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Albrecht Dürer (1471 - 1528 )
.............Dürer II /

Albrecht Dürer war Maler, Grafiker, Kunsttheoretiker, der die Erkenntnisse der Renaissance nach Deutschland brachte. Er wurde in Nürnberg am 21.5. 1471 geboren und starb am 6.4. 1528. Dürer gilt als künstler. Repräsentant seiner Epoche, die ihre Wurzeln noch im spätmittelalterl. Handwerkertum hatte, die aber den geistigen Neuerungen, insbesondere den humanist. Strömungen der Reformation offen gegenüber standen. Aus Italien brachte Dürer das Selbstverständnis des Renaissancekünstlers mit und setzte die theoret. Erkenntnisse seiner Zeit in seinem Werk um.

 

::::Holzschnitte, Zeichnungen und Kupferstiche: 1485/86 erlernte Dürer das Goldschmiedehandwerk in der Werkstatt seines Vaters Albrecht Dürer d. Ä., war Schüler M.Wolgemuts, dann Aufenthalt am Oberrhein, 1494/95 in Venedig (Landschaftsaquarelle). 1498 erschienen 15 Holzschnitte zur Apokalypse, 1504 der Kupferstich "Adam und Eva", der ein erstes Ergebnis seiner Beschäftigung mit der Proportionslehre ist. 1501-10 entstand der Holzschnittzyklus "Marienleben", 1496-98 und 1510 die "Große Passion", 1509-11 die "Kleine Passion", 1508-12 die "Kupferstichpassion". Ab 1509 Ratsherr in Nürnberg, ab 1512 für Kaiser Maximilian tätig: Zeichnungen für Holzschnitte der "Ehrenpforte" und des "Großen Triumphwagens" sowie farbige Randfederzeichnungen zum Gebetbuch des Kaisers. Die humanistisch geprägten großen Kupferstiche "Ritter, Tod und Teufel" (1513), "Hl. Hieronymus" (1514) und "Melancolia" (1514) zählen zu seinen bedeutendsten Leistungen.

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Malerei:
Als Maler schuf Dürer Andachtsbilder und Altäre, u.a. den sog. Dresdner Altar (um 1496 ; Dresden ), den Paumgartner-Altar (zw. 1498/1504; München), die "Anbetung der Könige" (1504; Florenz), "Rosenkranzfest" (1506; Prag), "Allerheiligenbild" (1511; Wien ). Das Persönlichkeitsbewusstsein der Renaissance drückt sich in seinen Selbstbildnissen und Porträts aus bzw. nach seiner 2. Venedigreise (1505-07) entstanden "Junge Venezianerin" (1505)"Michael Wolgemut" (1516), "Hieronymus Holzschuher" und "Jakob Muffel" (beide 1526). 1526 vermachte Dürer seiner Vaterstadt u.a. die sog. "Vier Apostel". Aus seiner Spätzeit stammen freie Entwürfe, so einer Kreuzigung und eines Holzschnitts des Abendmahls (1523).

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Schriften: Dürer verfasste zahlr. Schriften, u.a. "Underweysung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheyt in Linien, Ebenen und ganzen Körpern" (1525); "Etliche Unterricht zur Befestigung der Stett, Schloß und Flecken" (1527); "Vier Bücher von menschlicher Proportion" (1528); "Tagebuch der Reise in die Niederlande, Familienchronik. Reime, Briefe an Pirkheimer aus Venedig" (1506).


 

::::Albrecht Dürer (1471-1528) war deutscher Maler, Zeichner und Kupferstecher , dazu Kunsttheoretiker, der zu den vielseitigsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte gehört. Sein von den Gedanken der Renaissance, des Humanismus und der Reformation geprägtes Werk wirkte besonders auf die deutschen und niederländischen Künstler der Folgezeit. Mit seinen 350 Holzschnitten sowie etwa 100 Kupferstichen und Radierungen erhob er die Druckgraphik zu einem eigenständigen Ausdrucksmittel und prägte deren formale Entwicklung entscheidend.

FRÜHE JAHRE (1486-1494) Albrecht Dürer wurde am 21. Mai 1471 in Nürnberg geboren. Nachdem er bei seinem Vater, einem Goldschmied, in die Lehre gegangen war, arbeitete er zwischen 1486 und 1490 in der Werkstatt des Malers und Zeichners Michael Wolgemut. Vor allem dessen Holzschnittillustrationen für die Weltchronik Hartmann Schedels (1488 bis 1493) beeinflussten ihn nachhaltig in seiner künstlerischen Entwicklung. 1490 ging Dürer auf eine vierjährige Wanderschaft an den Oberrhein, die ihn nach Straßburg, Colmar und Basel führte. Sein Plan, den von ihm besonders bewunderten Maler und Kupferstecher Martin Schongauer in Colmar aufzusuchen, scheiterte, da dieser kurz zuvor gestorben war. In Basel wurde er vermutlich bereits mit Holzschnittillustrationen betraut, u. a. zu Sebastian Brants Narrenschiff (1494). Seine in dieser Zeit entstandenen Zeichnungen und Gemälde, die eine außerordentliche Leichtigkeit des Striches und große Detailgenauigkeit aufweisen, zeigen deutlich den Einfluss der altniederländischen Schule, namentlich von Robert Campin, Jan van Eyck oder Rogier van der Weyden. Dies wird vor allem in einer Reihe von frühen Selbstporträts deutlich, so in der Silberstiftzeichnung des Dreizehnjährigen (1484, Albertina, Wien), seinem nachdenklichen Porträt von 1491 (Sammlung der Universität Erlangen) oder dem selbstbewussten Bildnis von 1493 (Louvre, Paris).

Erste ITALIENREISE (1494-1505) Nach seiner Heirat mit Agnes Frey (1494) brach Dürer zu seiner ersten Italienreise auf. In Venedig setzte er sich intensiv mit der Kunst des Quattrocento auseinander, welche er bereits zuvor durch die von ihm kopierten Kupferstiche Andrea Mantegnas kennen gelernt hatte. Aus dieser Zeit stammen einige herausragende Landschaftsaquarelle, so z. B. eine Ansicht der Burg von Trient (National Gallery, London). 1495 kehrte Dürer nach Nürnberg zurück, wo er bis 1505 blieb. Die während dieser Zeit entstandenen Werke wie die Holzschnittserie Apokalypse (1498), die Kupferstiche Der verlorene Sohn (1498), Das große Glück (um 1500) und Adam und Eva (1504) stellen einen ersten Höhepunkt in seinem Schaffen dar. Vor allem das letztgenannte Werk spiegelt seine intensive Auseinandersetzung mit den von den Renaissancekünstlern entwickelten Gesetzen der Perspektive und der Proportionslehre, die die Darstellung des idealen Menschen zum normativen Postulat erhebt. Sein christusähnliches Selbstporträt von 1500 (Alte Pinakothek, München) beleuchtet den selbstbewussten Anspruch des Künstlers, anders als im Mittelalter nicht mehr als reiner Handwerker, sondern als innovativer Schöpfer zu wirken. Weitere bedeutende Werke, die nach seiner ersten Italienreise entstanden, waren der Wittenberger Altar (um 1495, Gemäldegalerie, Dresden) und der Paumgartneraltar mit der Geburt Christi und den Stiftern als heiliger Georg und als heiliger Eustachius (um 1504, Alte Pinakothek, München).

Zweite ITALIENREISE (1505-1520) Zwischen 1505 und 1507 reiste Dürer zum zweiten Mal nach Italien, wo er u. a. mit Giovanni Bellini zusammentraf. In Venedig erhielt er von deutschen Kaufleuten den Auftrag für das Altarbild Rosenkranzfest (1506, heute Nationalgalerie, Prag), das sein Bemühen demonstriert, sich mit dem reichen Kolorit der Venezianer zu messen. Zurück in Nürnberg kaufte Dürer 1509 ein repräsentatives Haus am Tiergärtnertor und wurde in den Großen Rat der Stadt aufgenommen. In dieser Zeit schuf er den Altar für die Frankfurter Dominikanerkirche (1508-1509, 1729 verbrannt) sowie den Allerheiligenaltar (1508-1511, Kunsthistorisches Museum, Wien). Darüber hinaus entstanden die 37 Blätter der Kleinen Holzschnittpassion (1509-1511) und die Randzeichnungen zum Gebetbuch Kaiser Maximilians I., für den Dürer seit 1512 tätig war. Bei diesem Werk, das zu den größten Kostbarkeiten der deutschen Buchillustration zählt, arbeitete er mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit zusammen, wie Lucas Cranach dem Älteren, Albrecht Altdorfer und Hans Baldung (1513-1515, Bayerische Staatsbibliothek, München). Einen weiteren Höhepunkt seiner formalen Meisterschaft markieren die Kupferstiche Ritter, Tod und Teufel (1513), Der heilige Hieronymus im Gehäus (1514) und Melencolia I (1514), mit denen es Dürer gelang, die Graphik erstmals als eigenständige Gattung neben der Malerei zu etablieren und sie von ihrer Funktion als Vorzeichnung für komplexere Gemälde zu befreien. 1514 schuf Dürer auch die ungeschönt realistische Kohlestudie seiner greisen Mutter.

Letzte REISE UND SPÄTWERK (1520-1526) Nach dem Tod Maximilians 1519 versuchte Dürer, auch dessen Nachfolger Karl V. als Mäzen zu gewinnen. Deshalb reiste er 1520 zuerst nach Aachen und von dort aus weiter in die Niederlande. Ein faszinierendes Dokument jener Zeit ist sein Tagebuch, in dem er u. a. über seine erfolgreichen Audienzen bei Karl V. und über das Zusammentreffen mit Antwerpener Künstlern berichtet. Auf Dürers künstlerische Entwicklung hatte der Aufenthalt in den Niederlanden zwar nur geringe Auswirkungen, trug jedoch zur Verbreitung seines eigenen Werkes bei. Auf seiner Reise zog sich Dürer eine fieberhafte Erkrankung zu, von der er sich nicht mehr gänzlich erholte. 1521 kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er am 6. April 1528 starb. Das Hauptwerk seiner letzten Schaffensperiode sind die beiden Bildtafeln mit den überlebensgroßen Darstellungen der Vier Apostel (1526, Alte Pinakothek, München), die er dem Rat seiner Heimatstadt, mit Inschriften versehen, als Mahnmal gegen Sektierertum und Bilderstürmerei hinterließ.

Neben seinem malerischen und graphischen Werk hinterließ Dürer, der sich zeit seines Lebens mit Proportionsstudien befasste, auch zahlreiche kunsttheoretische Schriften, darunter "Unterweysung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheyt in Linien, Ebenen und ganzen Körpern "(1525)," Etliche Unterricht zur Befestigung der Stett, Schloss und Flecken "(1527) und "Vier Bücher von menschlicher Proportion "(1528).

Literatur:

Albrecht Dürer, Hatje Cantz Verlag

 

kunstwissen.de

 
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