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Geschichte des Comic

Vorläufer / Frühe Cartoons / Der klassische Comic / Nach 1945 / Nach 1990 / Literatur / Links

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Vorläufer des Comic- Bilderbögen

Als direkter Vorläufer des Comic gelten die Bilderbögen, sieht man einmal von den älteren historischen Vorläufern wie den Höhlenmalereien der Steinzeit, den äqyptischen Wandmalereien und den Hochdruck- und Tiefdruckbildgeschichten seit dem Mittelalter ab.

1780
William Hogarth (1780) zeichnete und druckte satierische Cartoons mit moralischer Funktion: "The Harlots Progress", "The Rakes Progress" und "Marriage a la Mode".

1830
Rodolphe Töpfer ( 1830/40) ein Freund Goethes zeichnete Bild bei Bild Geschichten.


Frühe Cartoons

 Ab 1870 gibt es in den USA wöchentliche Humor-cartoons. Die Entwicklung ging von Einzelbildern zu Serien. 1890 waren multipanels in Mode, vor allem in Samstags - und SonntagsZeitungen. Eine Neuigkeit war der Farbdruck.

1865
Max und Moritz von Wilhelm Busch, gereimte Texte als Bildunterschriften.(1871 in amerikan. Übersetzung)

1867
Ally Sloper, ein rüder Saufbold, wird proletar. Volksheld in England. Gezeichnet von Charles Ross und Marie Duval, später auch von anderen Zeichnern (erstesmal, daß eine Figur an anderen Zeichner weitergereicht wurde).

1876
Puck, Judge und Life -Magazine in den USA 1. wöchentliches HumorKartoon

1895
Richard Outcoult Hogans Alley (in Sunday World von Pulitzer). Naturalistische Hinterhofszenen, comiclike aber Mickey Dugan, the
Yellow Kid (wg. seinem gelben Nachthemd; ab 1896). Outcraft benutzte teilweise schon Sprechblasen, ansonten finden sich die Texte als Bildunterschriften oder ins Bild offen integriert.


Der klassische Comic



Zwischen 1895 und 1905 etablieren sich die formalen Konventionen des Comicformates. Ab 1910 findet eine Standartierung des Comic statt.
1906 gab es mit >Humorous Phases Of Funny Faces< den ersten animiereten Zeichentrick,von J.Stuart Blackton. 1908 maacht der Zeitungscortoonist Winsor McCay mit >Little Nemo< einen animierten Zeichentrickfilm, es folgt >Gertie The Dinosaur<. 1913 gibt es zwei animierte Serien >Colonel Heeza Liar< von J.R. Bray und >Old Doc Yak< von Sidney Smith. Earl Hurd hat die Idee die Figuren auf Folien zu malen, damit brauchte man nur noch die bewegten Figuren neu zu zeichnen und nicht mehr jedes Bild ganz. 1917 bringt Max Fleischer > Out Of The Inkwell< , eine Serie mit liveaction kombiniert mit Trickzeichnung.

1897
Rudolph Dirks
"Katzenjammer Kids", der erste richtige Comic Strip, erscheint in Hearsts Zeitungen. Ein Kapitain,eine Tante und Kids, die Streiche aushecken, im Buschstil, versetzt mit dt. Wortbrocken in Sprechbalsen



1899
Happy Hooligan von Frederik Burr Opper. Comicstil, Sprechbalsen fest eingeführt. Ewig Geschichte vom Typen, der seine Frau nicht bekommt.


1902
Mit Outcaults >
Buster Brown< beginnt dann der zweite klassische Comic-Strip nach den >Katzenjammer Kids<.

1903
Gustav Verbecks
"Upside Downs": Story mußte auf Kopf stehend weitergelsen werden. Verücktes Experiment, welches nie wiederholt wurde. Hielt er immerhin ein Jahr durch.

1905
Winsor McCay zeichnet grafisch virtuos
Little Nemo. Ein Junge rennt durch fantastische Traumlandschaften, wachte am Ende meist unsanft auf.


1913
Surreales Meisterwerk
Krazy Kat von George Herriman. 30 Jahre lang verfolgt verliebte Katze die Maus, die mit Backsteinen um sich wirft, während der ebenfalls verliebte Polizeihund hinter der Katze her ist. Hearst war ein erklärter Fan der Serie, was mit ein Grund für ihr langes Überleben sein dürfte.


1918
E.C. Segar erfindet das >
Thimble Theatre< und bringt eine Anzahl erinnerbarer Charktere. Er läßt nach 10 Jahren erstmals Popeye in seinem >Thimble Theatre< auftreten (1929). Popeye boxt sich schnell nach vorne, trotz Segars etwas hölzernem Zeichenstil (er galt als "schlechtester Zeicher seiner Zeit"). Nichtsdestotrotz verbuchte die amerikan. Spinatindustrie mit dem Auftauchen Popeyes ein 30 prozentiges Umsatzplus.


1925
Zeit des verstärkten Aufkommens von sog.
Eight Pagers, wo bekannte Comihelden ihre sexuellen Gelüste ausleben.

1927
Mit
Felix wird erstmals eine Film-Trickheld zur Comic-Figur. Gezeichnet wird der Kater von Otto Messmer.


1929
Hal Foster zeichnet
Tarzan, danach 18 Jahre lang Rex Maxon, später Burne Hogarth mit Bildern von mythischer Kraft.


1929
Tim und Struppi des Belgiers Herge. Herge gilt als wichtigster Pionier des europäischen Comics. Seine "klare Linie", die auf alle Schraffuren oder Schatten verzichtet, wurde vielfach übernommen. 1941 kam der fluchende Kapitän Haddock dazu, 1943 der schusselige Bienlein. Das Werk ist akribisch zusammengetragen und um Authentizität bemüht.


1930
Chic Young läßt ganz Amerika mitfiebern, ob
Blondie und Dagwood Bunstead sich endlich finden werden. Sie heiraten schließlich 1933, bekommen 1934 das erste Comicbaby, und 1941 entschieden 430000 Menschen über den Namen des zweiten Kindes (Cookie).


1930
Disney bringt den ersten Tonfilm:
Mickey Mouse. Ab 1933 wird Micky vom Floyed Gottfredson bis 1975 betreut.


1931
Chester Gould zeichnet
Dick Tracy, zwar ziemlich karikiert, aber mit dichten Storys.


1934
E.O.Plauen bringt poetische, liebevolle Serie
Vater und Sohn (bis 37). Wurde schnell erfolgreich (und viel beneidet). Beging 1944, nach GESTAPO-Verhaftung, Selbstmord.


1934
Mai 1934 erscheint das erste monatlich erscheinende ComicHeft der Geschichte am Zeitschriftenstand in NY für 10 Cent: >Famous Funnies < No1, verlegt von Max Gaines. Es besteht aus Reprints der "Sunday Funnies",der "Gelben Seiten" der Zeitungen. Gaines gründet später den EC- Verlag
 
Therry and the Pirates von Milton Caniff, der Wegbereiter des Abenteuer- und Reisecomics.


1935
Alex Raymond zeichnet so erfokgreiche Serien wie Secret Agent X-9, Jungle Jim,
Flash Gordon (1940) und Rip Kirby (1947).


1936
Phantom von Ray Moore: B-Comic, v.a. in Europa erfolgreich.

1937
Hal Foster läßt die Tarzan-Sonntagsseite sausen, zeichnet dafür >
Prinz Eisenherz<. Wie immer im klass. Illustrationsstil ohne Sprechbalsen.


1938
1.Juni erscheint der erste >super hero<. Jerry Siegel und Joe Schuster lassen
>Superman< den Untergang von Krypton erleben. Verkaufen leichtsinnigerweise die Rechte an ihrer Figur für 200 Dollar an DC ( Donenfeld Comics). Ihnen wurde 1940 gekündigt, nachdem sie gegen Superboy protestiert hatten. 1978 bekamen sie eine Abfindung und jährliche Rente zugesprochen, damit Superman-Film keine negative Presse bekommt. Es folgen >Captain America<,die >Avengers<,>Doctor Strange< ,>Wonder Woman<,>Hulk<und Silversurfer.



1939
Bei DC erscheint
Batman (eigentl. The Bat-Man) von Bob Cane und Bill Finger (Detectiv Comics #27). Nicht gerade ein Saubermann und erst nach einigen Folgen von der Polizei anerkannt.


1941

1941 gibt es 30 Comic-Verlage mit ca. 150 verschiedenen monatlich erscheinenden Heften, mit einer Aufl von monatl.15 Millionen Stück
Wonderwomen von Psychologen William Moulton und Harry Peter schlägt sich erfolgreich in der Gerechrtigkeitsliega und bekommt eigenes Heft (trotz oder gerade wegen der emanipatorischen Botschaften). Interessant ist ihr magisches Lasso, das jeden zwingt, die Wahrheit zu sagen - Moulton hat 1915 den Lügendedektor erfunden!

1943

1943 haben sich die Comicheftumsätze nochmal s verdoppelt auf monatl. 30 Millionen Stück
Carl Barks debüttiert mit
Donald Duck. Er wurde zum besten und populärsten Zeichner bei Disney. Der geizige Dagobert kam 1947 dazu, der Glückspilz Gustav Gans 1948, die geldgierigen Panzerknacker 1951 und der genaile Daniel Düsentrieb 1962. Durch Fans angeregt malte Barks einige Donald-Bilder in Öl, die bereits 1980 für 42000 Dollar versteigert wurden, 1991 ging eines für 300000 Dollar jedoch nicht weg. Barks zeichnet Donald bis 1968 (?).


Nach dem 2ten Weltkrieg



1946
Morris debüttieret mit
Luky Luke. Zuerst humoristisch, später gekonnte Genreparodie. Gastauftritte populärer Personen, wie Lee van Cleef, Sean Connery, ...
Ab 55 schrieb Goscinny die Stories (Goscinny zeichnete selbst auch, aber eher schlecht als recht, so konnte er z.B. keine Autos malen, weshalb amerikan. Großstädte bei ihm zu Fußgängerzonen verkamen).

1947 Bill Gaines ( Sohn von Max Gaines) und Al Feldstein kreieren das Horror Genre beim EC-Verlag

1948 ::Archie setzt den Trend für Teenage-Comics.
1949
Walt Kelly zeichnet in
Pogo den politischen Alltag nach. Bekannt für sein Lettering in den Sprechblasen.

1950
Martin Schmidt wollte Comics (primitivste Form der Kommunikation) verulken, wobei
Nick Knattterton herauskam. Dessen slapstikhaften Kriminalfälle kamen bis 1961 in der Quick.


1950
Charles Schulz liefert mit den
Peanuts den erfolgreichsten Strip aller Zeiten ab. Sein geschätztes Einkommen liegt daher bei 62 Mio Dollar im Jahr.


1950
Mort Walker schickt - überaus erfolgreich -
Beetly Baily zum Bund.

1952
Der Satiere-Comic MAD von Harvey Kurtzmann erscheint bei EC-Comics, nachdem ihre Horrorgeschichten in der McCarthy-Hysterie der Zensur zum Opfer fielen. Oder genauer: Da sie nicht dem Comic-Code entsprachen, fand sie keine Vertriebswege mehr, so daß sie schließlich aufgeben mußten.
Alfred E. Neumann ist MAD´s Maskottchen die Verkörperung all dessen was die bürgerliche Welt tunlichst vermeiden will.Er ist die personifizierte Version der Massenkultur,ein Nerd: ein hohler Bastard. Seine Sprüche sind " What-me worry?" und "You could do worse, and always have!"
In MAD erscheinen auch die Comics
Spy&Spy von und die Don Martin Comics . MAD war der Link zu den späteren Underground Comics

1953

Rolf Kauka beginnt Comic-Produktion im Stile Disneys in der BRD.
Fix und Foxi. Nach 20 Jahren ließ Kauka Fix und Foxi enden, nachdem im gleichen Heft ein Bild von Madonna auftauchte.

1953
Paul Murry zeichnet
Micky Maus und Goofy weiter (bis 1984).

1960
Mit der Neuauflage (?) der Gerechtigkeitsliga bringt DC eine Comic-Form heraus, in der gefahrlos getestet werden kann, welche Superhelden beim Publikum ankommen und welche nicht. Die Helden die Erfolg hatten, bekamen ein eigenes Heft.

1961
Goscinny und Uderzo veröffentl. ersten
Asterix Band mit einer Auflage von 6000 Stk. 2.Band 1962 bereits 20000 Stk, 63 40000 Stk, ... heute ca. 2 Mio, obwohl Asterix seit Goscinnys Tod (77) deutlich nachgelassen hat - auch wenn der Multimillionär Uderzo das nicht gerne hört.


1961
Marvel registriert die Erfolge bei DC und bringt mit den
>Fantastischen Vier< ebenfalls eine Superhelden-Gruppe zustande, die aber im Gegensatz zu den DC-Helden nicht immun sind gegen seelische Pein. Zeichner/Texter: Stand Lee (Chefredakteur), Jack Kirby.

1962
Die Spinne von Lee und Steve Ditko wird zum erfolgreichsten Superheld der 60er. Soap-Opera, Peter Parker im Bad der Gefühle, genial!
 

1963
Charlier und Giraud legen mit
Blueberry die überzeugenste Westernserie vor, die das Medium Comic hervorgebracht hat. Epische, komplexe Handlungen, aber auch zeichnerisch hervorragend gestaltet.


1963

Unter dem Pseudonym Moebius zeichnete der Frz. Geraud die Wirklichkeit neu. Seine Experimente sind stark von amerikan. Underground-Comix geprägt. Sein
Arzach von 1975 beeinflußte die Comicszene nachhaltig.


1963
Mit
X-Men lassen Chris Claremont und Dave Cockrum eine internationale Heldetruppe bei Marvel ins Rennen gehen. Bereits nach drei Ausgaben lassen sie Indianer Thunderbird sterben (erstmals in Superhelden-Comics). V.a. der cholerische, rauchende, trinkende Wolverine aus Kanada prägt einen neuen, härteren Heldentypen.

1964
Die Veröffentlichung der freiherzigen Weltraum-Blondine
Barbarella von Jean-Claude Forest sorgt in Frankreich für einen Skandal. 1968 kommt der gleichnamige Film mit Jane Fonda in der Hauptrolle heraus.
 

1967
Robert Crumb bringt
Zap: Beginn der Underground-Comix, die sich nicht an den Comic-Code hielten. Crumb zeichnete Mr. Natural, Fritz The Cat. Thema war immer wieder Bewußtseinänderung durch Drogen, sexuelle Perversionen. 1972 wurde Fritz The Cat verfilmt, was Crumb nicht gefiel.
 

1967
Freak Brothers von Gilbert Shelton. Er ließ es Disney-Figuren miteinander treiben.

1970

Paulette von George Pichard und George Wolinski in Frankreich. Eine schrille und erotische Satire.

1970
Doonsbury von Garry Trudeau zeichnet die amerikanische Tagespolitik in antikonsverativer Weise nach, wird so zur nationalen Institution.

1975
Moebius führt die Direktkolorierung ein.

1978
Der pizzafressende
Garfield von Jim Davis mausert sich zum zweiterfolgreichsten Strip aller Zeiten.
 
1981 Werner - oder Was? von Brösel alias Rötger Feldmann erscheint im Semmel Verlag


1982
Katsuhiro Otomo, beein flußt von Moebius, revolutioniert Mangas - im Ggs. zu seinen Kollegen zeichnete er nicht nur Hintergründe naturalistisch, sondern auch die handelenden Personen. Bis 1988 umfaßte sein
Akira 2000 Seiten. Der anschließende Film machte die Mangas dann weltweit bekannt.
 

1981

Werner von Brösel schafft für ein halbes Jahr den Sprung auf Platz 1 der Bestseller-Listen. 200000 Fans kommen zum Horex-Rennen, 1990 kommt der Film. Werner prägte das Szenejargon der 80er ("Bescheid", "Flasch Bier").

19??
Kevin Eastmann und Peter Laid erfinden >Teenage Mutant Ninja Turtles<.

 1985
Erster Computer-Comic:
Shatter von Michael Saenz. Einstellung nach 14 Ausgaben.

1986
Maus von Art Spegelmann in den USA.

1986
The Fark Knight Returns von Frank Miller. Ein gealterter Batman demontiert das platte Superhelden-Image.


1987
Der bewegte Mann von Ralf König spielt im Schwulenmileu. Der Film wurde mit 6 Mio Zuschauer zum zweiterfolgreichsten Film Deutschlands.
> Das Kleine Arschloch< .

1989 bekommen die Simpsons von Matt Groening eigene Serie im US- TV nachdem sie seit 1987 im US TV in der Tracey Ullman Show auf Fox zu sehen waren.

Nach dem Fall der Mauer


1990
erscheint >Das Kleine Arschloch< von Walter Moers

1992
Die amerikan. Comic-Branche macht 600 Mio Dollar Umsatz. 32% gehen an Marvel, 20% an DC. Image von Todd McFarlane, dem ehemaligen Spider-Zeichner mit Kultstatus, sichert sich rasch 12% vom Kuchen. Marvel und DC gehen verstärkt Kooperation mit Crossover-Stories ein (bereits 1977 trafen Supermann und Spider zusammen, der Höhepunkt war aber erst 1995).


1993 Dilbert wird erster Internet-Comic. 1993 und 95-98 im US TV
1997 wird South Park von Matt Stone und Trey Parker als TV Serie vorgestellt, ein reiner TV-Comic der in seiner Figurengestaltung eine neue Einfachheit einleitet. Die Figuren bestehen aus wenigen flächigen Farbformen , wie ausgesschnitten.

2001 Mit HARTMUT des Zeichners Haggi kommt ein comic auf den Markt der wieder zum einfachsten der Darstellung zurückfindet, zum Strichmännchen. Ein Reflex der jungen Wilden und er Minimal Art. 



Literatur:

Richard Marschall >America`s great comic-strips artists< Stewart,Tabori&Chang ,NY,1997

Cecolini, Nubbin>Comics< Michael Friedmann Inc.,1992

Christopher Finch > The Art of Walt Disney<, H. Abrams Inc. NY, 1995

Scott McCloud> Comics richtig lesen<, Carlsen Verlag, 1994

Links: http://www.henrys.de/daniel/base.htm und comic.de

kunstwissen.de

 
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