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Claes Oldenburg (1929- lebt und arbeitet in den USA)

Am 1. Dezember 1961 eröffnete Claes Oldenburg im East Village in New York City im Haus 107 East Second Street den Galerie-Performance-Environment-Atelier-Laden The Store.
Als Reaktion auf die serienmäßig hergestellten Waren, die in den umliegenden kleinen Geschäften ausgestellt und verkauft wurden, präsentierte er in seinem Ladenlokal in der Zeit vom 1. Dezember 1961 bis zum 31. Dezember 1962 dreidimensionale Objekte und Reliefs, die er aus Maschendraht und Gips hergestellt und mit Emaillefarbe bemalt hatte.
Diese Objekte werden heute aus dem ursprünglichen Zusammenhang entfernt, als einzelne Werke präsentiert wie beispielsweise Red Cap, Two Girl's Dresses, Sewing Machine und Mannequin in der Galerie der Gegenwart.
Die Ausstellung verweist auf den Kontext ihrer Entstehung.
Inventarlisten, Poster, Einladungskarten, Fotografien und das Buch The Store Days zeigen anschaulich,
daß The Store Kunst und alltägliche Lebenspraxis, Kunst und Kommerz, Bühne und Straße verschränkte.

Mit seinem MOUSE-Museum, in dem er alle denkbaren banalen und trivialen (kleinen) Dinge der Alltags- und Massenkultur ausstellte und das heute im Museum für Moderne Kunst in Wien einen festen Platz hat, hat Oldenburg zu Ende der siebziger Jahre einen Akt vollzogen, in dem kitschige und banale Gegenstände einer amerikanischen Konsum-und Wegwerfkultur im Kontext Kunst nobilitiert wurden, aber nicht im Sinne einer moralischen oder gesellschaftskritischen Geste, sondern eines durchaus sympathischen Aktes, der die Dinge ernst nimmt, sie würdig macht, einen anderen Blick als den alltäglichen auf sie zu werfen, wenn auch ein Blick, in dem eine Portion leiser Ironie mitschwingen darf.

Die wesentlichen Strategien seiner künstlerischen Arbeit bestehen im Überführens der

in einen neuen kontext durch spezifischer Prinzipien der Gestaltung: Hartes weich machen, Weiches hart) und durch Verschiebung der Größen (vor allem: Kleines groß machen), sind in der Nachfolge tausendfach aufgegriffen worden.

Andere Werkschwerpunkte liegen in seinen Ambientes, seinen ausgestellten häuslichen Räumen, wie z.B. einem Schlafzimmer, das er nicht findet, sondern herstellt und sich darüber die Möglichkeit eröffnet, kleine Irritationen, z.B. durch Veränderungen der Proportionen, der Winkel etc., hervorzurufen.

 

Link:

Literatur:

kunstwissen.de

 
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