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Silvie Fleury (geb. 1961
..... siehe auch tonyoursler.com

 

Sylvie Fleury ist am 24.06.1961 in Genf/ Schweiz geboren. Ab 1981 besuchte sie die Germain School of Photography in New York. Als Assistentin des Künstlers John Armleder kam sie 1990 eher durch Zufall zur Kunst und hatte bereits 1991 ihre erste Ausstellung. Seitdem hat sie mit Photos und Installationen die luxuriösen Konsumgüter aus Mode und Kosmetik als Ready-mades in den Kunstzusammenhang eingebracht. Peter Weibel schreibt: Fleury "formuliert eine radikale Kritik an der (männlichen) Moderne durch die (weibliche) Mode und zeigt - durch das Aufeinanderabbilden von Kunst und Mode - Kunst als Mode". Sie arbeitet ohne Atelier in Genf, wo sie zusammen mit John Armleder lebt.

 

Die Genferin Sylvie Fleury ist bekannt für ihre Inszenierungen des Glamour, der Mode sowie der Luxusartikel der modernen Warenwelt. Das künstlerische Werk der Autodidaktin umfasst Installationen, Video- und Photoarbeiten. Sie repräsentieren eine Welt der Konsumgüter und Luxusartikel und verweisen durch die Auseinandersetzung mit der populären Kommerzkultur auf die Ursprünge in der Pop Art der 1960er Jahre.

Als "fashion girl" sorgt Sylvie Fleury seit Anfang der 90er Jahre für Aufsehen. Wirken ihre Arbeiten auf den ersten Blick wie eine Bestätigung der Wertmaßstäbe der Konsumgesellschaft, so verbindet sie mit ihnen doch eine subtile Kommentierung des schönen Scheins: Inszenierung und Oberfläche ihrer Objekte, Wandarbeiten, Malereien und Skulpturen erhalten einen Eigenwert, der jenseits der werbenden Produktinformation oder des Markenzeichens liegt. Der vergoldete Einkaufswagen auf dem Podest ist der Fetisch des Konsumtempels und seiner Jünger. Nicht weit davon entfernt: Esoterikist ihr neues Thema, aufgepoppte Kristalle in den Regenbogenfarben und bunt blinkende Aurafotografien spielen mit der ästhetischen Belanglosigkeit und Inhaltsleere dieses boomenden "Selbstfmdungs"-Marktes.

Auf den ersten Blick wirken ihre Werke wie eine deutliche Bestätigung der Wertmaßstäbe der Konsumgesellschaft, so leistet Fleury doch immer eine subtile Kommentierung des schönen Scheins.

In ihren Arbeiten reflektiert sie glamouröse Inszenierungen und den Luxus moderner Warenwelten. Nicht ohne Kritik setzt sie an der materiellen, physischen Oberfläche der Dinge an, um ihre Erscheinung substantiell zu verändern. Dabei steht der Prozess der Produktanpassung an die persönlichen Anforderungen, die sogenannte „Customisierung" im Fokus ihres Interesses, da dieser den Versuch der Aneignung impliziert.

Direkt vor Ort, im Kunstraum Innsbruck, realisiert Fleury derzeit eine raumgreifende Installation, die den Raum in eine vorgetäuschte, glamouröse, luxuriöse Scheinwelt verwandelt. Der in Großbuchstaben gefasste Schriftzug des Titels „YES TO ALL" bezieht sich nicht nur auf den Computerbefehl des Microsoft-Betriebssystems. Er soll auch als zynische Kommentierung eines neoliberalen Wirtschaftssystems verstanden werden, das zielgerichtet die Bürger zu Konsumenten erziehen und Shoppingmails als Gemeinschaftsorte suggerieren möchte.

Inszenierung und Oberfläche der von ihr konzipierten Objekte, Wandarbeiten, Bilder und Rauminstallationen erhalten einen Eigenwert, der jenseits simpler Produktwerbung oder der bloßen Inszenierung von Markenzeichen liegt. Die von Fleury aufgegriffenen Slogans sind damit nicht nur Logos international bekannter Modehäuser, Parfiimerien oder Hochglanzmagazine. Fleury benennt mit der Benutzung dieser Zeichen vielmehr die mit ihnen verbundenen menschlichen Sehnsüchte und Wunschbilder ("Eternity", "Be amazing").

Farbige Räume, magische Lichterscheinungen und glänzende Oberflächen gewinnen in ihrer Arbeit neuerdings an Bedeutung. Sie spielen in der Karlsruher Ausstellung erstmals eine entscheidende Rolle. Farbpsychologie und Esoterik (aus diesem Bereich leitet sich der Ausstellungstitel »49000« her) bestimmen den Charakter vieler Werke. Somit beschreitet Fleury über die Auseinandersetzung mit dem Warenfetischismus der world of fashion hinaus neue Wege. Magische Aura, Schönheit und Erhabenheit der inszenierten Objekte (Kristall, Pendel) rücken hierbei in den Mittelpunkt.

A. Brickwedde 13 LK

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