis zu der kleinen Heuschrecke, die auf einem Blattstiel sitzt.

Diese vier Blatter geben nicht mehr als eine Impression des riesigen CEuvres Hokusais. Er war ein Meister des Großen und des Kleinen, und seine Werke stellen einen der Höhepunkte des Farbholzschnittes dar. Er war der erste Kunstler, der voll erkannte, welche Möglichkeiten diese künstlerische Technik eröffnet und er schöpfte diese Möglichkeiten bis zu ihren Grenzen aus.

Der Kreis von Schülern, der sich um Hokusai sammelte, war groß an Zahl, doch gelang es keinem Künstler dieser Gruppe den Meister in seiner Vollendung zu erreichen oder gar zu überflügeln. Was Hokusai seinen Schülern vermittelte, war eine vollendete Technik, ein geschickter Bildaufbau und eine Beherrschung der Farbskala, was er ihnen nicht vermitteln konnte, war sein überragendes Gespür für das bildliche Erfassen des Motivs.

Unter den vielen Holzschneidern, die seinem Vorbild folgten, sind nui wenige, denen es gelang, einen individuellen Stil zu entwickeln. Zu ihnen gehört Shotei Hokuju (tätig um 1800 bis um 1820), dessen Werke allerdings nicht überragend sind, sie überzeugen mehr durch ihre Eigenwilligkeit. Hokuju gehorte zu einer Gruppe von Holzschneidern, die den Versuch unternahmen, Formen der europaischen Kunst in den japanischen Stil umzusetzen, wobei sie Ergebnisse erzielten, die in gewisser Beziehung einen Vorgriff auf die spatere abendlandische Kunst darstellten. Was diese Kunstler an den fremden Bildern faszinierte, war die Einfachheit der Linien, die starke Stilisierung der Formen und das fast fotografische Abbild der Welt

In dem Bild »Die Affenbrücke« arbeitete Hokuju nach diesen neuen Erkenntnissen und gelangt zu einer Aussage von einer für seine Zeit unwahrscheinlichen Modernität. Wäre dieses Blatt hundert Jahre später entstanden, so könnte man in ihm leicht Einflüsse des europäischen Kubismus aufspüren, wenn man die Formationen seiner Berge betrachtet und die höchst eigenwillige Form der Wolken. Alles in diesem Bild wirkt streng und ausgewogen, jedoch nicht starr. Hier fand im Jahr 1820 ein erster Vorstoß in die Moderne statt.

Durch das umfassende Werk Hokusais hatte der Farbholzschnitt neue Dimensionen gewonnen, insbesondere auf dem Sektor der Landschaftsdarstellung. Die Landschaft blieb aber ein gewisses Sondergebiet, dem sich nur wenige Künstler zuwandten. Auch im 19. Jahrhundert bildete das Schauspielerporträt das zentrale Motiv der Holzschneider, deren Kunst weiterhin der Aktualität des Tages eng verbunden blieb. Von den Meistern des Schauspielerporträts z.B.Utagawa Toyokuni (1769—1825) verlangte man weniger Originalität oder neue künstlerische Formen, worauf es den Käufern ankam, war die Ähnlichkeit mit der Person des Künstlers und der überzeugende Ausdruck der Rolle, in der er abgebildet wurde.

 

 

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