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Marinetti, Emilio Filippo Tommaso (1876- 1944)

Emilio Filippo Tommaso Marinetti war italienischer Schriftsteller und politischer Aktivist. Er war der Begründer und einer der zentralen Wortführer des italienischen Futurismus. Mit seinen radikalen Sprachexperimenten leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst, insbesondere der Lyrik.

 

Marinetti wurde am 22. Dezember 1876 in Alexandria (Ägypten) geboren und studierte dort sowie in Paris, Pavia und Genua Rechtswissenschaften. In der Folge hatte er wechselnde Wohnsitze in Frankreich und Italien inne und war als Schriftsteller tätig, wobei er außer in seiner Muttersprache auch in Französisch schrieb. Marinettis Gedichte wurden seit 1898 in literarischen Zeitschriften veröffentlicht, ab 1904 in seinem eigenen Journal Poesia. Zu seinen frühen Theaterstücken gehört Poupées Electriques (1909), das in Italien unter dem Titel Elettricità sessuale (Elektrische Sinnlichkeit) herauskam. Hier präsentierte Marinetti erstmals Maschinenmenschen auf der Bühne. Die Fetischisierung der Technik prägte zukünftig Marinettis Werk. Sein 1909 im Pariser Figaro veröffentlichtes Manifeste de Futurisme heroisiert den Menschen der Tat sowie den Krieg und polemisiert bewusst gegen alle traditionellen kulturellen Werte. Diesen Themen widmete sich Marinetti auch in seinem Roman Mafarka le futuriste (1910, Marfarka der Futurist), der, ebenso wie die verschiedenen kürzeren, experimentellen und als „synthetisch" bezeichneten Theaterstücke auf eine Zerstörung der Syntax abzielt und dem dynamisch-explosiven Kult der Bewegung huldigt („Er ist polyphon wie unsere Seele, und er ist gleichzeitig ein lyrischer Gesang, ein Epos, Abenteuerroman und Drama"). Tatsächlich ist das Buch „den großen brandstiftenden Dichtern" gewidmet. Das Erscheinen der italienischen Fassung von Mafarka le futuriste verursachte aufgrund seiner provokativen sexuellen Freizügigkeit einen Skandal; dieser mündete in einen spektakulären Prozess, in dem Marinetti allerdings freigesprochen wurde.

Als Marinetti 1915 den 1. Weltkrieg als das bisher schönste futuristische Gedicht willkommen hieß, eine Gedichtsammlung mit dem Titel Guerra sola igiene del mundo (Der Krieg, die einzige Gesundheitspflege der Welt) veröffentlichte und als Offizier der italienischen Armee beitrat, spaltete sich die Bewegung. 1919 wurde er Mitglied der faschistischen Partei; fünf Jahre später pries er den Faschismus in seinem Buch Futurismo e Fascismo (1924) als die natürliche Fortsetzung der futuristischen Idee. Unter Benito Mussolini avancierte Marinetti gar zum Kultusminister und übte auch auf anderen Posten großen Einfluss auf die italienische Kulturpolitik aus. Der Dichter starb am 2. Dezember 1944 in Bellagio, It

Werke

 

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