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 Symbolismus und Nabis (1880-1914)
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Der Symbolismus ist eine wichtige Voraussetzung für die Ausformung der Moderne. Er arbeitet noch im Malerial und in der Formung von Bildraum in der Tradition, aber schon in der Kolorierung erweitert er die Möglichkeiten, indem er die Kolorierung und eine fast konzeptuelle Motivbildung. Mit dem Konzept, dass das Seelische im Werk zur Sprache kommen soll und nicht nur eine rein akademisch, formale optische Abbildung von Realitäten geschehen darf, ist der Weg für konzeptuelles Kunstwollen bereitet. Im Jugendstil wird dieses Wollen noch einmal in spezieller Weise formal ausgerichtet durch eine beseelte Linienführung der Form. In der Nachfolge des Symbolismus sind Surrealismus und PopSurrealismus und Low Brow Art zu nennen.

Das "Symbolistische Manifest" (Französisch: Le Symbolisme) wurde am 18. September 1886 in der französischen Zeitung "Le Figaro" von der griechischen geborene Dichter und Essayist Jean Moréas veröffentlicht. Ein Kernsatz dieses Manifests lautete: »Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen«.

Es definiert und charakterisiert Symbolismus als Stil, deren "Ziel ist nicht das Ideal, alleiniger Zweck ist der seelische Ausdruck." Dyas Manifest nennt Charles Baudelaire, Stéphane Mallarmé und Paul Verlaine als die drei führenden Dichter der Bewegung. Während die Kritiker die Richtung "dekadent" nennen , nennt sie Moreas " symbolistisch", dennoch zeigt sich deutlich die Einschätzung der damaligen Kritik als vorausschauende Linienbildung mit zukünftigen "Low Brow Art". "Der Symbolismus sieht sich als Vertreter des Geheimnisvollen und Unaussprechlichen. Das Kunstwerk soll ganz dem Ausdruck der Idee dienen. ..."Die Idee ihrerseits darf sich nicht des prächtigen Gewandes äußerer Analogien berauben lassen; denn die wesentliche Eigenschaft der symbolischen Kunst besteht darin, niemals bis zum Begriff der Idee an sich zu gehen. So können sich in dieser Kunst die Bilder der Natur, die Handlungen der Menschen, alle konkreten Phänomene nicht selber zeigen; es sind in diesem Zusammenhang sinnliche Erscheinungen, dazu bestimmt, ihre esoterischen Affinitäten mit den ursprünglichen Ideen darzustellen. "..." mythische Phantasmen ...die kindische Methode des Naturalismus verachtend ....der Künstler muss sein Werk der subjektiven Verformung errichten, gestützt auf den Grundsatz: dass die Kunst im Objektiven nur einen einfachen, äußerst begrenzten Ausgangspunkt suchen kann.

"Für die genaue Wiedergabe seiner Synthese braucht der Symbolismus einen archetypischen und komplexen Stil: unverbrauchte Worte, die Periode, die solide dasteht, abwechselnd mit einer, die schwach ist und sich sanft bewegt, bedeutungsvolle Pleonasmen, seltsame Ellipsen, Anakoluthe, die in der Schwebe bleiben, jeder Tropus kühn und vielgestaltig;..." Der Symbolismus zeigt sich als hybride Stilrichtung. " Die Romantik war eine unvollständige Revolution..." "Die Konzeption des symbolischen Romans ist vielgestaltig: Bald bewegt sich eine einzelne Figur in Umgebungen, die durch ihre eigenen Halluzinationen, durch ihr Temperament verformt sind: In dieser Verformung liegt das einzig Wirkliche."

 

Der Symbolismus ist richtiger als Allegorismus zu bezeichnen ; denn es geht ihm darum unter der optischen Erscheinung der Dinge tiefere Bedeutungen zu vermitteln. In der Allegorie vermittelt ein Bild einen Begriff, ( zB. ein Hund bedeutet Treue ) während im Symbol ein abstraktes Zeichen etwas bildliches bedeutet ( zB. ein Kreuz deutet auf Christus hin). Schon Gauguin versucht im Einsatz der Farbe zB. Rot nicht nur emotionale oder sachliche Bezüge zu treffen, sondern Bedeutungen zu transportieren, so wie im Mittelalter die Maler zB. über die Farbe Gold die göttliche Sphäre bedeuteten. Auch Van Gogh hatte schon in einigen Bildern deutliche Bedeutungsbezüge gesetzt die über die sachliche Schilderung hinausgingen und cosmische Dimensionen beinhalteten. zB. wirbelnder Sternenhimmel und extatisch geformte Zypressen. Die Anhänger des Symbolismus der Jahrhundertwende konnten aich aber vor allem auf die Maler des Klassizismus und des Barock beziehen, deren Vorliebe es war Allegorien darzustellen zB. den Nil, die Hochmut, das Wasser, die Tugend etc.

Der französische Dichter Stephane Mallarme (1842-1892) vertrat den Symbolismus wie in Deutschland Stefan George (1868-1933). Im Jahre 1888 schlossen sich in Paris unter der Führung von Maurice Denis (1870- 1943) Künstler zusammen die sich Nabis (Propheten) nannten und versuchten eine allegorische Schau der Welt zu vermitteln. Untersützt wurden sie durch die Kunstphilisophie des L´art pour Lárt von Langbehn und Avenarius( 1856-1923)

Maler des Symbolismus waren Denis, Bonnard, Vuillard, Roussel, Maillol, Ensor, Segantini, Böcklin , Moreau , Redon . Der Symbolismus ist sicher auch anregend für De Chirico und den Surrealismus gewesen. Beuys war der letzte bedeutende Symbolist. Auch der Popsurrealismus ist zumeist ein Symbolismus, wie zB die Malerinen: Ana Bagayan, Inka Essenhigh, Georganne Deen,

 

Folgende Stilrichtungen: Surrealismus (1924-) , Low Brow Art (1980-), Pop-Surrealismus (1990-)

 

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