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Otto Messmer (1892- 1983)

Director / Miscellaneous crew / Writer

Date of birth : 16 August 1892, Union City, New Jersey, USA

Date of death : 28 October 1983, Fort Lee, New Jersey, USA

Otto Messmer erinnert sich an einen wichtigen Augenblick in der Geschichte des Zeichentrickfilms: »Das Studio hatte sehr viel Arbeit, da bat mich Sullivan, in meiner Freizeit zu Hause mal schnell einen Film zu zeichnen. Ich entledigte mich sehr schnell der Aufgabe und zeichnete eine schwarze Katze, die von einer Maus an der Nase herumgeführt wird. In diese Geschichte brachte ich eine Menge von bildlichen Gags mit hinein. Paramount gefiel das, und die Gesellschaft lockte mit einem Vertrag für ihr Paramount Screen Magazine. Der Film wurde ein voller Erfolg bei den Zuschauern. Ich schrieb ihn und zeichnete ihn allein mit einigen Mitarbeitern des Studios. Die Beliebtheit dieser schwarzen Katze stieg ständig an, und als Forderungen nach weiteren Folgen immer häufiger kamen, stellte mir Sullivan weitere Zeichner zur Verfügung, damit sie mir,zu unterschiedlichen Zeiten zur Hand gehen konnten.«

Der Name Felix stammte von John King, der den Kontrastzwischen »Felix« und »Felicity« mochte (Felicity = glücklicher Einfall), hinzu kam der ganze Aberglaube, der schwarzen Katzen anhängt. Messmer hatte Felix schwarz gezeichnet, da er sich dadurch eine ganze Menge Arbeit ersparte, denn »viele Linien und andere zeichnerische Dinge fielen dabei weg, und ein fester Körper in Schwarz bewegt sich besser«.

Messmer erinnert sich daran, daß der Name der ersten Folge Feline Follies hieß, die aus dem Jahre 1919 stammt, und daß die zweite Folge den Titel Musical News erhielt, nachdem die schwarze Katze (oder vielmehr der schwarze Kater) endlich seinen Namen Felix bekommen hatte (bei uns: Felix der Kater). Der Entwurf des Charakters unterschied sich wesentlich von dem Aussehen, das Felix in späteren Jahren bekam. John Canemaker beschrieb diese frühe Version von Felix mit den Worten »eckiger Hund«.

Eckig oder nicht, für Sullivan war Felix erfolgreich genug, um sich auszubreiten. Gegen Ende des Jahres 1921 verließ er die Paramount und unterzeichnete einen Vertrag mit M.J. (Margaret) Winkler, die die Filme weltweit verlieh. Sullivan verpflichtete sich, monatlich einen Film zu liefern, und der erste Kurzfilm, der an M.J. Winkler ausgeliefert wurde (Anfang 1922), trug den Titel Felix Saves the Day. Arg genug, denn dieser Film ist Otto Messmers Favorit unter den Filmen dieser Serie, nicht so wegen seiner Handlung (in der Felix als Maskottchen der New Yorker Yankees agiert, und zwar als Glücksbringer im wahrsten Sinne des Wortes), sondern mehr aus der Tatsache heraus, daß er ihn fast ausschließlich allein zeichnete.

Felix wurde o ft als der Charlie Chaplin un ter den Zeichentrickfiguren bezeichnet. Mark Langer schrieb: »Wie Chaplin, so ist auch Felix ein Einzelgänger, ein Einsamer, in einer feindseligen und sehr interesselosen Welt, der Klugheit und Wendigkeit mit einem Touch von Verderbtheit verbindet, um zu überleben.

Wenn Messmer berichtet, welche Formel der Figur von Felix zum Erfolg verhalf, so ist das entwaffnend einfach: »Ich setzte Akzente für die Persönlichkeit von Felix, indem ich seine Augen und seine Gesichtszüge bewegte und begann jeden Film mit einem besonderen Thema, das das Interesse des Zuschauers wachrief.«

Die Zeichentrickfilme aus der Felix-Serie der späten zwanziger Jahre sind bemerkenswert intelligent, was Witz und Filmtechnik anbelangt. Abgesehen von dem Handicap, keine Stimme zu haben, ist Felix trotzdem von dem Flair umgeben, eine bemerkenswertere »Persönlichkeit« zu sein als jeder spätere Zeichentrick-Star nach ihm.

Unglücklicherweise erlebte Felix das Aufkommen des Tonfilms, die Tonfilmära überhaupt, nicht. Pat Sullivan ließ sich von den Möglichkeiten des Tons und des Tonfilms nicht beeindrucken, und hatte überhaupt kein Interesse daran, Geld in etwas zu stecken, von dem er nicht überzeugt war. Das Ergebnis lag auf der Hand: Innerhalb eines Jahres sank die Popularität von Felix, dem Kater, und er war veraltet.

Otto Messmer selbst trennte sich vom Zeichentrickfilm, als Sullivans Studio zusammenklappte, und lediglich Mitte der vierziger Jahre kehrte er kurz zu den Famous Studios zurück, um dort als Geschichtenerfinder seine Arbeit zu verrichten. Es dauerte noch bis zum Jahre 1967, bis er von offizieller Seite Anerkennung für seine Pionierarbeit mit Felix und innerhalb des Zeichentrickfilms erhielt, und in den darauffolgenden Jahren versuchten verschiedene Institutionen und Filmenthusiasten, diesem Meister und Schöpfer lebendigen Zeichentrickfilms die erforderliche Huldigung angedeihen zu lassen, nachdem er mehr als ein halbes Menschenalter der Vergessenheit preisgegeben war.

Director - filmography Auszug

  1. Bold King Cole (1936)
  2. Neptune Nonsense (1936)
  3. Goose That Laid the Golden Eggs, The (1936)
    ... aka Felix the Cat and the Goose That Laid the Golden Eggs (1936)
  4.  
  5. Astronomeows (1928)
  6. Futuritzy (1928)
  7. Outdoor Indore (1928)
  8. In and Out-Laws (1928)
  9. Arabiantics (1928)
  10. Eskimotive (1928)
  11. Sure-Locked Homes (1928)
  12. Comicalamities (1928)
  13.  
  14. Flim Flam Films (1927)
  15. Wise Guise (1927)
  16. Non-Stop Fright, The (1927)
  17. Felix the Cat, Jack of All Trades (1927)
  18.  
  19. Scrambed Eggs (1926)
  20. Two Lips Time (1926)
  21.  
  22. Felix the Cat Spots the Spooks (1926)
  23. Felix the Cat Dines and Pines (1926)
  24.  
  25. Felix Rests in Peace (1925)
  26. Felix Follows the Swallows (1925)
  27. Felix All Puzzled (1925)
  28.  
  29. Felix Finds Out (1924)
  30. Felix Goes West (1924)
  31. Felix All Balled Up (1924)
  32.  
  33. Felix in Fairyland (1923)
  34. Felix in Hollywood (1923)
  35. Felix Strikes It Rich (1923)
  36.  
  37. Felix Minds the Kid (1922)
  38. Felix Wakes Up (1922)
  39.  
  40. Kill or Cure (1920)
    Musical Mews (1919)
  41. Adventures of Felix, The (1919)
  42. Feline Follies (1919)


Miscellaneous crew - filmography

  1. Sammie Johnsin Slumbers Not (1916) (animator)
  2. Sammie Johnsin and His Wonderful Lamp (1916) (animator)
  3. Sammie Johnsin's Love Affair (1916) (animator)


Writer - filmography

  1. Musica-Lulu (1947)
  2. Rocket to Mars (1946) (story)
  3. Old MacDonald Had a Farm (1946)
  4. Peep in the Deep (1946)
  5. Bargain Counter Attack (1946)
  6. Casper the Friendly Ghost (1945)
    ... aka Friendly Ghost, The (1945)
  7. She-Sick Sailors (1944) (story)

     

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