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Hopper, Edward ( 1882 - 1967)

Bilder

:Der am 22. Juli 1882 in Nyack, New York geborene Hopper malte zunächst in impressionistischer Manier. Später begann er, einen realistischen Malstil zu entwickeln, bei dem er Menschen oder Landschaften in strenger Bildordnung malte. Er wurde mit seinen realistischen Bildern der amerikanischen Mittelschicht, Vorbild für eine eigenständige amerikanische Malerei. Seine Bilder - gemalt zur Zeit der Depression- strahlen vor allem Einsamkeit und Melancholie aus. Hopper verstarb am 15. Mai 1967 in New York.

Von der weitgehenden Unbekanntheit in Europa katapultierte ihn die erste große Retrospektive 1981 in Amsterdam, Düsseldorf und London in die Höhen der Popularität. In seinem Heimatland Amerika gilt er schon sehr viel länger als ein Vertreter des nationalen Erbes, wird auf breiter Basis verehrt und zählt mittlerweile zu den Klassikern. Sein Werk beeinflusste Maler, Fotografen und Filmschaffende. Hopper wiederum wurde im Gegenzug auch von deren Ästhetik geprägt. Viele seiner Bilder wirken nicht von ungefähr wie eingefrorene Filmszenen. Eine Bar bei Nacht, durch die gläserne Front sickert künstliches Licht auf den wie leergefegten Gehsteig, an der Theke beugen sich vier einsame Gestalten über ihre Gläser. Die Szenerie klingt bekannt und beschwört vor unserem geistigen Auge das Bild der Nachtschwärmer von Edward Hopper herauf.

Hopper wird gerne gedeutet als Maler der Einsamkeit und der Melancholie. Abwesend wirkende Menschen scheinen sich in seine Bilder verirrt zu haben, tragen wie Schaufensterpuppen kaum individuelle Gesichtszüge. Was dabei vielfach übersehen wird, ist, dass in einem Großteil seines Oeuvres nicht Menschen sondern die Kulissen die Hauptrolle spielen: Architektur, Landschaft, die Darstellung der sichtbaren Welt.

Kaum ein anderer Maler bestimmt mit einigen wenigen Stücken seines Werkes so unser populäres Bild von Amerika wie Edward Hopper. Seine Arbeiten sind Projektionsflächen für unsere Sehnsucht nach dem amerikanischen Way-of-Life.

 

Der 1882 geborene Hopper entschloss sich schon früh, Künstler zu werden. Seine Eltern überzeugten ihn, zunächst Illustration zu studieren, aber nach einigen Jahren wechselte er auf die New York School of Arts. Im Jahre 1906 reiste er wie viele Künstler dieser Zeit nach Paris. Dort nahm er jedoch kaum am aktuellen Kunstgeschehen teil und berichtete später, von Picasso damals nicht einmal gehört zu haben. Nach einem Jahr und weiteren Reisen durch Europa kehrte er endgültig in die USA zurück und fand sein Thema und seinen Stil schließlich in der ihn umgebenden Wirklichkeit der amerikanischen Lebenswelt. Hoppers Bildkosmos besteht aus der Küstenlandschaft von Cape Cod - immer wieder malte er Segelschiffe und Leuchttürme - und aus Stadtansichten, Fabrikgebäuden und Innenräumen. Von außen blickt der Betrachter in die Zimmer mit ihren Bewohnern, die einsam einer Beschäftigung nachgehen, aber meist nur in sich versunken sind.

Zunehmend reduzierte er die Darstellung auf das Wesentliche und verabschiedete sich von verzichtbaren Details. In Sun in an empty room, einem seiner letzten Bilder, ist ein leeres Zimmer zu sehen, auf dessen kahle Wände wie von einem Scheinwerfer gebündeltes Sonnenlicht fällt und der Szenerie nur durch die Schlagschatten Räumlichkeit verleiht.

 nach einem Text von Christine Illy, Dominik Busch

Literatur:

Hopper, Ivo Kranzfelder, Taschen Verlag

Edward Hopper , Hatje Cantz Verlag
Link:

kunstwissen.de

 
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