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Peter Fischli, geb. 1952 David Weiss geb. 1946
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Das Vergnügen und die Lust am Banalen sind Leitmotive ihrer Kunst.Gerade am Beispiel ihrer Arbeiten werden die Entgrenzung wie die Verschränkung von Kunstwahrnehmung und Alltagsblick sinnlich und hautnah erfahrbar. Für diese Idee würde es vielleicht auch reichen, armselige, banale, überaus gewöhnliche Dinge des Alltags so zu arrangieren, dass sie wie zufällig liegen gelassen, abgelegt, vergessen erscheinen. Doch darüber hinaus betreiben sie aber den Aufwand, die Dinge mühsam aus Polyurethan zu schnitzen und sie akribisch genau zu bemalen, etwa im Sinne der Trompe-'oeul-Malerei. Geschnitztes Objekt und Bemalung ergeben eine Wahrnehmung von Authentizität, die von Laien nicht zu enttarnen ist (Fischli/Weiß-Kenner sind allerdings längst im Polyurethan-Blick geübt).

Mit den banalen alltäglichen Dingen, die zu Gegenständen der Kunst gemacht werden, ist bei Fischli/Weiß ein ganzes Bündel an Irritationen verbunden: z.B. über das Spiel mit Authentizität und Fiktion bzw. Simulation, über die absolute Täuschung der Wahrnehmung, über die Tatsache, dass ein paar armselige, banale, absolut 'unbedeutende' Gegenstände wie ein altes Brett, eine ausgelaufene Öldose, etc. kunstwürdig sind bzw. im System 'Kunst 'nobilitiert werden.

Nobilitiert werden bei Fischli/Weiß die absolut banalen Dinge, die zu keiner Bedeutungsaufladung oder pathetischen Überhöhung in der Lage sind. Intendiert ist ein Wahrnehmungsakt, der in sich selbst funktioniert: Das, was da irgendwo belanglos herumliegt, vergessen und unbeachtet, und was niemandem zu gehören scheint, was niemand verloren hat, das bleibt in der 'Ruck-Schau' des Wahrgenommenen ungewöhnlich heftig hängen und man ist darob erstaunt und irritiert. Vielleicht vergisst man viele der 'Hochglanz-Kunstwerke' im Museum, aber die kleine Ecke mit den vergessenen, liegen gelassenen, belanglosen Dingen bleibt für lange Zeit haften. Fischli/Weiß haben mit dieser Kunst die unterste Material- und Ding- Grenze ausgelotet Sie arbeiten daneben auch mit anderen Mitteln aber mit ähnlichen Fragen.

kunstwissen.de

 
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