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LOUISE LAWLER (1947 NY, USA -)

Die amerikanische Konzeptkünstlerin Louise Lawler wurde 1947 in Bronxville, NY geboren. Sie lebt und arbeitet in New York; arbeitet mit Fotografie, macht Materialbilder und Installationen.

Die Fotografien der amerikanischen Künstlerin Louise Lawler untersucht und zeigt die Werke anderer Künstler im Hinblick auf deren Rahmenbedingungen . Sie dokumentiert wertungsfrei und distanziert , konstatiert und analysiert kontextuelle Verflechtungen auf unterschiedlichsten Ebenen und zeigt das visuelle Vokabular anderer Künstler beispielhaft für spezifische Formen der Kommunikation. Damit bewegt sie sich zwischen Appropriation Art und Kommunikationskritik. Ihre Werke sind dabei von hoher formaler Prägnanz.

 

"Louise Lawlers Werk nimmt seine Anfänge im New York der späten 70-er und frühen 80-er Jahre. Im engen Austausch mit Kunstkritikern sowie Künstlerinnen und Künstlern um den bekannten Artists Space, in dem zeitgleich Cindy Sherman, Robert Longo u.a. ausgestellt haben, findet die Künstlerin ihr fruchtbares Umfeld. Als Lawler 1982 mit An Arrangement of Pictures ihre erste Einzelausstellung bei der Galerie Metro Pictures in New York hatte, arrangierte sie die Arbeiten der Galeriekünstler (Sherman, Longo, Goldstein, Simmons und Welling) und bot das gesamte Ensemble, einer Kunsthändlerin gleich, inklusive zehn Prozent Vermittlungsgebühr zum Verkauf an. Schliesslich fotografierte sie Werke der Galerie bei Sammlern zuhause und zeigte damit auf, welchem gesellschaftlichen Zweck die Kunst zugeführt wird, wenn sie einmal das Atelier und die Galerie verlassen hat. Louise Lawler entzieht sich hier erstmals der gängigen Rollenverteilung und agiert als Künstlerin und Kuratorin, respektive Kunsthändlerin, um die Beziehung zwischen Künstler und Institution in den Blickpunkt zu rücken. Kulturelle Praxis versteht Lawler als gemeinschaftliche Produktion, so dass sie ihren privilegierten Ort als Künstlerin in Frage stellt und gleichzeitig institutionelle Grenzbereiche befragt. Nachdem gerade das Museum bereits in den frühen Siebzigern in den Fokus des künstlerischen Interesses geriet, richtete sich damals die Kritik zunächst gegen die Institution an sich, als Ort der Macht.

Das Werk von Louise Lawler schliesst zwar nahtlos an diese erste Generation der Institutionskritik an und reflektiert die sozialen, ästhetischen und ökonomischen Aspekte des institutionellen Rahmens, indem sie die Präsentationsweise von Werken in Museen, Galerien, Privatwohnungen, aber auch hinter den Kulissen in Depots, Lagern und auf Auktionen fotografiert. Doch hat Lawlers Praxis die oppositionelle Kritik an der institutionellen Macht hinter sich gelassen, um diese als Komplizin systematisch zu befragen. Sie nähert sich einerseits Nebenschauplätzen, wie beispielsweise Museumsschildern, -logos, Einladungskarten usw., um gerade hier ideologische und repressive Konventionen sichtbar werden zu lassen, andererseits dem Hauptschauplatz Ausstellungsraum. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Ränder der Kunst, auf Nachbarschaften und Grenzlinien, und weist das autonome Kunstwerk als eine Fiktion aus, da dieses seit jeher in soziale, historische und thematische Kontexte verstrickt ist. Der fotografische Zugriff auf Werke anderer, sei es im Museum oder anderswo, ist dabei ein symbolischer Akt der Aneignung künstlerischer Positionen, wie auch ein Dokument einer vorgefundenen Situation, welches einmal im Katalog abgebildet, den Status als Kunstwerk aufgibt und zur blossen Installationsaufnahme wird." (Quelle: Museum für Gegenwartskunst / Presse)"

siehe http://www.art-in.de/incmeldung.php?id=622 (Kunstmuseum Basel, Museum für Gegenwartskunst | St. Alban-Rheinweg 60

 

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