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... Luigi Colani ( 1928- )

In unserem Bereich sind 99,9 Prozent Deppen." Luigi Colani über seine Berufskollegen.

Flug- und Fahrzeuge, Kugelküchen und Kinderhocker - mit seinen biomorph gerundeten Formen eckte Luigi Colani in der Industrie an und schreckte die Vertreter der langweilig gewordenen „Guten Form" auf. Der deutsche Staatsbürger mit dem italienischen Namen brachte das Wort „Design" ins Pantoffelkino und in die Boulevardpresse. Seine Schaumschlägereien und Schimpfkaskaden wurden von Kollegen meist mit Achselzucken und der Bemerkung, Colani sei kein richtiger Industrie-Designer, gekontert. Für sein Rosenthal-Teeservice bekam der „Kinski des Design" 1972 gleichwohl den hannoverschen Preis „Gute Industrieform".

Lutz Colani wurde am 2. August 1928 in Berlin als Sohn eines Filmarchitekten geboren. Colani studierte in Berlin und Paris Malerei, Bildhauerei und Aerodynamik. Mit seiner ergonomischen und „organischen Formgebung", einer Vorliebe für Kunststoffmaterialien sowie einem ungebrochenen Glauben an den technischen Fortschritt wurde Colani einer der prominentesten Designer der sechziger und siebziger Jahre. Er gestaltete vor allem Möbel, Haushaltsgeräte und Geschirr, aber auch Verkehrssysteme, Rennboote, Rennwagen und Damen-Mode. Wichtige Beispiele seines Schaffens sind der Kinderstuhl mini 01 mit dem Tisch mini 05 aus vakuum-verchromtem Spezialkunststoff von 1967 (siehe Galvanisieren), das Teeservice drop von 1970, das er für die Firma Rosenthal entwarf und das 1972 mit dem Bundespreis „Die gute Industrieform" ausgezeichnet wurde, die Küchenkugel von 1970, das Spielgerät Wuppi, eine Art Wippe, von 1973, die Schreibgeräte No 1 von 1981 und 441/432 von 1986 für die Firma Pelikan sowie die Kundenterminals der Noris-Bank von 1988.

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