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Rene Goscinny (1926-1977)

René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Paris geboren. Seine Familie wanderte nach Argentinien aus, als er gerade 2 Jahre alt war. Goscinny verlebte seine Jugend in Buenos Aires, wo er am Collège Francais studierte. Als er 17 war, starb sein Vater. Um die Familie finanziell zu unterstützen nahm Goscinny eine Stelle als Hilfsarbeiter an. Später assistierte er einem Werbezeichner. 1945 reiste er auf Einladung seines Onkels nach den USA und suchte da Arbeit. Aber dort wollte ihn gleich die Armee einziehen. Goscinny ließ sich lieber in Frankreich rekrutieren. 1946 kehrte er in seine Heimat zurück.

Kaum in Frankreich angekommen, schickte ihn die Armee nach den USA zurück. 1948 lernte er nach Entlassung aus dem Militärdienst im Charles William Harvey Kurtzmann Studio die Zeichner Will Elder, John Severin und Kurtzmann kennen, die später das MAD-Magazin gründeten. Goscinny arbeitete zwei Jahre als Comic-Zeichner in dem Studio, dann wurde er Art-Director eines Kinderbuch-Verlages. In dieser Zeit lernte er Joseph Gillain (Jijé), Morris, Dupuis und Georges Troisfontaines, den Chef der Agentur "World Press" kennen. Nachdem der Kinderbuch-Verlag Konkurs machte, kehrte Goscinny 1957 nach Europa zurück.

Goscinny war damals 31 Jahre alt. Für seinen Freund Troisfontaines zeichnete er einen humoristischen Detektiv Comic: "Dick Dicks". Nachdem der Strip an einige Zeitungen verkauft worden war, bot Troisfontaines Goscinny die Mitarbeit in seinem Büro in Paris an. Hier lernte er wenig später Uderzo kennen.

 Für den Verlag Dupuis reiste Goscinny erneut in die USA. Er sollte hier eine Fernsehzeitschrift etablieren. Doch nach der 14. Ausgabe wurde das Magazin eingestellt. Zwischen 1955 und 1956 zeichnete er 3 Abenteuer von "Le Capitaine Bibobu". Außerdem textete er nun für andere Zeichner. Es folgte "Histoires de L’oncle Paul" für die Zeitschrift Spirou.

 Für Morris textete er die Lucky Luke Episode. Von nun an schrieb Goscinny alle weiteren LL-Scenarios. Morris äußerte sich über diese Zusammenarbeit wie folgt: "Ich genieße das große Privileg, daß ich der erste war, für den Goscinny Szenarien geschrieben hat. Und ich habe das nie bedauert." Die erste Morris/Goscinny LuckyLuke Geschichte erschien 1955/56 in dem belgischen Magazin "Spirou" Nr. 347 bis 390.

Mit Uderzo begann er die Comics "Benjamin et Benjamine", "Luc Junior" und "Jehan Soupolet". 1957/58 folgte die realistische Serie "Bill Blanchard". 1956 schrieb er für Jijé ein Jerry Spring Abenteuer.

1955 gründete Goscinny mit Uderzo, Charlier und Jean Hebrard die Presse- und Werbeagentur "Edifrance". Hauptkunde war die Schokoladenfabrik "Pistolin". Gleichzeitig arbeitete Goscinny weiter für die Zeitschrift TIN TIN. Für A. Franquin textete er die One-Pager von "Modeste et Pompom". Zwischen 1957 und 1960 schrieb er für Bob de Moor "Prudence Fetitpas", für Raymont Macherot "Pantoufle", für Dino Attanasio "Spaghetti et Prosciutto" und für Berckmanns "Strapontin" ("Kasimir).

1958 schuf er mit Uderzo die Serie "Oumpah Pah". Die Serie wurde jedoch erst Jahre später in Frankreich - neu überarbeitet - veröffentlicht. Für Hubinon textete Goscinny Ende der 50er "Jeannot" und für Uderzo "Familie Moutonet". Anfang der 60er kündigte die Firma Pistolin den Vertrag und Goscinnys Firma Edifrance geriet in finanzielle Schwierigkeiten. 1963 gründete Radio Luxemburg die Jugendzeitschrift "Pilote". Bei "Pilote" war Goscinny anfangs als Berater, später als Redakteur und Chefredakteur tätig. Seine größten Erfolge als Autor waren "Le Petit Nicolas" ("Der kleine Nick", Zeichner: Sempé), "Kalif Harun El Pussah" ("Isnogud", Zeichner: Tabary), "Potachologie" und "Le Potache Est Servi" (Zeichner: Cabu), "Dingodossiers" und "Alle Besucher dieser Erde (Zeichner: Gotlieb) "Pit Pistol" und natürlich "Asterix" (Zeichner: Uderzo). Mitte der 60er Jahre kaufte der französiche Verlag Dargaud "Pilote". Goscinny arbeitete weiterhin in der Redaktion.

 1968 widmete Goscinny sich immer mehr dem Film. Für die Pelvision, Brüssel entstand der erste Asterix-Film "Asterix der Gallier". Nach dem überwältigenden Erfolg folgte 1970 "Asterix und Kleopatra". 1976 kam "Asterix erobert Rom", der bereits im verlagseigenen Studio, dem "Studio Idefix" hergestellt wurde, auf die Leinwand.

 

Zwischendurch machte Goscinny 1971 den ersten Lucky Luke Film "Daisy Town". 1977 verließ er "Pilote" und widmete sich ganz dem Film. In seiner Laufbahn erhielt er folgende Auszeichnungen: Prix Gaulois, Prix Alphonse Allais, Prix Loisirs-Jeunes, Mitglied der Akademie für Humor, Ritter des Ordens für Künste und Literatur, Ritter des Nationalen Verdienstordens.

René Goscinny starb am 5. November 1977 um 12 Uhr mittag während einer ärztlichen Routineuntersuchung in Paris.

Alle Abbildungen  ã ©1998 Les Editions Albert René, Goscinny-Uderzo und ã Dargaud Editeur

OriginalText siehe http://www.comicshop.de/magosc.htm

 

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