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Mike Kelley (1954- lebt und arbeitet in USA

Für die hier zur Diskussion stehenden Fragen sind vor allem seine Arbeiten der Werkgruppe „half a man", wo er mit Plüschtieren, Trivialobjekten und Textilien arbeitet (seit 1987) von Bedeutung. Kelly untersucht und befragt einen besonderen Ausschnitt alltäglicher Dingwelten, der mit großer Emotionalität besetzt ist. Die Gegenstände, die er aufspürt und künstlerisch transformiert, weisen zum einen zurück in die Kindheit, machen andererseits aber die abgespaltenen Anteile frühkindlicher psychischer Prozesse im Vor- bzw. Unterbewusstsein Erwachsener deutlich. Ihn interessieren an den Plüschtieren nicht so sehr die Emotionen der Kinder, sondern die libidinösen Besetzungen der Erwachsenen bzw. der Mütter, die in unendlichen 'Stunden der Liebe' all diese Tiere genäht, gehäkelt und gestrickt haben. Die Dinge sind Volks

kunst. In seinen Installationen bündelt er sie, schichtet sie, hängt sie auf, arrangiert sie auf farbigen Decken, die auf geometrischen Steinböden liegen, usw. Darüber hinaus denunziert er nicht die in den Dingen geronnene Liebe, eröffnet aber neue Sichtweisen und Zugänge zu den verdrängten Anteilen psychischer Prozesse im Kinder- und Jugendalter. Niedliches aus Plüsch und Fell, aus bunt-farbenen Stoffen und Garnen kann dann umkippen in Schreckliches, kann Anteile erotischer, sexueller, obszöner Empfindungen heraufbeschwören, kann Aggressionen erzeugen, wie auch Gefühle der Ohnmacht. Nie werden seine Arbeiten aber eindeutig zu lesen sein, auch wenn gerade der psychoanalytische Blick auf die Dinge der Kindheit besonders interessiert. Kellys Vorgehensweise entstammt wesentlich der Konzeptkunst bezieht

sich aber thematisch auf Subkulturen und Hobbykultur.

Link:

Literatur:

kunstwissen.de

 
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