<<


Raffael (1483-1520 )

Raffael - eigentlich Raffaello Santi oder Sanzio- war italienischer Maler und Baumeister, mit Michelangelo und Leonardo da Vinci einer der bedeutendsten Repräsentanten der Hochrenaissance.

6.4. 1483 (vermutlich) geboren als Raffaello Santi in Urbino

1504 nach Florenz

1508 nach Rom

1509-11 Arbeit an den >Stanza della Segnatura- Fresken<, in den Stanzen des Vatikans: >Disputà<, eine Diskussionsrunde über das Mysterium der Dreifaltigkeit, >Schule von Athen<, die Platon, Aristoteles und weitere antike Philosophen zeigen.

1512-14 Arbeit an den >Stanza d'Eliodoro<
seit 1514 Bauleiter der Peterskirche und Konservator der antiken Denkmäler.

1515/16 Arbeit an der >Sixtin. Kapelle<:"Sixtin. Madonna" 1516 fertig gestellt

1514-17 Arbeit an den > Stanza dell'Incendio<

1517-1520 Raffaels letztes großes Altarbild, >Die Verklärung Christi< , Vatikan

6.4. 1520 gestorben in Rom

 

 

 

Er war Gehilfe seines Vaters Giovanni Santi, dann Schüler P.Peruginos, c Sein frühes Hauptwerk, "Die Vermählung Mariä" (1504), zeigt noch den Einfluss von Perugino. Raffael schulte sich an der Kunst Leonardo da Vincis und Michelangelos; seine Figuren entwickeln Beweglichkeit und fügen sich in ein meist pyramidale Komposition ein. Die monumentalen künstlerischen Aufgaben in Rom führten zu seinen gestalterischen Höhepunkten. In den Stanzen des Vatikans entfaltete er in seinen Fresken in weiten, perspektiv. Schauplätzen eine souveräne Regie vielfiguriger Kompositionen. In der Stanza della Segnatura (1509-11) sind die weltanschaulichen Vorstellungen seiner Zeit in der Verbindung von christl. und antikem Gedankengut u.a. mit der "Schule von Athen" und der "Disputa" umfassend formuliert. Während sie und auch die Fresken der Stanza d'Eliodoro (1512-14) weitgehend eigenhändig ausgeführt sind, waren an der Stanza dell'Incendio (1514-17) Gehilfen beteiligt. Gleichzeitig war Raffael mit den Kartons für Wandteppiche der Sixtin. Kapelle beschäftigt (1515/16). Um 1511/12 schuf Raffael in der Villa Farnesina das mytholog. Wandbild "Triumph der Galatea" und entwarf 1517 die Dekoration für die Loggia der Villa mit den Deckenbildern "Hochzeit von Amor und Psyche" und "Rat der Götter". Raffaels Mariendarstellungen wie die "Sixtin. Madonna" (um 1513/14, 1516 fertig gestellt; Dresden, Gemäldegalerie) haben klassisch-vorbildhafte Bedeutung erlangt. Auch seine späteren Porträts sind durch das Streben nach einer geschlossenen Großform bestimmt. Für das Gruppenbild wurde "Leo X. mit den Kardinälen Giulio de' Medici und Luigi de' Rossi" (um 1518) wegweisend. Als Architekt war Raffael entwerfend tätig, ausgeführt wurden die Chigi-Kapelle in Santa Maria del Popolo (1512-16) und die Villa Madama (um 1516/17, abgeändert), beide in Rom.


Raffael - eigentlich Raffaello Santi oder Sanzio- war italienischer Maler und Baumeister, mit Michelangelo und Leonardo da Vinci einer der bedeutendsten Repräsentanten der Hochrenaissance.

Raffael wurde vermutlich am 6. April 1483 in Sanzio bei Urbino geboren und ging zunächst bei seinem Vater Giovanni Santi in die Lehre. Ab 1499 wurde er in Perugia Schüler Peruginos, der ihn mit den Spezifika des lichtdurchfluteten Raumes, einer idealisierten Figurenzeichnung und stimmungsreichen Hintergrunddarstellung vertraut machte.

Florentiner Zeit 1504 übersiedelte Raffael nach Florenz, wo er die Arbeiten bedeutender zeitgenössischer Maler wie Leonardo da Vinci, Andrea del Sarto, Michelangelo und Fra Bartolomeo kennen lernte. Unter dem Eindruck dieser Vorbilder geriet seine Figurendarstellung zunehmend freier und dynamischer, und als kompositorisches Prinzip setzte sich ein pyramidaler Bildaufbau durch. Frühe Meisterschaft errang er in der Gestaltung vielköpfiger, kunstvoll arrangierter Figurengruppen. Das gilt insbesondere für die zahlreichen Madonnenbildnisse. Die Bildgestaltung Leonardos wirkte vor allem bei Schattengebung und Körperhaltung vorbildlich und bestimmt auch in der Heiterkeit des Gesamteindruckes. Insgesamt vollzieht sich in der Florentiner Phase ein Übergang von der intimen Atmosphäre des Frühwerks zur klassischen Monumentalität der römischen Zeit geschult an Donatello und Michelangelo.

Römische Zeit 1508 erhielt Raffael einen Ruf an den französischen Hof, entschloss sich jedoch, einen Auftrag des Papstes Julius II. zur Ausgestaltung der neuen päpstlichen Gemächer, der so genannten Stanzen (im Vatikanischen Palast), anzunehmen. Von 1508 bis 1517 versah Raffael diese Räume mit einer Vielzahl von Fresken mit biblischer, mythologisch-symbolischer und historischer Thematik. Während er die Gestaltung der als Bibliothek konzipierten Stanza della Segnatura (1509-1511) weitgehend eigenhändig vornahm, überließ er die Vollendung der Stanza d'Eliodoro (1512-1514) und der Stanza dell'Incendio (1514-1517) weitgehend den Mitarbeitern seiner Werkstatt. Höhepunkte der Stanza della Segnatura sind die Gruppenbildnisse Disputà, das eine Diskussionsrunde über das Mysterium der Dreifaltigkeit wiedergibt, und die monumentale >Schule von Athen<, die Platon, Aristoteles und weitere antike Philosophen beim philosophischen Disput zeigen. Bemerkenswert ist ferner das Fresko Parnassus mit der Darstellung Apollons, umgeben von den Musen und großen Dichterpersönlichkeiten.

1514 wurde Raffael von Papst Leo X. zum Bauleiter des Petersdomes ernannt, im Jahr darauf zum Kurator der römischen Altertümer. Ein Großauftrag dieser Schaffensphase war der Entwurf von Vorlagekartons für zehn Bildteppiche mit Motiven der Apostelgeschichte für die Sixtinische Kapelle (Kartons heute im Victoria and Albert Museum, London, Teppiche in den Vatikanischen Museen). Ein weiterer bedeutender Auftraggeber in Rom war der Bankier Agostino Chigi. Raffael entwarf u. a. Pläne für die Chigi-Kapelle in Santa Maria del Popolo sowie verschiedene mythologische Fresken für dessen Wohnhaus, die Villa Farnesina.

In Rom entstand außerdem eine Reihe bedeutender, in ihrer Monumentalität vom Vorbild Michelangelos geprägter Andachtsbilder, darunter ein Porträt Julius II. (1511-1512, Uffizien, Florenz) und Bildnis eines Kardinals (1511, Prado, Madrid). Die Porträts streifen das Distanzierte der Frühphase ab und gelangen zu psychologisch eindringlichen Charakterbildnissen (Baldassare Castiglione, um 1515, Louvre; Donna Velata, um 1516, Palazzo Pitti, Florenz). Unter den Marienbildnissen der späten Schaffensperiode wurde neben der Madonna Alba (um 1511, National Gallery, Washington) und der Madonna della Tenda (um 1513, Gemäldegalerie, Dresden) die Sixtinische Madonna (um 1514, ebenda) zum herausragenden Meisterwerk. Raffaels letztes großes Altarbild, die Verklärung Christi (1517-1520, Vatikan), wurde postum von Giulio Romano vollendet.

Architektur In seiner Tätigkeit als Baumeister war Raffael dem Vorbild Bramantes verpflichtet. Anhand der zahlreichen erhaltenen Handzeichnungen lassen sich Raffaels Vorstellungen exakt rekonstruieren. Während für Winckelmann und die deutsche Klassik das Werk des am 6. April 1520 in Rom verstorbenen Künstlers im Vordergrund stand, rückte für die Romantiker, denen mehrere seiner Gemälde aus der Dresdener Galerie bekannt waren, auch die Biographie ins Gesichtsfeld. Die von Giorgio Vasari überlieferten erotischen Abenteuer Raffaels fanden ein Echo in Novellen Achim von Arnims (Raphael und seine Nachbarinnen, 1824) und Paul Heyses (Rafael, 1863). Die bedeutendste dichterische Auseinandersetzung mit Person und Werk stellen die Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1797) von Wilhelm Heinrich Wackenroder dar. Deren Herausgeber Ludwig Tieck knüpfte selbst in seinem Künstlerroman Franz Sternbalds Wanderungen (1798) gleichfalls zahlreiche Bezüge zu diesem Thema, das auch bei anderen deutschen Autoren der Epoche, wie E. T. A. Hoffmann, häufig präsent ist.

 Links:

 

 

kunstwissen.de

 
>