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Altsteinzeit

 

Die Altsteinzeit oder das >Paläolithikum<, ist die älteste und längste Epoche der Menschheitsgeschichte. Sie begann in Afrika vor etwa 2,5 Mio. Jahren in der Übergangsphase vom Tertiär zum Quartär und dauerte bis zum Ende des Eiszeitalters (etwa 8000 v.Chr.). Die Gliederung der Altsteinzeit richtet sich nach den technolog. und typolog. Merkmalen des Fundstoffes (in den ältesten Phasen fast nur Steingeräte). Bevorzugter Werkstoff waren harte, spaltbare Gesteinsarten wie Feuerstein, Quarz und Quarzit. Steine, die durch Bearbeitung Werkzeugcharakter erhalten haben, werden Artefakte genannt. Die Steinbearbeitung erfolgte durch Schlag mit Schlagsteinen oder Schlaginstrumenten aus Knochen, Holz oder Geweih, am Ende der Altsteinzeit auch mit Verwendung von Zwischenstücken. Seit der jüngeren Altsteinzeit war der Steinschliff bekannt. Die Steinartefakte lassen sich nach Form und Herstellungsart in Typen ordnen. Bestimmte Typenkomplexe ergeben Formengruppen, die sich in der Art und Zusammensetzung des Geräteinventars (»Industrie«) von anderen Gruppen abheben.

Hauptabschnitte: Die Altsteinzeit wird in vier Hauptabschnitte eingeteilt: Alt-, Mittel-, Jung- und Spätpaläolithikum.

Das Altpaläolithikum beginnt in vielen Gebieten mit Geräten aus behauenen Steingeröllen (engl. pebble tools); die entsprechenden Formengruppen werden als Geröllgerätkulturen oder Faustkeilkulturen bezeichnet. Das die erste fest umrissene Stufe bildende Abbevillien (früher als Chelléen bezeichnet) ist durch die roh gefertigten Faustkeile mit unregelmäßigen Seitenkanten gekennzeichnet. Die älteste Steinbearbeitung begann in Afrika vor etwa 2,5 Mio. Jahren. Im Acheuléen sind die Faustkeile feiner bearbeitet. Sonderformen von Steingeräten aus Funden bei Clacton on Sea (Clactonien) werden dem Abbevillien und Acheuléen zugerechnet. Da französiche Forscher die Steinzeitforschung begründeten sind viele Begriffe französich geprägt.
Das Mittelpaläolithikum beginnt mit dem Auftreten der Levalloistechnik (Levalloisien) kennzeichnet den Beginn, zu dem neben dem Moustérien auch das Micoquien und Blattspitzengruppen gerechnet werden.

Das Jungpaläolithikum umfasst in West- und Mitteleuropa die Kulturgruppen Châtelperronien (Übergangsphase), Aurignacien, Gravettien, Solutréen, Magdalénien. Es ist durch schmalere und leichtere Feuersteingeräte bestimmt, die eine größere Differenzierung und Spezialisierung der Arbeitsfunktionen erkennen lassen. Dem Spätpaläolithikum zugeordnet werden die Federmessergruppe und die Ahrensburger Kultur.


Lebensgewohnheiten

Das Sammeln von Früchten und Pflanzen und das Jagen von Wildtieren bildeten die Lebensgrundlage der altsteinzeitl. Menschen, die entweder in Freilandsiedlungen (Hütten, Zelte) oder in den Vorräumen von Höhlen (Abris) wohnten.

Die paläolithischen Steingeräte in ihrer allmählichen Vervollkommnung geben Anhaltspunkte über die früheste Entwicklung der Technik. Die Erfindung von Spezialwaffen (Speerschleuder, Pfeil und Bogen, Harpune) war die Voraussetzung für eine Intensivierung der Jagd. Die Nutzung des Feuers ermöglichte eine bessere Erschließung und auf höherer Entwicklungsstufe auch die Konservierung der Nahrung. Das Feuer gewährte einen wirksamen Schutz vor wilden Tieren und war Voraussetzung für die Besiedlung kühler Klimazonen.

Die ältesten Zeugnisse der Kunst (Werke der Kleinkunst, Felsbilder) stammen aus dem Aurignacien (menschl. Statuetten, Tierfiguren aus Elfenbein, Stein und Ton; in Stein geritzte Sexualsymbole, Gravierungen, Malereien an Höhlenwänden).

Bestattungen und Opferfunde bilden die ältesten Zeugnisse für die Religion der Altsteinzeit Die ältesten Bestattungen stammen aus dem Moustérien.

 

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