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George (Yurgis) Maciunas (1931-1978)

Ausführliche Biographie / Fluxusfestival: Wiesbaden 62 / Fluxusziele: an Schnit 1964 | an Vostell / Fluxusfest: San Gimignano / Fluxuswerk: Zielscheibe / Fluxusfilm: 12BigNames / Fluxusaktion:Fluxusmesse

: Seit 1966 kaufte George Maciunas - Architekt, Asthmatiker, Egozentriker, fanatischer Weltverbesserer, Kunsthistoriker, Musiker, zeitweiliger paranoiker- in SoHo/Manhattan mehrere große Häuser. Ziel des Unternehmens Fluxhouse Cooperative, Inc. war es, Künstlern, Filmemachern, Tänzernu.s.w. zu helfen, adäquate Arbeits- und Lebensräume zu finden. Dies geschah auf der Basis des gemeinschaftlichen Erwerbs der Lofts. Die Mitglieder der Cooperativen sind selbst für Finanzierung, Verwaltung und Renovierung der Häuser verantwortlich. ( zB.Woosterstreet 80, NYC, Maciunas "Zentrale")
Die Nutzung ist nicht profitorientiert, sondern gemeinnützig. Durch die Schaffung dieser Sozialstrukturen bildete sich in SoHo eine Künstler- und Galerienszene aus, die als Modell bis heute ihre Wirkung nicht verloren hat. Maciunas Aktivität, die Schaffung einer sozialen Wirklichkeit für künstlerische Aktivitäten, zielte auf eine Emanzipation vom herrschenden Kunstbetrieb. Er haßt den sog. professionellen Künstler und verabscheut sog. seriöse Kunst.

Seine Ordnung brachte alles Durcheinander

biographie

 Nachworte:

Fluxfuneral für George Maciunas am 13. Mai, Wooster Street 80 NYC.

In Memoriam Georges Maciunas am 13. Mai 1978 in der Aula der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Name June Paik und Joseph Beuys.


>MR. FLUXUS< ist ein Gemeinschaftsporträt einer der Schlüsselfiguren der Kunstgeschichte in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts. George Maciunas, exzentrischer Führer der radikalsten und experimentellsten Kunstbewegung der Sechziger, war ein Clown und Witzbold par excellence und gleichzeitig ein todernster Revolutionär. Sogar nachdem er eine öffentliche Person geworden war, verbarg er fast bis zum Ende durch unglaubliche Übertreibungen ein unorthodoxes Privatleben, das er mit niemandem teilte. Eingefleischt zölibatär erlag er seiner einzigen großen Liebe gerade ein paar Monate vor seinem Tode. Als Hofnarr in einer tragischen Rolle lachte er über sich selbst und provozierte andere zum Lachen, indem er die Komik der unheilbaren Krankheiten und schmerzhaften Wirklichkeiten betonte, die ihn die meiste Zeit seines ziemlich kurzen Lebens begleiteten.

Sogar in seinen frühesten Jahren hielt Klein-Yurgis (Georges Rufname auf litauisch), wie die Erzählungen seiner Mutter und seiner Schwester klarstellen, auf Distanz. Er hatte keine „besten Freunde" im Knabenalter oder in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in Deutschland; fasziniert von Kriegsspielen, ernannte er sich immer zum kommandierenden General. Und im späteren Leben, selbst nachdem er durch seine eigenen unermüdlichen Anstrengungen ein Stückchen Ruhm und Bekanntheit in den Kunstwelten Europas und der Vereinigten Staaten erlangt hatte, betrachtete er sich selbst als primus inter pares, duldete aber keine Biographen oder gar Hagiographen in seinem Gefolge.

Auf diese Weise verschwand sein persönliches Leben in seiner großen Erfindung, der internationalen Fluxus„Unbewegung", die er totalitär zu beherrschen versucht hatte.

Sein Leben war widersprüchlich, urkomisch, erschütternd und tragisch - eines inspirierten und manchmal inspirierenden Kreuzritters, dessen heiliger Auftrag es war, die Welt zu verändern und dabei mit der Kunstwelt anzufangen.

Mit seinen ernsthaften Versuchen, temperiert durch Witz und Weisheit neben Spott und Verachtung, die Hohepriester der Kunst und ihre Schergen aus dem Tempel zu vertreiben, gewann er zu Lebzeiten wenig Freunde innerhalb der etablierten Kunstszene. Doch Mr. Fluxus hat sich durchgesetzt. Ähnlich wie Tristan Tzara, Andre Breton, Marcel Duchamp und John Cage, ist er eine der anerkannten Kräfte hinter den Umwälzungen der Kunst unserer Zeit.

aus >Mr. Fluxus<, Harlekin Art, Wiesbaden 1996 , ISBN - 3-88300-035-3

- Die Herausgeber:

Emmett Williams (geb. 1925 USA) ist seit dem Festum Fluxorum in Wiesbaden in 1962 einer der prägenden Künstler von Fluxus gewesen. Der international agierende Performer, Maler und Dichter lebt seit 1980 in Berlin.

Nach dem Studium an der Bath Academy of Art hat die englische Künstlerin Ann Noel für Edition Hansjörg Mayer und Something Else Press gearbeitet, und dadurch die meisten Fluxuskünstler kennengelernt.

Weitere Literatur:

  1. Links:

    FLUXUS X PORTAL / fluxus.net / George Maciunas / Galerie Hundertmark / Galerie Schüppenhauer / Galerie Becker, Köln

    www.artnotart.com | Bonotto Foundation | Maciunas Foundation |

 

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