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Sezessionen (etwa 1890- 1910)

 

 Die Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist geprägt von einem Kampf gegen starre Akademiestatuten und für freiere Auffassungen über Formen und Motive. Die ursprünglich unangepassten Bestrebungen des Jugendstils und des heimischen Symbolismus waren schnell von der offiziellen Kunst vereinnahmt worden. Die großen Kunstausstellungen zeigten nur noch Werke, die von der Jury alter Professoren genehmigt wurden. Ausweg aus diesen verkrusteten Strukturen schien den Künstlern die Gründung eigener Künstlervereinigungen, in denen neue Ideale vertreten und auch vermarktet werden konnten. Diese Abspaltungen vom bürgerlichen Kunstbetrieb, »Sezessionen« genannt, entstanden in Weimar, Dresden, München und Karlsruhe.

Max Liebermann, Walter Leistikow, Max Sievogt und Lovis Corinth trennten sich nach jahrelangen Konflikten vom »Verein Berliner Künstler« und bildeten 1898 die Berliner Sezession.

Die Vertreter der Berliner Sezession setzen sich, ebenso wie andere Vertreter fortschrittlicher Gruppierungen in den verschiedenen europäischen Kunstzentren, ohne konkretes Programm für die freie und unabhängige Entfaltung aller künstlerischer Initiativen zwischen Naturalismus, Impressionismus und Jugendstil ein. Sie wollten keine Bilder nach akademischen Maßstäben und Traditionen gestalten und traten zeitweilig bis an die Grenzen der Radikalität für alles Moderne ein. Ähnlich den französischen Impressionisten interessierten sie der Eigenwert der Farbe, eine persönliche Handschrift und die Charakterisierung des Gesehenen.

Ihr Ziel war die Erneuerung der Malerei weitab von Heroismus, Sentiment und Künstlichkeit. Allein die Natur sollte das Vorbild sein. Sie empfanden ihre Zeit nicht mehr als große und wollten weder eine Verklärung noch eine Poetisierung ihres Alltags. Diese Künstler waren in der realen Welt angekommen. Sie wollten im Bewusstsein der aktuellen Probleme, der sozialen und gesellschaftlichen Spannungen, der drohenden Kriege und Umstürze nur den Augenblick schildern. Auch formal sollte es dafür keine Grenzen mehr geben. Angeschnittene Figuren, verun-klärende Perspektiven wurden zu künstlerischen Mitteln, Form und Farbe zu eigenständigen Werten. Künstler wie Lovis Corinth zerlegten die Figuren in einzelne Farbstreifen, in Momentbilder auf der Netzhaut. Adolf Hölzel fand bereits um 1905 zur Abstraktion. Die Moderne war eingeleitet.

 

Charakteristik.

 Alltagsthemen ohne mythologische Überhöhung

Maler :

Frankreich

 

Deutschland

 

USA

 

 

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