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S.P.U.R.
(1958 - 1965
)
Bis zu ihrem Ausschluss am 10. Januar 1962 durch den >Zentralrat der Situationistischen Internationale< galt die Münchener Gruppe als offizielle deutsche Sektion der S.I.
Folgende Mitglieder:
Die Künster von SPUR lernten sich an der Akademie der Bildenden Künste in München kennen und formierten sich 1957 zur Gruppe, die bis ca. 1965 bestand. Die Gruppe SPUR gab insgesamt sieben Hefte unter dem Namen SPUR heraus. Das berühmteste Heft mit einer Auflagenhöhe von 1500 Stück und zahlreichen Abbildungen ist das Heft Nr. 6 Spur im Exil.
Am Ende der dritten Konferenz der Situationistischen Internationalen verteilte die Gruppe am 21. April 1959 in München ihr Manifest, das Fluglatt>Ein kultureller Putsch während Ihr schlaft!<. Unterzeichner waren H. Prem, H. P. Zimmer, H. Sturm, G. Stadler, L. Fischer, A. Jorn, D. Rempt, E. Eisch und G. Britt. In dem Flugblatt setzt sich die Gruppe mit markigen Worten vom Kunstbetrieb ab und fordert: Wer Kultur schaffen will, muß Kultur zerstören.. Die Künstler sprechen der Kunst jeden Bezug zur Wahrheit ab und nennen die abstrakte Malerei einen hundertfach abgelutschte[n] Kaugummi. Sie fordern den Kitsch, den Dreck, den Urschlamm, die Wüste, den Irrtum, einen ehrlichen Nihilismus und prohpezeihen die Malerei der Zukunft als polydimensional. Als jeweils dritte Welle setzten sich in die Tradition des Tachismus, des Dada, des Futurismus und des Surrealismus. Das Manifest schließt mit beschwörungsartigen Formeln: WIR SIND DIE DRITTE WELLE. Wir sind ein Meer von Wellen (SITUATIONISMUS). WIR SIND DIE MALER DER ZUKUNFT! vgl. WIKIPEDIA
Gegen die Gruppe fand u. a. einer der spektakulärsten Gotteslästerungsprozesse der BRD statt. Heimrad Prem, Helmut Sturm, H. P. Zimmer und Dieter Kunzelmann wurden in der ersten Instanz wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zu Haftstrafen von fünf Monaten bzw. fünf Monaten und zwei Wochen verurteilt, die aber in zweiter Instanz zur Bewährung ausgesetzt wurden. Eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht wurde 1975 endgültig abgelehnt.