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Postmoderne

Postmoderne, Anfang der achtziger Jahre geprägter unscharfer Begriff der Kultur- und Kunsttheorie,der eine Distanzierung zeitgenössischer Künstler von den ästhetischen Verfahren der Modernebeinhaltet. Die Postmoderne lehnt das Innovationsstreben der Moderne ab und diffamiert diesesselbst als automatisiert und etabliert. Andererseits wird mit der Forderung einer prinzipiellenOffenheit des Kunstwerkes auf die Moderne Bezug genommen. Charakteristisches Element derPostmoderne ist ein extremer Stilpluralismus, der – etwa in der Architektur – oftmals in einerAnhäufung von Zitaten verschiedenster Kunstperioden kulminiert. Der Grundsatz, dass in Literatur,

Film, Architektur und bildender Kunst nichts Neues mehr zu schaffen sei (eine Position, die freilichschon Thomas Mann vertrat), führt hier zum spielerischen Umgang mit vorhandenem Material. Dieanscheinende "Rückbesinnung" auf Geschichte und Traditionen aber erweist sich als Versuch, dieüberlieferten Verfahrensweisen zu einem neuen Ganzen zu collagieren. Dabei werden Grenzenzwischen Kitsch und Kunst, Massenkultur und elitärer Kunstauffassung bewusst verwischt(herausragendes Beispiel hierfür ist etwa der Künstler Jeff Koons). Synonyme zu Postmodernesind Transavantgarde und Spätmoderne, wobei der letztere Begriff die krasse Antithese zwischenPostmoderne und Moderne mildert. Ihr pluralistisches Selbstverständnis hat der Postmoderne desÖfteren den Vorwurf der Beliebigkeit eingebracht.

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