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Matthew Barney (1967-
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Matthew Barney ist konzeptueller Performance- und Videokünstler der mit operettenhaft- barocken Inszenierungen und geheimnisvoller Mythologie arbeitet. Mit dem fünfteiligen Werk "Cremaster" eröffnet er der Kunst neue Möglichkeiten, obwohl seine Quellen rückwärtige sind: Surrealismus, Duchamp, Warhol, Beuys, Koons und amerikanische Symbole und Mythen. Der Begriff Cremaster bezieht sich auf eine Muskelgruppe im männlichen Genitalbereich, die je nach Temperatur die Hoden hebt oder senkt.

Seine Filme inszenieren erfundene innere und äußere Welten. Im Zentrum stehen Fruchtbarkeitsrituale inszeniert in einer von Massenkultur beherschten Welt." Meine Projekte haben immer mit Begierde zu tun," sagt Brney. " Sexuelle Begierde hat großes Potenzial, doch in ihrer Rohform ist sie nutzlos" Neben Sex und Sport, Fortpflanzung und Enthaltsamkeit, Biologie und Geschichte überlagern sich kontinuierlich im einem Gesamtkunstwerk. Zum Beispiel dirigierte er in Cremaster 1 Zeppeline über ein Football-Feld und ließ Revuegirls in Reifröcken in Eierstockformation tanzen, In Cremaster 2 bestieg er als Doppelmörder Gary Gilmore einen tobenden Stier und sprang in Cremaster 5 nackt und mit Kunststoffketten gefesselt von einer Brücke in Budapest und befestigte lebende Tauben mit Seidenbändern an sein gummiertes Geschlecht.

In Cremaster 4 kroch er als langohriger Satyr durch das vaselinebeschmierte Modell eines Geburtkanals und inszenierte ein Motoradrennen auf der Isle of Man, GB.Cremaster 3 ist drei Stunden lang und spielt im NY der dreißiger jahre. Die Handlung dreht sich um den Bau des Chriysler Buildings." DerFilm bildet die vertikale Mittelachse des Cremaster Zyklus " sagt Barney." Er ist eine Art Doppelspiegel, der den gesamten zyklus auf zwei elliptische Bahnen schickt."

1991 wurde er bekannt, als er nur mit Badekappe, Turnschuhen und einer Bergsteigerausrüstung bewafnet durch eine Galerie in Soho kletterte und hinterher das Video zusammmenmit einer Bodybuildingbank aus tiefgefrorenem Petroluumgelee ausstellte.

Literatur: Cremaster, Hatje Cantz Verlag

 

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