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... Otl Aicher ( 1922- 1991 )

 

Er stellte sich die Welt als Entwurf vor, hielt das Auto für einen nützlichen Gegenstand und plädierte für die Küche als Kommunikationsraum: Otl Aicher (1922 -1991) begann als Bildhauer, gehörte zu dem Kreis um die Widerstandsgruppe der „Weißen Rose" und - zusammen mit Max Bill und seiner späteren Frau Inge Scholl - zu den Initiatoren der HfG Ulm. Aicher mißtraute dem Rückzug auf die individuelle künstlerische Position und suchte nach der jeweils besten Lösung - für das Corporate Design der Lufthansa ebenso wie der Olympiade in München. Von 1972 an arbeitete er in Rotis im Allgäu - dem Ort, nach dem er seine Schrift, die Rotis, benannte.

Otto Aicher wurde am 13. Mai 1922 in Ulm geboren und studierte an der Bayerischen Akademie der Künste in München. 1949 war er Mitbegründer der Hochschule für Gestaltung in Ulm, an der er lange Jahre als Dozent für Visuelle Kommunikation tätig war. 1958 wurde er Gastprofessor in Yale, 1959 in Rio de Janeiro. Von 1965 bis 1968 war er Leiter der Ulmer Hochschule. 1969 erhielt er den Auftrag, das visuelle Design für die Olympischen Spiele 1972 in München zu entwickeln. Die Ausführung verschaffte ihm weltweite Anerkennung. Bekannt wurde er auch für seine Piktogramme zur Orientierung auf Flughäfen, Bahnhöfen usw. Für Firmen wie BMW, Braun, Lufthansa und die Westdeutsche Landesbank entwarf er das Corporate-Identity-Konzept. Berühmt wurden auch seine Design-Entwürfe für Einrichtungsgegenstände (Bulthaup-Küche). 1988 kreierte er eine neue Schrift, die er „Rotis" nannte, nach dem Ort im Allgäu, in dem er bis zu seinem Tod lebte.

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