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...Byzanz

 Byzantinische Möbel und Möbel des frühen Mittelalters Obwohl sich aus frühchristlicher (siehe frühchristliche Kunst und Architektur) und byzantinischer Zeit (siehe byzantinische Kunst und Architektur) zahlreiche Kunstwerke erhalten haben, fand man bis heute nur wenige Hinweise auf Möbel. Die Pracht der Sakralbauten des Byzantinischen Reiches in Istanbul und Ravenna lassen jedoch den Schluss zu, dass die Möblierung in den palastähnlichen Wohnhäusern der Herrscherfamilien ebenfalls prächtig gewesen sein muss. Die Kathedra, ein thronartiges Sitzmöbel des Erzbischofs Maximian (um 550, Erzbischöfliches Museum, Ravenna), ein Meisterstück aus Elfenbein, das in einen hölzernen Rahmen eingefasst ist, diente sakralen Zwecken, doch offenbart sie sehr schön die Verzierungskunst jener Zeit und lässt daher Rückschlüsse auf den byzantinischen Möbelbau zu.

Der Thron Dagoberts I. (um 600, Bibliothèque Nationale, Paris), ein Faltstuhl aus Bronze, besitzt die aus dem römischen Möbelbau übernommenen Tierbeine. Manuskripte und verschiedene Mosaiken beweisen, dass das frühchristliche Kunsthandwerk trotz starker römischer Einflüsse in konstruktiver Hinsicht einfacher und in der Ornamentik abstrakter war. Auch wurde das römische Hochrelief durch flachere Muster ersetzt.

Für den Möbelbau der Romanik (1000 bis etwa 1200, siehe romanische Kunst und Architektur) gibt es ebenfalls nur wenige Zeugnisse. Einige französische Skulpturen geben allerdings Auskunft darüber, dass man häufig vereinfachte Abwandlungen griechischer und römischer Ornamente verwendete. Stühle mit gedrechselten Beinen fand man in Skandinavien, ebenso Holztruhen, die schematisierte geometrische Muster aufweisen, wie sie in der Romanik gebräuchlich waren.

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