<<


Hugo Ball (1886-1927)

Schriftsteller. Nach dem Studium der Philosophie und Soziologie wurde er Schauspieler und Dramaturg; als solcher förderte er an den Kammerspielen in München besonders Frank Wedekind und die Expressionisten. 1916 ging er mit seiner späteren Frau Emmy Ball-Hennings in die Schweiz. Ab 1917 Abwendung von Dada und Rückzug ins Tessin. Heiratet Emmy Hennings 1920.

 

Am 5. Februar 1916 eröfnneten Hugo Ball, Emmy Hennings, Richard Huelsenbeck das literarische Künstlerkneipe im Simplizissimus-Stil geplante "Cabaret Voltaire" in der Spiegelgasse in Zürich. Dazu kamen Hans Arp, Marcel Janco und Tristan Tzara, der sich zum selbsternannten Sprecher der Gruppe machte. Schon im April 1916 proklamierten Sie eine eigene Kunstrichtung: DADA.

Ein paar Häuser weiter, in Spiegelgasse Nummer 12, wohnte Lenin, der - so die Legende -, genervt vom Krach der Dadaisten, die Polizei herbeirief. Das «Cabaret Voltaire» entwickelte sich in kürzester Zeit zum Sammelpunkt einer Gruppe von Literaten, Malerinnen, Musikern und Tänzerinnen, die sich Dada verschrieben. Eine grundsätzliche Kritik gegen alle bestehenden Konzepte in Kunst und Literatur nahm ihren Anfang, die sich alsbald international ausbreitete. Expressionismus und Futurismus wurden durch die neue Bewegung in Frage gestellt und überholt. Nicht mehr durch emotionsgeladene Bemühung und Mahnung, Empörung und Ekstase wie ihre Vorgänger wollten die Dadaisten dem Widersinn der von gegensätzlichen Interessen und dem Krieg verwüsteten Welt begegnen, sondern durch gezielte unlogik und Banalität, durch die inthronisierung des Zufalls und spielerische Provokation.

Die Dada-Gruppe wollte sich vom Expressionismus, dem Kubismus und dem italienischen Futurismus abgrenzen und aus dem "Cabaret Voltaire" eine "Experimentierbuhne aller derjenigen Probleme machen, die die moderne Kunst bewegten. Die im Juni 1916 erschienene Publikation "Cabaret Voltaire" dokumentiert diese geschichliche Phase, die in seiner Synthese der modernen Kunst- und Literaturrichtungen die Voraussetzungen eine selbstständige Kunst- und Literaturrichtung schuf. Das Gruppenname "Dada" wurde von Tristan Tzara schon am 26.2.1916 in seiner "Chronique Zurichoise" benutzt.

Der Name DADA selbst wurde angeblich dadurch gefunden indem man ein Papiermesser in ein Larousse-Wörterbuch gesteckt hatte (",dada", auf Franzosisch: kindersprachlicher Stammellaut - Pferdchen).

Dada-Zentren bildeten sich in:

Das Ende des Krieges und des Exils änderte die Voraussetzungen unter denen der kabarettistische Protest gegen den Wahnsinn der Zeit seine Existenz begrundete. Die Dadaisten, die nicht so sehr durch einen Gruppenstil sondern durch ihre künsterisch-politische Haltung und durch das gemeinsamen Exil zusammengebracht waren, fielen auseinander. Tzara etabierte sich in Paris, woer mit Arp, Louis Aragon, Andre' Breton, Paul Eluard u.a. den Dadaismus zu etablieren versuchte. Trotz mancher Kunstausstellungen blieb der Dadaismus in Frankreich mehr jedoch eine literarische Angelegenheit. Er geht nach Paris und bildet um 1919 mit André Breton die Pariser Gruppe aus der der Surrealismus entsteht. 1923 trat der Surrealismus als Nachfolger des Dadaismus an.

kunstwissen.de

 
>