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PAUL McCARTHY *4.8.1945
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Paul Mc Carthy, geboren am 4. August 1945 in Salt Lake City / USA ist ein bedeutender in Los Angeles lebender amerikanischer Künstler der sich mit der Rückseite der amerikanischen Mythen beschäftigt: Sex, Macht, Geld. Dabei bezieht er sich in antithetischer Weise auf Disney , Jefff Koons und andere Hollywood Mythen. Diese sind ihm Widerpart in der Behandlung des "American Dreams". Die Arbeiten stehen in der Tradition von Wiener Aktionismus, Surrealismus, Happening, Fluxus, Neo Dada, Antiart; dem Ansatz von Gustav Metzger. Dabei arbeitet McCarthy mit allen Möglichkeiten der gegenwärtigen Szene: Projektionen wie Bill Viola, und Tony Oursler,Vergrößerungen wie Oldenbourg, etc. Nach Beuys ist er der überzeugende Fackelträger für die Erweiterung der Kunst ohne Rücksicht auf Tabubruch. Wie Beuys wählt er den Weg über Materialsymbolik mit einen persönlichen und einem sozialen Ansatz; Sex und Macht in Bezug auf das Individuum und den >american way of life< (Disney und Hollywood) in Bezug auf sein soziales Umfeld.

1969 Studium der Kunst an der Universität von Utah und danach am San Francisco Art Institute

1972 Bachelor of Fine Arts in Malerei am SFAI an der University of Southern California

1973 M.F.A., studierte er Film, Video und Intermedia an der University of Southern California; Master of Fine Arts.

Seit 1982 Professor für Video, Installationen und Geschichte der Kunstdarbietungen an der UCLA, Los Angeles.

lebt und arbeitet in Pasadena ,Ca und L.A.Ca

 

McCarthy begann sein Werk als Anknüpfung an den Wiener Aktionismus, als expressiv-dekonstruktiverAktionskünstler in den 70gern und 80gern.Er wurde seit den späten 60er Jahren durch seine live Performances bekannt und gilt mit Chris Burden als ihr Hauptvertreter in der kalifornischen Kunstszene. Er beginnt seine Performances auf Video aufzunehmen .Überdies schafft er plastische Elemente ("Props"), wenn er die Videos in der Kulisse vorführte, in der er diese inszeniert hatte. Die Videos handeln von rohen und gewalttätigen Situationen. Paul McCarthy bricht das Tabu des "Cleanen Amerika". Ab 1974 wurden seine Aktionen / Arbeiten aggressiver und sexuell provokativer. Seine Darbietungen wurden als brutal selbstzerstörerische beschrieben. McCarthy wurde beeinflusst von der mechanischen Inszenierung eines Tinguely und der "Destruction in art"von Gustav Metzger. Weitere Einflüsse sind die Filme von Bruce Conner und Stan Brakhage in den 60gern; Kurt Kren, Peter Kubelka und Tony Conrad in den 70gern. Auch scheint er die Antwort Amerikas auf das Werk von Joseph Beuys zu sein.

Erst ab 1990 wird er bekannt.Mit Bossy Burger (1991) beginnt er mit Masken und Objekten in einer gebauten Installation eine Performance mit Videoaufzeichnung zu kombinieren.Er stellt den künstlerischen Akt als solchen dar, als er sich in der Performance verausgabt sieben Zeichnungen zu machen.. Dies machen erfordert seine ganze Energie und ist nur in einer Trance möglich. Erst in 1999 gibt es Einzelvorstellungen seines Werkes. Seine Performances mit Props ( Performance Objects) in speziell gebauten Studio- Installationen verändern sich zub objektorientierten Aktionen und sehr großen Installationen mit filmisch festgehaltenen Performances.(Video)

Zur Zeit arbeitet McCarthy mit Photo, Video , Skulpturen ( "Props") und Installationen. Dabei werden große Kulissen aufgebaut, in denen dann Akteure Szenen nach "Lust und Laune" spielen. Alle Handlungen werden auf Video und Fotografie festgehalten. Nach Beendigung der Performance, zählen Kulissen, Videomaterial und auch Fotos als Kunstobjekte. An diesen Arbeiten ist in letzter Zeit auch oft sein Sohn Damon McCarthy beteiligt. Ein Teil seines Werkes bezieht sich auf Disney´s animierte Szenen in Disneyland, als Beispiel sei PIG ISLAND genannt.

Paul McCarthy arbeitet in allen zeitgenössischen Medien und zählt zu den wichtiigsten zeitgenössischen Künstlern.

 

Werke:

Werke 

weitere Werke: Alpine Man / Santa Chocolate Shop

Reviews: Backdoor Man /The Mechanical Id / Performance / Boxing Paul / Interview 2001 /

Links: McCarthy im Haus der Kunst München 2005 / artin.de / PortalKunstgeschichte X / netzeitung.de / Paul McCarthy

 

Die Arbeiten von Paul McCarthys sind provokant. In den Live-Performances der späten 60er- und 70er-Jahre setzte er seinen Körper als Material ein und ging oftmals bis an die eigenen physischen Grenzen. Er hantierte mit typisch amerikanischen Produkten wie Ketchup oder Mayonnaise, die er mit eigenen Körperausscheidungen zu Saucen vermischte - eine Attacke gegen die Werte des american way of life und die von den Medien manipulierte Gesellschaft. In den 80er-Jahren entstanden neben den Live- und Videoperformances mechanische Figuren (mechanical sculptures), die den Künstler im Ausstellungsraum allmählich ersetzten. Seit den 90er-Jahren verbindet McCarthy in grossen Installationen den realen, schmutzigen und aggressiven Körper mit cleanen Kulissen. Es entstehen komplexe Werkgruppen und Inszenierungen, die - meist sexuell aufgeladen - auf theatralisch-drastische Weise mit Tabus brechen und auf Themen verweisen wie sexuelle Gewalt.

Paul McCarthy parodiert Autoritätspersonen, feste Familienbeziehungen und starre Begriffe von Sexualität. Mit Materialien wie Ketchup oder Mayonaise ironisiert er die "amerikanischen Werte". Er selbst benannte in den 70er Jahren diese Bestandteile als "Flux" und charakterisiert mit dieser Bezeichnung auch sein künstlerisches Vorgehen. Diese "Flux" - Materialien stellen nicht allein Lebensmittel, sondern auch Körperflüssigkeiten dar. Die Assoziation von Ketchup mit Blut weckt dabei vor allem Horrorvorstellungen. Ebenfalls dienen die Materialien als Farbe zum Malen und spielen damit auf den Künstler selbst an.

In den 80er Jahren ergänzte Paul McCarthy seine Live - und Videoperformances durch kinetische Figuren. Esi st deutlich, daß er mit diesen automatisierten Figuren auch ein Substitut für sich selbst geschaffen hat. Durch ihre Mechanik bleibt ihr performativer Charakter gewahrt. Hatte er bereits in der Videoaufzeichnung seiner Liveperformances die Unmittelbarkeit der Vorstellung abgeschwächt, so erreicht er diese Distanzierung nun durch den Einsatz einer kinetischen Figur, deren Bühnenset immer mehr an Gewicht zunimmt und die Flux Materialien ersetzt.Paul McCarthy ist eigentlich als Vertreter der Abject Art ( Arbeit mit Körperflüssigkeiten und Exkrementen) bekannt und arbeitet in der Fortführung und Verschmelzung der Ideen von Fluxus und Andy Warhol.

Paul McCarthy beschäftigt sich im Besonderen mit den Clichefiguren des US-Mainstream-Unterhaltungsbetriebes - Stichwort Disney, Alfred E. Neumann, St.Nikolaus, Heidi , Pinochio - und deren unausgelebten Seiten, den indem er seine psycho-sexuelle Basis dekonstruktiv offenlegt. So zeigt er die Rückseiten des amerikanischen Traumes.

Seit Ende der sechziger Jahre arbeitete Paul McCarthy mit einer Vielzahl von Medien: Sein Interesse galt der >Malerei als Aktion< der körperlich-psychischen Entäußerung um, ähnlich Beuys in einem räumlichen Kontext seine Aktionen realisiert und ein Werk als Installation zurückläßt. Zusätzlich speichert eine Videokamera die Aktion die den voyeuristischen Blick des Betrachters lenkt.

Mit>Bavarian Kick<1987, erweiterte McCarthy sein formales Repertoire um teils mit Motor ausgestattete Plastiken, die an seiner Stelle agieren. Im Mittelpunkt von McCarthys Performances stehen die Konflikte oder >Dilemmata< der hybriden und zugleich klischeehaften Charaktere, die er mit Hilfe von Masken und Verkleidungen annimmt: des Politikers (>Carter Replacement Mannequin< 1980), der Hausfrau (>Mother Pig< 1983) oder auch des Künstlers (>Painter<1995).

McCarthys stets sexuell aufgeladene Aktionen sind theatralisch-drastische Inszenierungen von oftmals tabuisierten Vorgängen und Handlungen wie Geburt und Tod, Koitus, Sodomie und Masturbation, Kindermißhandlung;häufig verweisen sie auf die patriarchale Familienordnung als einen Ort tiefgreifender Störungen, wie in >Bossy Burger< 1991, oder >Heidi<( mit Mike Kelley), 1992.In der Maskerade der mythischen Cliches legt er deren dunkle Seiten offen.

Dabei geht es ihm jedoch nicht um die Authentizität unterdrückter Gefühle, sein Thema ist die Prägung individuellen Verhaltens durch massenmediale und soziale Strukturen. Der Körper ist einer der Schauplätze, an dem sich diese Einflüsse überlagern. McCarthy Bezugspunkte sind die Simulakren einer (un)heilen Welt wie Disneyland, B-Movies, Fernsehserien und Comics. Seine obsessive Verwendung industriell hergestellter Flüssigkeiten wie Ketchup oder Mayonnaise als Ersatz für Körperflüssigkeiten markiert den durch und durch entfremdeten Zustand des (amerikanischen) Individuums:

McCarthy inszeniert ausweglose Situationen, die soziale Machtverhältnisse widerspiegeln, um sie seinen geschmacklosen. symbolischen und nicht zuletzt tragikomischen Verwüstungen zu unterziehen."

Zitate : Astrid Wege 1999 -siehe TaschenVerlag, >Art at the turn of the Millennium<, 1999


Paul McCarthy in San Diego 2004

Paul McCarthy fuses sculpture and performance in artwork that is defined by controversial combinations of pop-culture clichés, social taboos, and art historical references. Throughout his thirty-year career, McCarthy has repeatedly exploited the popular image of the pirate as the psychological inspiration for an ongoing, complex, and continually changing project. His pirate drawings, films, and sculptures engage the clichés of a hermetically closed, male-dominated world where fantasies-otherwise repressed-are made manifest and moral barriers are torn down.

Pot Head embodies McCarthy's desire to deface perceived cultural, sexual, and in this case, artistic norms. In its first incarnation, Pot Head was a clay bust of a man wearing a pirate's tricorner hat and lapelled coat. McCarthy, in a characteristic act of destructive bravura, later used a cutlass to hack off the sculpture's nose and ruffled shirt. He then destroyed the bust's hat by shoving a pot down over its head and eyes. This silicone cast of the clay bust features the detritus of McCarthy's performance. The lumpy remains of the hat sit where they first fell and the sword rests where McCarthy laid it down after "finishing" his sculpture.


ESSAYS

Paul McCarthy - Selected Exhibitions ( Solo shows / * indicates publication )

2005: Haus der Kunst , München,D-land
2001 :Museum of Contemporary Art, New York (22/02 - 13/05 2001)
2000 :"Paul McCarthy", Museum of Contemporary Art, Los Angeles (12/112000 - 21/01 2001) & New *
1999 :" Paul McCarthy " Sammlung Hauser und Wirth, St. Gallen-CH, 6/13-10/10
" Dead H, and Early Performance Photographs " Studio Guenzani , Milan, Italy, 24/3-19/4
1998: "Painter, Video and Drawings" Galerie Krinzinger, 9/24/-10/23
"Photographs--Performance Photographs and Video, 1969-1983" Luhring Augustine, 4 /18-5/21 21
"Photographs--Performance Photographs and Video, 1969-1983" Patrick Painter, Inc. 1/21-2/ 21
1997: "Santa Chocolate Shop", Galerie Hauser & Wirth, Zurich, Switzerland, August 23-October 18
1996: "Paul McCarthy," Tomio Koyama Gallery, Tokyo, Japan, November 23-December 10
"Saloon," Air de Paris, Paris, France, Oct. 26-Nov. 12
" Yaa-Hoo", Luhring Augustine Gallery, New York, NY, September 7-October 12
"Video Works", Galerie Drantmann, Brussels, Belgium, March 16
"Videos and Drawings" Galleri Nicolai Wallner, Copenhagen, Denmark, February 16-March 17
1995: "5 Photographic Works, 1970-1974," Blum & Poe, Santa Monica, CA. Dec. 5, 1995-Jan. 13, 1996
"Painter," Projects Room, Museum of Modern Art, New York, NY, May 30-July 18, 1995
Art and Public, Geneva Switzerland
"Tomato Head," Künstlerhaus Bethanien, Berlin, Germany, February 17 to March 5, 1995
"Pinocchio Pipenose Householddilemma Tour", Travels to: Air de Paris, Paris France; Galeria Antoni Estrany, Barcelona, Spain;
Luhring and Augustine, New York, NY; Galleri Nicolai Wallner, Copenhagen, Denmark; Esther Schipper Galerie, Koln, Germany; Studio
Guenzani, Milan, Italy; McKinney Art Center, Dallas, TX; Auckland City Art Gallery, Auckland, New Zealand; Ooe Landesmuseum, Linz, Austria
1994: Air de Paris, Paris, France
Le Fonds Regional d'Art Contemporain, Poitou-Charentz, Angouleme, France
Air de Paris, Nice, France
Rosamund Felsen Gallery, Los Angeles, CA.
Galerie George-Philippe Vallois, Paris, France
Studio Guenzani, Milan, Italy
1993:"Video," Ynglingagatan I, Sweden
Galerie Krinzinger, Vienna, Austria
"The Dead Viking", Buchholz und Buchholz, Koln, Germany
Luhring Augustine Gallery, New York, NY.


1997-98

Grand Opening at our New Space
Thursday, May 28, 1998 - Saturday, August 1, 1998
Luhring Augustine Gallery, 531 West 24th Street, New York, New York 10011
  
Paul McCarthy 1969-1983
Saturday, April 18, 1998 - Friday, May 22, 1998
Luhring Augustine Gallery, 130 Prince Street, New York, New York 10012

 Patrick Painter Editions

Editions published by Patrick Painter.
Saturday, October 18, 1997 - Saturday, November 29, 1997
Lehmann Maupin, 39 Greene Street, New York, New York 10013
 

1996-97


The 1997 Bienniel Exhibition
Curated by Lisa Phillips and Louise Neri.
Thursday, March 20, 1997 - Sunday, June 1, 1997
Whitney Museum of American Art, ALL FLOORS, 945 Madison Avenue at 75th, New York, New York 10021
 
Paul McCarthy, Paul Noble, Allen Ruppersberg
Saturday, December 7, 1996 - Saturday, January 11, 1997
Jay Gorney Modern Art, 100 Greene Street, New York, New York 10012

 a/drift:

Scenes from the Penetrable Culture.
Sunday, October 20, 1996 - Sunday, January 5, 1997
The Center for Curatorial Studies Museum, Bard College, Annondale-on-Hudson, New York 12504
 
Paul McCarthy Yaa-Hoo Town
Saturday, September 7, 1996 - Saturday, October 12, 1996Luhring Augustine Gallery, 130 Prince Street, New York, New York 10012



Electronic Arts Intermix
542 West 22nd Street, New York, New York 10011
contact: Galen Joseph-Hunter
telephone: 212-337-0680, fax: 212-337-0679
e-mail: ghunter@eai.org
hours: Monday-Friday 9:30-5:30
artists
 
Lehmann Maupin
39 Greene Street, New York, New York 10013
telephone: 212-965-0753, fax: 212-965-0754
e-mail: lmgallery@earthlink.net
hours: Tuesday-Saturday 10:00-6:00
artists
 
Luhring Augustine Gallery
531 West 24th Street, New York, New York 10011
telephone: 212-206-9100, fax: 212-206-9055
e-mail: LAGny@aol.com
hours: Tuesday-Saturday 10:00-6:00
artists, images
 
Whitney Museum of American Art
945 Madison Avenue at 75th, New York, New York 10021
telephone: 212-570-3676, fax: 212-570-1807
hours: Wednesday, Friday, Saturday and Sunday 11:00-6:00; Thursday 1:00-8:00 images
Literatur: 

Phaidon Verlag> Paul McCarthy<

Paul McCarthy

Hatje Cantz Verlag
(ISBN3-7757-0949-5) Englisch
2000. 258 Seiten, 440 Abb., davon 280 farbig

21,60 x 27,00 cm
Broschur

   

 

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