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Klassizismus - Die Aufklärung

Thomas Paine, der bekannteste politische Autor seiner Zeit, aktiv involviert in die Amerikanische Revolution (1773-1783) und die Französische Revolution (1789-1792), schrieb gegen Ende des Jahrhunderts zwei Bücher: "Das Zeitalter der Vernunft" und "Die Rechte der Menschen". Der erste Titel kann zur Bezeichnung des 18. Jahrhunderts dienen, der zweite nennt eines der wichtigsten Themen dieser Zeit.

In seinem Werk "Über den Geist der Gesetze" (1748), der zentralen staatstheoretischen Untersuchung der Aufklärung, analysiert Charles de Montesquieu zivile und politische Gesetzestypen in ihrer Abhängigkeit von Zeit und Gesellschaft. Einflußreich wurde seine These, politische Freiheit setze Gewaltenteilung und gegenseitige Kontrolle der Gewalt voraus.

Im "aufgeklärten Absolutismus" werden Reformen im juristischen, bildungs- und wirtschaftspolitischen Bereich vorgenommen. Friedrich II. (Preußen) und Katharina II. (Rußland) verfolgen intensiv das philosophische und literarische Geschehen in Frankreich.

In seinen "Persischen Briefen" stellt Montesquieu die Gesellschaft seiner Zeit satirisch aus der Sicht von Nichteuropäern dar. Diese Relativierung herrschender Sitten und Verhältnisse ist typisch für die Aufklärung und geht einher mit dem vergleichenden Studium fremder Kulturen.

Konsequente Aufklärungsphilosophie wird vor allem in Frankreich betrieben. Hier geht es um die Ablehnung aller überkommenen Autorität, um die Inthronisation der Vernunft bei Ablehnung rationalistischer Metaphysik, um die Begründung einer theologieunabhangigen Moral, die Überzeugung von Menschheitsfortschritt durch Wissenschaftsentwicklung, den Glauben an die Erklärbarkeit der Seele, bzw. des Erkenntnis- und Empfindungsapparats und die Möglichkeit, sämtliche Phänomene aus den Eigenschaften der Materie zu erklären.

In den 80er Jahren übt Immanuel Kant Kritik an der vorausgehenden Erkenntnistheorie und läßt auch die diesbezüglichen Thesen der Aufklärung hinter sich. In seiner Philosophie verbinden sich die kontroversen Haltungen des Rationalismus und Empirismus.

 

 

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