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Skulptur-PRAXIS
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:Kunst und Werken

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 Material

Erste Skulpturen der Menschheit waren behauene Steine, Schnitzereien aus Knochen und Geweihen. In der Sumerischen und Ägyptischen Kunst findet sich der Stein als Material mit der Symbolik der Unveränderbarkeit und Härte. Mit dem Kupfer und Bronzeguß wurde nicht nur ein anderes Arbeiten nötig, der Übergang von der Bildhauerei zur Plastik, auch das Material stand nun für den symbolischen Bereich des Verflüssigens durch Feuer, des Fliessens und Erstarrens. Der Gott des Feuers und der Schmiede ist der Gott der Transformation und des metallologischen Geheimnisses des Gusses. Hinterdem Geschmack der Römer für weissen Marmor steht eine andere ästhetische Haltung die sich eher äusserlich begreift im Gegensatz zur Haltung der Griechen. Hier versteht sich das Material als Träger der Verlebendigung des Bildes.

War aber die Funktion des Materials für die Skulptur oder Plastik bislang eher rein dienend, so tritt mit Beuys ein neuer Ansatz auf der dem Material symbolische Bedeutung zumißt. Filz, Fett, Kupfer und Zinkblech, Schwefel und anderes Material werden nicht in eine dienende Funktion gezwungen, sondern sind das Mittel und Ziel der künstlerischen Aussage. Über Filz kommt der Wärmebegriff ins Spiel, mit dem Fett der Energie und Transformationsbegriff vom chaotischen Zustand bis hin zum erstarrten Zustand vermag sich das Material selbst als Bedeutung vermitteln.

 

Form

Ägyptischer Kanon
Die Bildhauerarbeit aus Stein oder Holz diente dem Ägypter zur Verewigung des Menschen. Sie ist Darstellung einer bestimmten, einmaligen, hochrangigen Person (Pharao, höherer Beamter, Schreiber etc.). Dennoch ist es nur insoweit dokumentarisch, wie es die gesellschaftliche Stellung und Funktion des Dargestellten erfaßt. Individulle Körpermerkmale und Gesichtszüge werden nur ansatzweise erfaßt. Dennoch näherte sich die Bildhauerei der Porträtkunst, mit dem Unterschied, daß die Statue nicht den Dargestellten für andere verlebendigen will, sondern den Dargestellten selbst über die Dauer seines Lebens erhalten will. Dies geschieht in der Festigkeit des Steines ( Granit ), um über den Tod hinaus in die Ewigkeit einzugehen.

 Die Darstellungsform ist gekennzeichnet durch einen blockhaften Aufbau und strenge Formbildung. Das Menschenbild ist unbewegt und auf die reine Frontal- und Erofilansicht ausgerichtet. Die Anwendung des Gesetzes der Frontalität (lat. frons= Stirn ) hat zur Folge, daß der Kopf der Statue immer' geradeaus gerichtet ist und zB. das Nachvornegreifen eines Armes schräg in den Raum unmöglich gemacht wird.

 Die besondere Form, die den Statuen ihren Ewigkeitscharakter verleibt ist die Blockform, in welchen die Figur eingeschlossen ist und der noch kein Gott einen lebendigen Atem eingeblasen hat. Die Blockform ist mathematisch, kubisch, starr, beziehungslos zur Umgebung, von ihr abgeschlossen. Alles schließt sich nach außen ab. Der Würfel wird zur Idealform

Griechischer Kanon ( Polyklet )

Der griechische Kanon strebt die Erzeugung eines lebendigen Idealbildes an. Es ist kein dokumentarisches Porträrt eines bestimmten historischen Menschen.Indem nur solche Formen den Körper gliedern, die Bewegung ausdrücken, wirkt die Plastik lebendig. Der Reichtum der Form wird dadurch bewirkt, daß jedes Körperteil eine andere Bewegung ausführt: daß,wenn der Kopf sich nach links dreht, der Unterkörper sich nach rechts dreht und wenn das eine Bein fest aufsteht das andere, sich beugend, auf den Zehen spielt (KONTRAPOST). Dies geschieht aber nicht willkürlich, sondern in innerer Beziehung zueinander.Die Verschiebung geschieht so, daB jede Körperbewegung durch eine gegenläufige in einem anderen Korperglied ausgeglichen wird (PONDERATION). So bleibt der Körper bei größtmöglichem Reichtum der Bewegung doch im Gleichgewicht und in Ruhe. Er verfällt nicht in ein durch äußeren Bezug erklärbares Tun, sondern behält seine Haltung in vollendete Harmonie.

Abstraktion ( z.B. Brancusi, Moore, Picasso, )

Die Abstrktion verfolgt die Ausschaltung von individuellen Merkmalen zugunsten allgemeiner, gattungsmäßiger Merkmale. Dabei kommt es des öfteren zur Überschreitung der Grenze der reinen optischen Darstellung zur symbolischen Darstellung.

Naturalismus ( Cellini, de Andrea, Hanson, )

Die Naturnachahmung strebt die Vertretung des lebendigen Vorbildes durch einen toten Gegenstand an, der lebendig wirken soll.

Allegorische ( z.B. Thorvaldsen, Houdon,Canova , Rude , Maillol, Rodin,Duchamp, McCarthy ,Koons, )und Symbolische Bedeutung ( Beuys , )

Für die Erzeugung eines Modelles das ein Vorbild optisch vertreterhaft darstellt sind Nachahmungstechniken notwendig. Darauf beruht der Naturalismus. In diesem Zusammenhang funktionieren die Denkmäler für verehrte Menschen bis heute. Für die Darstellung von Ideen und Begriffen bieten sich drei Möglichkeiten an.
1. Die Personifizierung und Atributierung einer Idee durch entsprechende Inhalte =Allegorie.
2. Die Darstellung einer Idee/Begriffs durch entsprechende die Idee/Begriff symbolisierende Formen.D.h. die Konstruktion von Form geschieht im Sinne einer symbolischen Bedeutungsnutzung der Form. Dieses Verfahren läuft komplementär zur Abstraktion= Symbol
3. Die Darstellung einer Idee/Begriffs durch entsprechendes die Idee/Begriff symbolisierendes Material = Symbol.

 

Vervielfältigung  

Einzelwerk

Serienguss - meistens 2 bis 7 Güsse

Multiples - 30 bis 1000 Stücke als Auflagenobjekt

 

 

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