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Goldene Madonna ( um 980 n.Chr. )

Die >Goldene Madonna< , Köln um 980 n.Chr. besteht aus einem Holzkern mit vergoldetem Email und Edelsteinen. Die Skulptur hat eine Höhe von 74 cm und ist im Münsterschatz in Essen ausgestellt. Mit ihren Zentren in Magdeburg und Hildesheim, konzentriert sich die ottonische Plastik auf Gegenstände aus Bronze, Gold, Elfenbein oder Holz.

Die ottonische Plastik entstand im Auftrag des Königs oder eines Bischofs als Sinnbild nicht nur christlicher Heilserwartung, sondern auch weltlicher Macht und verfeinerten Kunstgeschmacks. Die Figurenkapitelle und Portalprogramme der Kirchen Frankreichs dagegen dienten der Ermahnung und Erbauung weitgereister Pilger, die auf dem Weg nach Santiago de Compostela, zum Grab des hl. Jacobus, die Kreuzgänge und Kirchen der Klöster als Stationen ihrer Wallfahrt aufsuchten. »Christus ist ein kraftvoller Held und Sieger, dessen Leben und Wundertaten die Bürgschaft für die Überwindung alles Bösen bieten. Durch die Reliqien der Märtyrer wirkt er Wunder.« Der Wunderglaube beherrschte die Christen genauso wie Träume und phantastische Vorstellungen. Und als Blutzeugen Christi kam den Märtyrern eine immense politische und religiöse Bedeutung zu. Nur so läßt sich die prunkvolle Ausgestaltung der ältesten erhaltenen Skulptur einer Heiligen, der Reliquienstatue der Hl. Fides aus Conques -en -Ronergue verstehen. Die mit vergoldetem Silber überzogene und mit zahlreichen Edelsteinen geschmückte Holzstatue wurde im 9./1 0. Jh. für die Schädelreliquie der Heiligen geschaffen. Die Skulptur vermittelt dem Betrachter den ansich unscheinbaren Knochen im Inneren der Figur ,die Darstellung der Ganzheit des Heiligen.

Die Ottonik gilt als Geburtsstunde des christlichen Abendlands und als ersten deutschen Nationalstils. Die Grundlagen beruhen auf dem christlichen Staat, die Verquickung von weltlicher und geistlicher Macht. Diese versteht sich als Gottesherrschaft auf Erden und als gebunden an die Aufgaben der Mission und des gottesfürchtigen Lebens. 

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