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.Griechenland

Minoische und mykenische Möbel Auch aus der mykenischen und minoischen Kultur, die sich etwa zur gleichen Zeit auf dem griechischen Festland und den Inseln der Ägäis entwickelten (siehe ägäische Kultur) hat sich kaum Mobiliar erhalten. Hinweise auf Möbel finden sich lediglich auf Reliefs minoischer Ringe oder kleinen Artefakten aus Bronze oder Terrakotta. Eine Ausnahme bildet der Alabasterthron im Thronsaal von Knossos auf Kreta (um 1600 bis 1400 v. Chr.). Die wenigen Möbelstücke wie Hocker, Stühle, Liegen, Bänke und Truhen, die bei archäologischen Untersuchungen zutage gefördert wurden, geben jedoch keine Hinweise, ob darauf Verzierungen angebracht waren.

Hellenische Möbel Das Aussehen von Möbeln aus hellenischer Zeit kann man auf Vasen, Grabstelen oder anderen Reliefskulpturen, wie dem Fries des Parthenontempels (Teile im Britischen Museum, London), studieren. Daneben haben sich einige Marmorthrone und Holzelemente einfacher griechischer Wohnmöbel erhalten, aus denen man erkennen kann, dass sich die griechischen Möbelbauer auf die Architektur der Wohnungen bezogen und Anregungen aus Ägypten übernahmen. Die griechische Liege und das ägyptische Bett jedoch hatten, obwohl sie sich formal sehr ähnlich waren, unterschiedliche Funktionen. Die griechische Liege wurde zum Essen und Ruhen genutzt, ihre Kopfstütze war häufig gebogen, um Platz für Kissen zu bieten. Eine Fußstütze gab es nicht. Zumindest zwischen dem 6. Jahrhundert v. Chr. bis in die hellenistische Zeit wurden auch Faltstühle mit X-förmigen Beinen und feste, einfache Hocker mit geraden Beinen hergestellt.

Ein spezieller griechischer Beitrag zur Typologie der Möbelformen war der als Klismós bezeichnete leichte Stuhl, der während der archaischen und klassischen Periode benutzt wurde. Er besaß Beine, die nach außen geschwungen waren, eine Rückenlehne, die aus einer rechteckigen, dem Rücken angepassten Holztafel bestand, und eine Sitzfläche aus Rohrgeflecht oder Lederstreifen. Tische, wie sie auf Gemälden zu erkennen sind, waren sehr klein und hatten meist drei Beine; sie waren so leicht konstruiert, dass man sie nach dem Essen schnell wegräumen konnte, um Platz für eine andere Nutzung des Raumes zu schaffen.

Griechische Truhen hatten das Aussehen von Giebelhäusern und waren häufig mit Bronzebeschlägen und Intarsienarbeiten verziert. Diese Truhenform war schon im antiken Ägypten bekannt und hat sich bis ins 19. Jahrhundert hinein erhalten.

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