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Mesopotamien

Die frühesten Aufzeichnungen über Möbel sind die Bestandslisten des antiken Mesopotamien, die reichverzierte Innenräume und vergoldete Möbel beschreiben. Einige erhaltene ägyptische Möbelstücke beweisen eine große Kunstfertigkeit und waren ursprünglich mit Gold beschlagen. Doch wurden im Altertum meist schlichte Möbel gebaut. In Abhandlungen über Möbel werden jedoch überwiegend die exquisiteren Stücke, die für den Adel oder andere sozial Privilegierte hergestellt wurden, herangezogen, weil sie am besten erhalten sind und ihre detaillierten Entwürfe Auskunft über die historische Epoche ihrer Entstehung und den Stand ihrer Handwerkskunst geben. In der Frühzeit waren Möbel einfach gestaltet und rar. Selbst im frühen Mittelalter gehörten nicht einmal Stühle zum selbstverständlichen Inventar, sondern waren Privileg des Familienoberhaupts. Tische und Stühle, die um 1800 v. Chr. im Mittelmeerraum verwendet wurden, gleichen denen, die heute noch in Gebrauch sind. Ähnliche Möbel wie diejenigen, die auf Bildern holländischer Maler des 16. Jahrhunderts zu sehen sind, finden sich auch im 19. Jahrhundert in den USA.

Aus Mesopotamien haben sich nur wenige Möbelstücke erhalten, doch kann man sich aus Abbildungen in Form von Reliefs und Intarsienarbeiten, die aus der Zeit um 3500 bis 800 v. Chr. stammen, ein recht genaues Bild machen, wie Tische, Stühle und Thronsessel ausgesehen haben könnten. Eine sumerische Schachtel (um 3500 bis 3200 v. Chr., Irakisches Museum, Bagdad) z. B. ist mit Intarsien verziert, die einfache Stühle und Throne darstellen. Eine um 2300 v. Chr. errichtete Stele zeigt einen Thron ohne Rückenlehne, der elegant gepolstert ist, aber einfache, gerade Beine hat. Auf einem Relief aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. im Britischen Museum in London, auf dem König Assurnasirpal II. und seine Gemahlin abgebildet sind, sind Tische und Throne dargestellt, die von trompeten- und tierförmigen Beinen getragen werden und mit einer Reliefverzierung geschmückt sind.

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