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Prince Eisenherz und Tarzan von Hal Foster (1892-1979) zusammengestellt von Mirja und Anne
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Harold Rudolph Foster, der spätere Schöpfer von Prinz Eisenherz, wurde 1892 in Halifax/Neuschottland (Kanada) geboren. Mit 14 Jahren verließ er die Schule, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, die durch den frühen Tod seines Vaters 1896 in arge Not geraten war. Bevor er 1910 seinen ersten Illustrationsauftrag erhielt hatte der Autodidakt schon als Bürobote, Preisboxer, Stenograph, Jagdführer, Fallensteller und Goldsucher gejobt. Nach 10 abwechslungsreichen Jahren als Illustrator und Werbezeichner fuhr Foster 1921 per Fahrrad in 1500 Kilometer entfernte Chicago.Auch die ersten Jahre in den USA arbeitete Foster vor allem für Werbeagenturen und besuchte die Abendkurse am Art Institute und an der Academy of Fine Arts. Über einen seiner Auftraggeber lernte er Joseph H. Nebbe kennen, der von Edgar Rice Burrough die Rechte für einen Tarzan-Strip erworben hatte. Nebbe gewann Foster als Zeichner für sein Projekt und so erschien am 7. Januar 1929 der erste Tarzan-Daily in 13 amerikanischen Zeitungen.

Foster mochte seinen neuen Job nicht besonders. Er verstand sich als Angehöriger eines traditionsreichen Handwerks und die Funnypages der Zeitungen sah er zunächst als minderwertig an. So erfüllte er seinen Vertrag Burroughs Roman "Tarzan of the Apes" in 60 Strips umzusetzen und wandte sich anschließend wieder der Werbung zu. Da das Anzeigengeschäft jedoch durch die Wirtschaftskrise rückläufig war, kehrte er wieder zu den Comics zurück und übernahm 1931 die Tarzan-Sonntagsseite.

Unzufrieden damit eine Serie zu zeichnen, die nicht von ihm geschrieben wurde, begann Foster 1935 mit dem King Features Syndicate über die Publikation einer eigenen Serie zu verhandeln. Dem Zeitungsverleger William Randolph Hearst war die grafische Brillanz Fosters Zeichnungen aufgefallen, daher warb dieser Foster ab, und bot ihm an, eine neue Serie ganz nach eigenen Vorstellungen zu zeichnen.

Diese Serie war Prince Valiant, oder auch Prinz Eisenherz, deren erste Folge am 13. Februar 1937 gedruckt wurde. Foster war zu diesem Zeitpunkt 45 Jahre alt. Prinz Eisenherz wurde eine der erfolgreichsten Comicserien aller Zeiten.


Prinz Eisenherz & König Arthur

Das Fazinierende an der Geschichte von Prinz Eisenherz ist nicht nur der detailgetreue Zeichenstil und die perfekte Recherche von Geschichte (Arthus Sage) und Landschaften (England, Frankreich, Norwegen), sondern auch die verschiedenen Charaktere -teils historisch, teils fiktiv- die geschickt in einem großen Rahmen eingewoben werden, so daß sie als ein unlösbarer Bestandteil der historischen Geschichte angesehen werden.

 

Zur Handlung:

Von Thronräubern vertrieben, kommt König Aguar von Thule im Jahre 425 nach Britannien, wo sein Sohn in einer von Nebeln verhangenen Inselwelt aufwächst. Der Prinz erlernt die Jagd, übt sich in der Kunst des Kampfes und besteht erste Abenteuer mit den Bewohnern seiner geheimnisvollen Umgebung. Bald schon jedoch lockt ihn die Ferne, und als Knappe des berühmten Ritters Lancelot gelangt er schließlich nach Camelot, der Burg König Arthurs, wo er in Kampfeskunst und höfischem Verhalten unterwiesen wird und sich schließlich als ausgezeichneter Stratege erweist: Dank seines klugen Plans kann Arthurs Heer die angreifenden Sachsen besiegen, und Arthur schlägt den jungen Prinzen zum Ritter. In der Folge unternimmt Eisenherz ausgedehnte Reisen voller Abenteuer, die ihn bis an die Chinesische Mauer und in die Neue Welt führen, und schließlich lernt er die bezaubernde Aleta kennen, die er nach zahlreichen gemeinsam bestandenen Gefahren heiratet und die ihm wenig später einen ersten Sohn schenkt.

Foster zeichnete Prinz Eisenherz bis zu seinem Rückzug aus dem Comicgeschäft in den siebziger Jahren. Bereits zu Beginn der 50er Jahre wurde "Prinz Eisenherz" auch ins Deutsche übersetzt und eroberte sich vor allem wegen der epischen Abenteuerstorys und Fosters aufwendiger Zeichenkunst - er arbeitete über 50 Stunden an einer einzigen Seite - schnell eine feste Fangemeinde. Dieser Zeichenstil erlaubte es Foster kaum, neben Prinz Eisenherz andere Comics zu zeichnen.

 

 

Die einzige Ausnahme war 1943 der kurze Strip "Das Lied von Bernadette". Als Zusatzstrip für die Prinz Eisenherz-Seite entstand außerdem 1944/45 "Die Abenteuer zweier Ritterknaben".

 

Fosters langjähriger Assistent John Cullen Murphy übernahm seit 1971 in einem annähernd 10 Jahre dauernden Prozeß schrittweise den Strip aus den Händen seines Meisters, der sich erst 1979 ganz von Prinz Eisenherz verabschiedete.

 

John Cullen Murphy

Bis zu diesem Zeitpunkt bestimmte Foster den Lauf der Handlung weiter, teilte die Bildseiten auf und ließ sich die gezeichneten Seiten stets vorlegen. Foster hatte sich vor allem deswegen für Murphy entschieden, weil auch er den historischen Hintergrund der Eisenherz Saga gut kannte, und weil er Figuren malen konnte, die lt. Foster "mit den Händen erzählen können. Die meisten Zeichner achten nur auf das Gesicht, übersehen dabei aber, das die Mimik des Gesichts sich auch in den Händen wiederspiegel muß".
Die Figuren wirken zunächst unter Murphy´s Feder recht grobschlächtig, auch die Proportionen stimmten plötzlich nicht mehr so ganz überein. Im Laufe der Zeit näherte er sich aber immer mehr dem Zeichenstil seines Meisters an, so daß heute die Geschichte von
Prinz Eisenherz in guten Händen ist.

Foster starb am 25.07.1982 in Spring Hill/Florida. Murpy und sein Sohn zeichnen Prinz Eisenherz noch bis heute.

© aller Zeichnungen bei den jeweiligen Zeichnern und Verlagen

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