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JEFF KOONS , geb, 1955 in York (PA)


Koons nimmt als Ausgangspunkt seiner Arbeit die Massenprodukte der Konsumkultur, imitiert und vergrößert sie, veredelt sie im Material und entmaterialisiert sie durch spiegelnde Oberflächen. Koons arbeitet dabei die sexuellen Reize und die kitschigen Momente, also das Gefühlsmäßige heraus und vernachläßigt das intellektuelle und läßt die Wirkung der Werke im Ambivalenten. Koons Kunstwerke wandeln aufgrund ihrer ironisierenden Wirkung zwischen Kitsch und Kunst, markieren ästhetische Grenzen der Gegenwart. Über die zT außerordnetliche Größe verlassen seine Werke den Bereich des Netten. Seine Werke, wollen überwältigen - wie zu Zeiten des Barock. Zunächst plazierte Koons in Dadamanier nagelneue Staubsauger ("The New "1980) in klinisch sauber wirkenden Glaskästen, die von kaltem Neonlicht beleuchtet wurden. Es folgten 1985 die „Equilibrium Tanks'" Kästen, die wie ein Aquarium mit Wasser gefüllt sind und in deren Mitte Basketbälle schweben. 1986 überraschte er mit Figuren aus hochglanzpoliertem Edelstahl. Von italienischen Fachkräften ließ Koons 1988 die Porzellanskulptur Michael Jackson and Bubbles anfertigen. Im gleichen Jahr fertigte ein Bildschnitzer in Südtirol aus Holz die 167 Zentimeter hohe Holzfigur Buster Keaton, die 2011 zur Sammlung Ileana Sonnabend gehörte.

1991 heiratete Jeff Koons den italienischen Pornostar Cicciolina. Vom Rausch der sexuellen Freuden mit ihr zeugte bereits ab 1989 der Werkzyklus „Made in Heaven", der in riesigen Bildern und Skulpturen das lustvolle Geschehen bis ins letzte Detail wiedergibt. Koons in einer Manufaktur, mit hohem Aufwand hergestellten Arbeiten stellen eine raffinierte Mischung aus Kitsch, Design und Sex dar. Koons Werke zielen auf Tabus und offenbaren die Schönheit des Banalen. Damit traf Jeff Koons den Geschmack einer neureichen Yuppie-Generation. Nach 1992 wurde es still um ihn, und auch die Ehe mit Cicciolina ging in die Brüche. Sein 2000der Projekt >Celebration< umfaßt zwanzig große Skulpturen und riesige Gemälde. Die Einflüsse in Koons Werk sind vielfältig. Sie reichen von Dada über Rokoko und Surrealismus bis zur Pop Art und Konzeptkunst. “you can’t imagine America’s singularly depraved culture without him”, said Robert Hughes.

siehe auch Christoph Blase 99 in: Art at the turn of the millennium-TaschenVerlag 1999

 

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