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Die Antike


Der Ursprung der abendländischen Praxis und Theorie liegt im antiken Griechenland. Angefangen zu philosophieren haben die Griechen ca. 600 v. Chr.
Diese Zeit ist gekennzeichnet durch tiefgreifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, die zu einer Krise des Adelsstaates und schließlich zu neuen politischen Herrschaftsformen (Tyrannis, Demokratie) führten.

Zeitgleich mit diesen Veränderungen erfolgt auch der sogenannte Übergang vom Mythos zum Logos, d. h. an die Stelle der mythologisch-religiösen Weltdeutung (z. B. Göttergeschichten, die von der Entstehung und dem Verlauf der Welt und der Dinge erzahlen), tritt zunehmend eine philosophisch-wissenschaftliche, rationale Welterklärung. Dieser Übergang vollzieht sich jedoch ganz allmählich, so daß Einflüsse des Mythos bei vielen antiken Denkern noch spürbar sind.

Die antike Philosophie beginnt mit den Vorsokratikern (ca. 650-500 v. Chr.), zu denen die Philosophen von Milet (Thales, Anaximander), die Phytagoreer, die Eleaten (Xenophanes, Parmenides) und die Atomisten (Leukipp, Demokrit) gehören.

Im Zentrum der vorsokratischen Philosophie steht die Frage nach dem die Welt durchdringenden Grundprinzip und der Ursubstanz, aus der die Welt und die Dinge entstanden sind.

Die nachfolgende klassische Periode (von ca. 480 - ca. 320 v. Chr.) ist die Zeit der höchsten Blüte, in der die Griechen die größten Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst (Ausbau der Akropolis unter Perikles, bedeutende Bildhauer: Myron, Phidias, Polyklet), Dichtung (Zeit der größten Repräsentanten der attischen Tragödie: Äschylus, Sophokles, Euripides) und Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles) vollbrachten.

Athen wird in dieser Zeit zum Zentrum der Philosophie, und hier gelangt auch die neue Staatsform der Polis zur vollen Entfaltung.

Der Hellenismus (323 - ca. 1. Jh. v. Chr.) ist die Epoche, in der durch die Aufnahme orientalischer Elemente eine Mischkultur entsteht, wobei jedoch das Griechische bestimmend bleibt. Die Griechen herrschen in dieser Zeit bis in Gebiete des mittleren Ostens und bis nach Nordindien. Wissenschaften und Handel erleben einen erheblichen Aufschwung. Die Zentren der Kultur sind Alexandria und Pergamon.
Kennzeichnend für die Kunst und Architektur ist das Nebeneinander unterschiedlicher Stilrichtungen. Literatur und Philosophie zeichnen sich durch eine kosmopolitische Haltung aus. Es entstehen neue Philosophenschulen (Stoiker, Epikureer).


© Inhalt: "Geschichte der Philosophie" vom Verlag "Könemann"

 

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