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Der Meister des Gerokreuzes ( um 980 n.Chr. )

Nach den Skulpturen der Antike ist das lebensgroße Kruzifix des Erzbischofs Gero (um 980 nChr.) die erste lebensgroße skultpurale Darstellung des Menschen im Abendland und das ältest erhaltene der Gattung. Meist haben nur die romanischen Holzkruzifixe, die ihren Platz über dem Hauptaltar einnahmen, die vielfachen Modernisierungen oder gar Zerstörungen der Kirchen überlebt. Über Jahrhunderte hinweg verkörperten sie die christliche Religion. Gleich den frühsten noch antiken Christusdarstellungen wölbt sich der Bauch unverkennbar hervor, das Motiv des Leidens bleibt mit den herabgezogenen Mundwinkeln und dem schwer herabhängenden Leib erstmals vorgestellt. Davor galt der Typ des siegreichen Jesus am Kreuz in aufrechter nichtleidender Darstellung, als Held und Gott. Das Gerokreuz zeigt sich als Ausdruck einer veränderten Christussicht, des Beginns der Darstellung Jesus als leideneden Menschen oder vielleicht begründet auch das Gerokreuz diesen Typus der Christusdarstellung in theologischer Sicht.

Neben dem Typus des geschürzten Christus tritt der mit einer langen Tunika angetane Heiland auf. Die Kruzifix-Komposition, der Wandel vom Drei-Nagel-zum Vier-Nagel-Typus bildet nur einen Strang der romanischen Plastik. Auch ist Mit ihren Zentren in Magdeburg und Hildesheim, konzentriert sich die ottonische Plastik auf Gegenstände aus Bronze, Gold, Elfenbein oder Holz. 

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