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Richard Serra (1939 - )

Richard Serra wurde am 2. November 1939 in San Francisco geboren. Er ist einer der bedeutendsten lebenden US-amerikanischen Bildhauer. Mitte der 1960er Jahre begann er mit Filmexperimenten und experimentiere mit industriellen Werkstoffen wie Blei und Gummi. Die Materialien werden mit einfachen Eingriffen bearbeitet und in einen Bezug zum Raum gesetzt. Im Laufe der Jahre erweiterte Serra seinen räumlichen Ansatz, indem er bis heute mit wetterfestem Stahl arbeitet. Dabei geht es ihm um den direkten Kontakt des Betrachters mit Material, seinem Gewicht und Form. Es geht zudem um die Frage der Balance der Form und der Verortung der Form im Raum.

 

Die Werkgruppe der >Splashings<oder >Castings< führte er 1968 im Castelli Warehouse in New York erstmals aus.1969 war er beteiligt an der Ausstellung von Harald Szeemann in Bern > When attitudes become from< die erstmalig Tendenzen des Minimal und der Concept Art vorstellte.


Für die Hamburger Kunsthalle schleuderte Richard Serra mit einer großen Schöpfkelle, unterstützt durch die genannten Helfer sechzehn Tonnen Blei in die von Fußboden und Rückwand gebildete Raumecke.
Die so entstandene Form wurde nach Erkalten in Längsachse um 135 Grad gekippt und eine über die andere hinweg rechtwinklig zu den begrenzenden Seitenwänden in den Raum bewegt.
Insgesamt produzierte das Team im Verlauf von fünf Tagen fünf solcher Elemente.
Die zuletzt entstandene Form verblieb im Winkel zwischen Wand und Boden. Ihre Vorgänger wurden in der Abfolge ihrer Fertigung hintereinander in den Raum gestaffelt, so daß die am vierten Tag gegossene Form am weitesten vom Ort ihrer Erzeugung entfernt liegt.
Alle mit dem spröden Material und unter den gegebenen Raummaßen denkbaren Bewegungen wurden durchgeführt.

 

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