<<::SKULPTURBIENNALE MÜNSTERLAND...................::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::...........kunstwissen.de

>Bildsuche / >Textsuche >Künstler ..

Schnellsuche:

Wir stellen hier eine typische Ausfornung der Skulptur im öffentlichen Raum dar. Nach der Erfindung der Skulpturprojekte Münster durch den Kunsthistoriker Prof. Bußmann im Jahre 1977 sind solche Skulpturveranstaltungen im öffentlichen Raum ein weltweites Phänomen. Die Skulpturbienale in Borken Eröffnung 28. August 2005 ist nur ein Beispiel dafür.

Die Interessen die diese Form der öffentlichen Darstellung von Kunst fokrcieren sind vielfältig. zum einen sind da die Städte die mit dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit um eine öffentliche Notiz in Medien und beim Bürger ringen, um damit ihren sog. weichen Standortfaktor zu verbessern.

Letztlich geht es für die Städte darum bekannt zu werden, das Image zu verbessern und über Tourismus und zuziehende Betriebe Einnahmen zu erwirtschaften.

Die teilnehmenden Künstler haben jedoch ganz andere Interessen. Ihnen geht es neben persöhnlicher Darstellung um kokgnitive Dimensionen , d.h. ästhetische Aufklärung und Gestaltung des Umraumes.

Link:

http://www.skulptur-biennale-2005.de


Installation: " Der sechste Turm"

Standort: Borken Marktplatz

Künstler : Tazro Niscione, Köln

Borken ist die Stadt der Türme" heißt es im Werbeprospekt für die Stadt. Das Projekt "Turm" verändert diese Feststellung des"status quo" in einen erneut offenen Prozess, wobei gleichzeitig die geschichtliche Bezüge der Architektur "Turm" und seine Funktionen für die Gegenwart aktiviert werden.

Aus Baugerüsten und handelsüblichen Containern errichtet Niscino auf dem Marktplatz von Borken den sechsten Turm der Stadt. Historisch gesehen dienten die Türme und die Stadtmauern der Stadtbefestigung. Der Turm, der im Rahmen der Biennale als Projekt entsteht, wird offen für alle sein: Stadtbewohner, Kreisbewohner und Biennalegäste.

Gleichzeitig wird der "Turm" als Informationscenter der Skulptur-Biennale und der daran teilnehmenden Städte und Gemeinden im Kreis Borken nutzbar sein. Jeder der acht Container steht in diesem Konzept stellvertretend für eine der teilnehmenden Städte oder Gemeinden. Im

Turm/Container-Innenraum präsentieren die Städte ihre Biennale-Projekte zusammen mit ihrer Stadtgeschichte. Formal sind die Module des Containerturms so aufgebaut, dass die Besucher durch das offene Treppenhaus des Gerüstes jeden Container besuchen können. Gleichzeitig kann die Stadt Borken aus einer Höhe von ca. 10 Metern im Rundblick besichtigt werden, d.h. von diesem neuen Standort aus sollten im günstigsten Falle alle Türme der Stadt sichtbar sein.

Die äußeren Wände der Container können mit den Namen aller Städte und Gemeinden, die an der Biennale teilnehmen, versehen werden. Gleichzeitig bieten sich die Außenwände der Installation als weithin sichtbare Flächen für die Sponsorenpräsentation an. Auch eine Vermietung als Werbefläche auf Zeit ist denkbar. Fahnen der teilnehmenden Städte sind an der Gerüstspitze montiert. Straßenleuchten aus den Beständen der jeweiligen Stadtwerke derTeilnehmerstädte sind als Leuchtkörper in die Gerüste integriert.


"Castoren zu Halfpipes!"

Standort: Ahaus

Künstler: Thomas Kilpper, Berlin

 

Das Projekt nimmt die jüngste Geschichte der Stadt Ahaus und des Kreises Borken unter dem Gesichtspunkt der Auseinandersetzung um die Nutzung der Atomenergie zum Ausgangspunkt. Insbesondere geht es dabei um das Atommüll-Lager, das sog. zentrale Brennelement Zwischenlager (BEZ), wo seit 1992 am Stadtrand von Ahaus in einer riesigen Halle radioaktiver Abfall verschiedener deutscher Atomkraftwerke zur Zwischenlagerung deponiert ist. Die Aktualität des Themas wird verdeutlicht durch die Tatsache, dass für 2004 eine erneute Transportgenehmigung für 18 Castorbehälter mit atomarem Abfall aus einem ehemaligen Forschungsreaktor bei Dresden vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg erteilt wurde.

Der Transport der Castorbehälter besitzt wie kaum ein anderer Konflikt Gefahrenpotential und damit gesellschaftlich-sozialen Zündstoff, der die Gesellschaft zu spalten droht. Zahlreiche gelbe Kreuze des Protestes (Tag X) geben Zeugnis von diesem Konflikt und sind zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes der Stadt Ahaus geworden.

Das Projekt „Castoren zu Halfpipes!" wird in Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Ahaus und Umgebung in einem zwei- bis dreiwöchigen Workshop eine benutzbare Skulptur bauen. Die Formel für den Bau lautet: castor x 2xL x 2xH x 2xB = half-pipe.

Beteiligt werden sollen auch die örtlichen, interessierten Initiativen (Skater, Jugendzentrum, Bürgerinitiative Umweltschutz, Berufsorientierungszentrum usw.)


"Bon accord; 37° C"

Standort: Schöppinen, Schöppinger Berg

Künstler: Danica Dakic, Düsseldorf

Eine runde Granitplatte im Durchmesser von 4 Metern wird konstant auf Körpertemperatur von 37° Celsius temperiert. Sie wird über"grünen Strom" mit Energie versorgt. Der schwarze Granitstein „Bon accord" stammt aus Gabbro (Südafrika). Die Skultpur dient als eine öffentlich zugängliche, permanent warme Sitz- und Liegeplattform an exponierter Stelle auf dem Schöppinger Berg. Es ist an die Örtlichkeit mit der Lichtung und der großen Schutzengelfigur von 1913 gedacht. Die Figur zeigt die Inschrift: "Reiset glücklich, und Gott sei auf eurem Weg, und sein Engel begleitet euch". Der Platz ist heute im Umfeld weiträumig mit großen Windkraftanlagen versehen und wird vom Bild dieser Windräder deutlich mitgeprägt.

Im Material und in der Form bezieht sich "Bon accord; 37° C" auf die kulturlandschaftliche Umgebung, indem auf eine Gemengelage von Beziehungen zu Ort und seinen wirtschaftlich-ökologischen, politischen und zeitgeschichtlichen Eigenheiten eingegangen wird. Gleichzeitig werden Konnotationen zu Formen und Arten von Beziehungen geweckt, die Platzierungen definieren, die nicht direkt aufeinander zurückzuführen und damit nicht unmittelbar miteinander zu vereinen sind.

Formal lässt die Skulptur auch an eine Schallplatte denken, wobei der Gedanke der"latenten Historie" auch den Gedanken an eine nicht mehr abspielbare Schallplatte evozieren kann. Die gespeicherten Informationen sind vorhanden, aber nicht mehr abrufbar. Aus der symbolischen Perspektive der skulpturalen Plattform schließlich bietet sich dem Betrachter/Benutzer die Möglichkeit dem „Bon Accord" dieses Ortes zu lauschen.

 

 


::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

kunstwissen.de

 
>