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Mario Merz (1925 - 2003)

Mario Merz war einer der wichtigsten Vertreter der Arte Povera - und mit Sicherheit der bekannteste. Der am 1. Januar 1925 geborene Mario Merz machte in den fünfziger Jahren mit Arbeiten aus Pflanzenblättern auf sich aufmerksam. Deren Adern behandelte er so mit Farbe, dass die Blätter wie Landkarten wirkten. Später fertigte der Autodidakt, der in Turin aufwuchs und dort bis zuletzt lebte, schlichte Objekte aus Materialien wie Stroh, Reisig und Steinen an der Grenze von Kunst und Natur. Am bekanntesten wurden seine Iglus, die er meist aus Glas, aber auch aus Reisig und Teer formte. Sie beschworen den Einklang mit der Natur.

Er machte die Erkenntnisse von Leonardo di Pisa, genanrt Fibonacci Mathematiker im13.Jh) in seinen Werken augenscheinlich. Dieser hatte den Lebensrhytmus der Natur in Zahlen gefaßt : 1,1,2,3,5,8,13,21,34,55,89, etc. MarioMerz erkannte schon früh die bildnerische Kraft der evolutionären Zahlenreihe dieses naturbeobachtenden Mathematikers und setzte oft als in Neonröhren erstrahlende Zahlenreihen ein, um die unlösbare Verbindung von Wissenschaft und Welt zu beschwören. Als zweite bildnerische Konstante wählte der Künstler, der eigentlich seinen Lebensraum zwischen Turin und Mailand nur ungern länger verließ, den Iglu. Mit seinen zahlreichen Varianten der kreisrunden Eskimo Schneehütte, die er sowohl als Halbkugel gestaltete, bedeckt mit Reisig, Lehm oder Steinen, als auch als gläsernes Treibhaus, als Wachs- oder Früchtehütte, immer aber als temporäre Behausung, versinnbildlichte er die nomadische Existenz des Künstlers.

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