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Mittelsteinzeit

Die Mittelsteinzeit oder auch Mesolithikum bezeichnet eine Übergangszeit von der Altsteinzeit zur Jungsteinzeit (etwa 8000-5000 v.Chr.). Maßgeblich für die Gliederung der Mittelsteinzeit war die zuerst in Frankreich ermittelte Abfolge: Azilien und Tardenoisien.Durch die Radiokarbondatierung konnte die mittelsteinzeitl. Kulturentwicklung eng mit der geschichtl. Zeitrechnung verknüpft werden. Als Beginn gilt jetzt im Allgemeinen das Präboreal (8.Jt. v.Chr.). Der Mittelsteinzeit geht das Spätpaläolithikum voraus. Bereits hier erfolgte der Wandel in Kultur und Lebensweise, weshalb in manchen Untersuchungen Spätpaläolithikum und Mesolithikum zusammengefasst werden. In Verbindung mit naturwisenschaftlichen Ergebnissen wird heute die Mittelsteinzeit in Deutschland in die Abfolge Frühestmesolithikum Beuronien A bis C (nach Beuron in Bad.-Württ.) Spätmesolithikum gegliedert, während in Westeuropa die Einteilung in Azilien und Tardenoisien im Wesentlichen beibehalten wurde.

Die raschen Veränderungen von Klima, Pflanzen- und Tierwelt nach der letzten Eiszeit verlangten von den Menschen der Mittelsteinzeit eine hohe Anpassungsfähigkeit. Neben Jagd (v.a. Hirsch, Reh, Wildschwein) und Sammelwirtschaft (Hasel-, Wassernuss, Beeren) gewann der Fischfang zunehmend an Bedeutung. Die frühesten Belege von Wasserfahrzeugen (Einbaum) und Fischreusen stammen aus der nordwesteurop. Mittelsteinzeit. Als Wohnbauten sind Hütten aus Schilf und Astwerk nachgewiesen. Das geringe Ausmaß der durch Grabungen erschlossenen Siedlungen spricht dafür, dass die Bev. in kleinen Gruppen lebte. Die Bestattungen (oft MutterKind-, Familiengräber) verbinden den Bereich des Sozialen mit dem der Religion. Bei den Steingeräten herrschen geometrisch geformte Mikrolithe vor, die v.a. als Spitzen, Widerhaken oder Seitenschneiden von Pfeilen und Speeren sowie als Einsätze von Werkzeugen aus Holz und Knochen dienten, ferner Kern- und Scheibenbeile.

Auf dem Gebiet der Kunst sind geometrische Ornamentik und stilisierte figürliche Darstellungen auf Gebrauchsgegenständen aus Knochen und Geweih typisch. In Ost-Spanien und Nord-Europa finden sich Felsbilder mit Jagd- und Kultszenen. In Vorderasien vollzog sich im 9./8.Jt. v.Chr. bereits der Übergang zu Bodenbau und Viehzucht.

 

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