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Thaddeus Strode ,geb.1964 ,St. Monica
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Links: Strode Text1 / Happy Lion Gallery, LA /

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Thaddeus Strode ist 1964 in Santa Monica, Kalifornien, geboren und studierte bis 1986 am California Institute of the Arts. 1992 erhielt er das WEST AF/NEA- Stipendium und hatte zahlreiche Ausstellungen m Amerika und Europa. Strode lebt und arbeitet m Los Angeles.

Thaddeus Strode -, folktales' ( Ausstellung vom 19.3.-15.5.2004 in der Galerie Micheal Janssen,Köln)

Vielsagend verweist der Ausstellungstitel,folktales' zürn einen auf zauberhafte Märchenwelten, die von vertrauten und zugleich dunklen, wilden Geschöpfkompilationen aus Mythologie, Volksmärchen, Comic und Science Fiction bewohnt werden. Zum anderen setzt sich Strode spielerisch mit einem postmodernen Paragone - Gedanken, dem Wettstreit zwischen Wort und Bild auseinander, indem er comicartige Grapheme in fiktive Bilder-weiten einbaut: in seinen aquarellierten Zeichnungen dominiert die Farbe über das rein graphische Element. Strodes besondere künstlerische Stärke liegt in der Absorption aller denkbaren Strömungen und Stile, in der virtuosen Invasion fremder Zeiten und Orte, die in ihrer Summe dem Überbegriff des Fantastischen zugrunde liegen, in dem Unheimlichen und Surrealen, dem Grotesken, Skurrilen und bis zur Karikatur tendierenden, leicht Süßlichen. Phantasie als Grundelement jedes künstlerischen Schaffens ermöglicht dem Künstler, »... die neuen Kräfte der Imagination nach Belieben durch die grenzenlosen Räume der Vorstellung schweifen zu lassen und damit erregendere Situationen zu erschaffen...« (H. Walpole, 1764). Es ist jene verkehrte Welt, die mundus inversus, die sich in Thaddeus Strodes Zeichnungen dem Betrachter eröffnet und gleichermaßen Bühne des Vergnügens und Schreckens ist, wo sich »... das schöne Schreckliche in das schrecklich Schöne wandelt « (Mario Praz, 1971), sich die Vorstellungen vor der Ordnung der Natur oder Gesellschaft in ihr Gegenteil wenden,

Strodes Zeichnung „ A Cruel Joke, A Cruel Sea ... " (2003) zeigl einer, lachenden Flusskrebs, der mit mächtigen Scheren aus seinem Schneckengehäuse herauslugt, menschlich in Gesichtszügen und Habitus ist und von den Worte,i ,A Cruel Joke' und ,A Cruel Sea' gerahmt wird. Ebenso gesellt sich in „When The Creatures Sleep And The Serpents Rise", (2003) das Harmlose beiläufig dem Grausamen: inmitten eines uferlosen Meeres, umgeben von Seeungeheuern, versendet eine Männergestait mit nacktem Oberkörper und brennender Kerze in erhobener Hand Botschaften per Flaschenpost an unbekannte Adressaten. In seinem 2004 entstandenen Bild „The North: War Of The Gargantuas" skizziert Strode die mythologische Gestalt des Nordwindes Boreas bärtig, mit wirrem, struppigem Haar, flankiert von Gnomen und Unholden zu einem ,nie zuvor erlebten Spektakel'. Die Kerze des Meergottes taucht als Vergänglichkeitssymbo! erneut in „The Reader" (2002) auf, hier jedoch als Ausdruck des eigenen zeitlich begrenzten Seins: die körperliche Hülle der Figur verflüssigt sich zu einem Meer aus unzusammenhängenden Worten und massig aufgestapelten Büchern. In „Saga" (20C2) bannt Strcde den Betrachter durch spannungsgeladenen Bild- und Sprachzauber in eine stark assoziative Wortwelt von "Listen', ,Sleepwalker',Welcome' und ,End'.

 


'Rotate succinctly over a well-popped alley-oop frontside switchflip'

Wie der Titel der Ausstellung in Heidelberg Feb 1999 ahnen läßt, bezieht sich Thaddeus Strode (geb.1964 ) auf verschiedenste kulturelle Phänomene. Ursprünglich nicht zueinander passende Elemente und Motive aus östlicher Philosophie (Buddhismus), California-Surf und Skateboard-Culture, Rockmusik, Literatur, Film und Comic Strips tauchen als Versatzstücke immer wieder in seinem Werk. Die Arbeiten von Thaddeus Strode spiegeln sein subjektives Verständnis der Welt, und mit Hilfe der unterschiedlichen kulturellen Fragmente schafft er seine eigene Mythologie. Seine Arbeit versucht die andere Seite des Lebens, das 'unfaßbare Transzendente' anzudeuten und für dieses Unfassbare Antworten zu finden. Dieses Phä nomen beschreibt Thaddeus Strode wie folgt: " ohne die Fragen zu kennen, nach den Antworten zu suchen".

 Die in der Ausstellung gezeigten Werke, vorwiegend Zeichnungen und Objekte sowie zwei Bilder, versuchen diesen transzendenten Raum zu schaffen. Die zentrale Arbeit der Ausstellung 'Phantom Tollbooth/Meditation House/Brain Shack #5', ein kleines Haus, bezieht sich auf ein gleichnamiges Kindermärchen. Aus dem Innern ertönt eine Stimme mit dem immer wieder gleichen Wortklang 'Toll-Booth' als Mantra. Dieser Raum scheint zu leben und schafft Freiraum für die unterschiedlichsten Assoziationen: Tempel, Altar, Tabernakel, Grabstätte, Opferstätte, Wandlungsstätte etc. An diesem Ort findet eine (Ver)Wandlung statt mit Blick 'auf die andere Seite'.

Die anderen an die Wand gelehnten sowie flach auf dem Boden liegenden Objekte (Mirror Wedges (Spiegelkeile) und Mirror Floater (Spiegelgleiter) spielen ebenfalls mit dieser Transzendenz. Sie sind wie auch der Titel der Ausstellung Bezeichnungen bestimmter Skateboardtricks. Sie zeigen einerseits das 'real erfahrbare skateboard' und nehmen die Bewegung des Skateboards auf, andererseits weisen sie auf den möglichen Ubergang zu einer anderen Welt hin. Strode ist in beiden Welten zu Hause.

Auch in der Materialität versucht Strode die Bewegung faßbar zu machen, indem er einige der Objekte aus weichem, fließenden Material fertigt und andere aus starrem, festen Material.

"Strodes Arbeiten feiern weder den völligen Bankrott westlicher Wissenschaft, Logik und Ordnung, noch lassen sie fantastische Betrachtungen über das Mysteriöse und Authentische im Mythos und der Tradition fremder Kulturen zu. Strodes Werk ...vermittelt Erkenntnis und versteht Erfahrungen genau in dem Maße wie sie undefinierbar werden - jedoch mit einer unartikulierten Ahnung, die die Möglichkeit des 'Anderen' aufrechterhält." (David Pagel, in: Texte zur Kunst 1991).

 

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