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Bild-PRAXIS
::::::::::::Handzeichnung ( Linie, Fläche ) / Proportion / Bildformat / Komposition / Bildraum / Farbe / Material / Drucktechniken / Bild-Dateiformate

Naturalismus / Idealismus /Surrealismus Allegorie / Abstraktion / Expression / Symbol

 

 

Datei- und Bildformate für MAC und MS-DOS

I. Grundlagen Bildformate

Wie es das Arbeiten mit Bilddaten in der Vergangenheit zeigte, gibt es kein ideales Bildformat, sondern nur für die Situation bzw. für die Anforderungen das entsprechende Format. Weiterhin gilt es, zwischen vector- und pixelorientierten Bildern und Programmen zu differenzieren. Den Hauptunterschied sieht man in der Vergrößerung. Während die Vectoren mathematisch definierte Pfade sind, werden Pixel nur an sich vergrößert. So gibt es bei Vectorbildern keine Qualitätsverluste, wo gegen bei Pixelbildern die einzelnen Pixel sichtbar werden (Treppeneffekt). Pixelorientierte Bilder (z.B. TIF, BMP ) bestehen aus einer freienAnzahl matrixangeordneterPixel (Bildelemente).

Mit der Bit-Tiefe legt man vorher fest, wieviel Graustufen pro Pixel verwendet werden können:

1 Bit = 2° Pixel = schwarz/weiß
4 Bit = 24 Pixel = 16 Graustufen
8 Bit = 28 Pixel = 256 Graustufen

Da in der Ausgabe per PostScript maximal 256 Graustufen dargestellt werden können, ist eine größere Farbtiefe nicht notwendig, zumal das menschliche Auge höchstens 150 Stufen erkennen kann. Pixelori entierte Bilder benötigen viel Spei cherplatz. So benötigt man für ein hochaufgelöstes A4 Format ca.30 bis 40 MB Speicherplatz. Wie schon erwähnt, gibt es auch vektororientierte Bilder (z.B. EPS). Diese werden von mathematisch de finierten Linien, Flächen und Punk ten beschrieben. Der prägnante Vorteil liegt in der schon zuvor be schriebenen Möglichkeit des ver lustfreien Skalierens, d.h. daß ein in der Größe verändertes Bild in der gleichen Schärfe ausgegeben wird, wie das Original. Der Nachteil liegt hier in der teilweisen inkompatibi lität zu einem anderen Computersstem (z.B. MAC).


II. Beschreibung der Formate

Zuerst einen Abriß der gebräuchlichen Bildformate:

pixelorientiert: TIFF, EPS, PICT, GIF, JPEG, BMP, CDA, PDF, PAINT

vektororientiert: EPS, PDF

Kombination: EPS, WMF


JPEG- Format („Joint Photographic Expert Group")

Der Grund, warum es so viele ver schiedene Dateiformate gibt, liegt darin, daß Softwarehersteller mit fast jedem neuen Programm auch ein neues Bildformat vorstellen, je weils mit unterschiedlichen Vor-und Nachteilen.Eines der Hauptkriterien dabei ist es, die Größe der Bilddatei so gering wie möglich zu halten. So suchte man nach Verfahren, die die Bilder komprimieren, also die Daten für die Sicherung reduzieren. Eine sehr effektive Lösung stellt das JPEG-Format dar. Doch leider verkleinert es die Bilder mit Qualitätseinbußen. Das heißt, wer in dem Dialogfeld „Speichern unter" JPEG wählt, der entfernt Details auf Nimmerwiedersehen. Allerdings läßt sich die Stärke des Qualitätsverlusts regulieren. Die Kompressionsstrategie der Erfinder von JPEG, der „Joint Photographic Expert Group", ist so einfach wie plausibel: Helligkeitsinformationen sind für den Bildinhalt wichtiger als Farbwerte. Zum Beispiel unterscheidet das menschliche Auge in der Dämmerung noch Konturen, jedoch keine Farben mehr. Also speichert JPEG gleichmäßig übers Bild verteilt die Mehrzahl der Pixel nur mit der Helligkeitsinformation und spart so pro Pixel zwei Drittel des Speicherplatzes. Die übrigen Bildpunkte enthalten Helligkeits- und Farbwerte vollständig. Beim Öffnen des Dokuments errechnet die Software aus diesen noch vorhandenen Farben die Informationen für die ver bleibenden Bildpunkte per Mittenwertbildung.

Zusätzlich komprimiert JPEG noch mit rein mathematischen Verfahren. Diese bringen allerdings keinen weiteren Verlust mit sich. Bis zu einem Faktor von 1:10 oder 1:15 läßt sich eine Bilddatei schrumpfen, ohne daß wir die Verluste sehen können. Das bedeutet, daß JPEG ein 20-Megabyte-Dokument ohne erkennbare Einbußen auf Diskettengröße stauchen kann. Ein Kompressionsfaktor von etwa 1:50 produziert kleine Verluste, die sich jedoch noch akzeptieren lassen. Wer dagegen ein Bild auf 1:100 oder noch kleiner quetscht, erhält ein fleckiges Etwas ohne jegliche Brillanz, mit groben und eckigen Flecken in geschlossenen Farbflächen und harten Konturen mit eigentümlichen Schatten, beispielsweise bei Buchstaben. Solche Bilder lassen sich allenfalls für die Archivierung oder die Indexierung verwenden.

Dieser Effekt macht sich insbesondere bei Grafiken deutlich bemerkbar. Deshalb eignet sich das JPEG-Format auch eher für sanfte Farbübergänge und Halbtonfotos und weniger für Logos, Skizzen oder Schriften mit nur wenigen Tonwerten.


TIFF (Tagged Image File Format)

Die Geschichte dieses Formats begann 1986, als die Firma Aldus Hersteller der EBV-Software Photo-Styler , Programm- und Scannerhersteller an den runden Tisch brachte und mit ihnen dieses Standardformat initiierte.TIFF unterstützt die Systemfarbpaletten der Computer, und beherrscht die LZW-Komprimierung zur Reduzierung der Dateigröße.

Im Jahr 1992 legte Aldus fest wie Bildinformationen im CIELAB- und CMYK-Farbraum gespeichert werden. Dadurch lassen sich TIFF-Dateien auch für den professionellen Druck nutzen. Inzwischen verwaltet übrigens die Firma Adobe, die im September 1994 Aldus übernahm, das Format.

Adobe ergänzte TIFF vor allem im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem Layoutprogramm PageMaker 6.0, beispielsweise um sogenannte trees, mit denen sich Bilder, etwa die verkleinerte Thumbnail-Darstellung und das hochaufgelöste Original, miteinander verketten lassen. Zudem interpretiert PageMaker mit Hilfe von tags Pfade aus einer EBV-Software als Freistellpfade, um ein Element des Fotos vom Hintergrund zu trennen. Die Erweiterungen bringen allerdings auch gewisse Verwirrungen mit sich, so daß hin und wieder Dateien mit unterschiedlichen tags kursieren, die im Extremfall dazu führen, daß ein Programm ein TIFF-Dokument verweigert. Meistens ignoriert die Software jedoch diese private tags und entfernt sie beim Speichern. Ein Beispiel: Der Anwender sichert in Photoshop eine TIFF-Datei einschließlich eines Pfads. Wenn er in PaintShop Pro dieses Dokument öffnet und speichert, ist der Pfad verschwunden - er taucht auch in Photoshop nicht wieder auf.

Ein weiterer Vorteil des Formats kann sich aber unter Umständen in einen Nachteil verwandeln. Gegenüber anderen Formaten, zum Beispiel PCX oder TARGA, beherrscht TIFF mehr als 8 Bit pro Grundfarbe sowie mehrere Alphakanäle. Das kann zur Folge haben, daß ein anderes Programm ein RGB-TIFF mit einem Alphakanal - also insgesamt vier Kanäle - als CYMK-TIFF ohne Alphakanal interpretiert - ebenfalls vier Kanäle. Und es geht noch abstruser: Ein CMYK-TIFF erscheint beispielsweise als völlig verkorkste RGB-Datei mit Alphakanal innerhalb einer Software, obwohl diese CMYK überhaupt nicht versteht. Unter beiden Betriebssystemen, also Mac OS und Windows, läßt sich die Byte-Ordnung des TIFF-Formats einrichten; oft heißt die Funktion „Macintosh" beziehungsweise „IBM PC". Doch im Prinzip öffnet ein Mac-Programm auch TIFF-Dateien mit „IBM PC"-Voreinstellung. Und jede neuere Windows-Software akzeptiert ihrerseits TIFFs aus Mac-Gefilden. Lediglich sehr alte Anwendungen bereiten hier noch einige Schwierigkeiten; am ehesten drohen Probleme, wenn der Anwender einem Layoutprogramm unter Windows TIFFs von einem Mac vorsetzt. Aber auch die LZW-Reduzierung kann unter Umständen die Allgemeinverträglichkeit beeinträchtigen.

Demnächst werden wir Bezug auf die Bildformate nehmen, die ebenso grundlegend für die Bearbeitung von Bilddaten von Bedeutung sind, z.B. EPS, PDF, GIF, und BMP.

 

 

 

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