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Standortfaktor:Ortsbild

Das Ortsbild ist ein wichtiger Standortfaktor

„Landschafts- und Ortsbilder haben nicht nur einen kulturellen, nostalgischen Wert, sondern sie tragen zur Wertschöpfung einer ganzen Region bei."

Mit diesen Worten verwies Prof. Dr. Karl Teppe, Kulturdezernent des Lanschaftsver-bandes Westfalen-Lippe(LWL) auf das Anliegen der Fachtagung „Darf es etwas mehr Charakter sein?". Rund 100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutierten gestern in Münster über den Stellenwert von Landschafts- und Ortsbildern vor dem Hintergrund der wirtschaftliche Entwicklung. Indem man sich mit so genannten „weichen Standortfaktoren" beschäftige, beschreite man neue, zukunftsweisende Wege, stellte Teppe fest.

Bei der Begrüßung der Tagungsteilnehmer sagte OB Dr. Berthold Tillmann: „Weder Landschafts-, noch Ortsbilder sind selbstverständlich schön." Besondere Profile, wie etwa in Münster das Rathaus, der Dom oder der Prinzipalmarkt seien für den individuellen Charakter eines Standortes entscheidend. Die Profilierung sei ein langwieriger Prozess mit großer Nachhaltigkeit, so Tillmann.

„Nach dem Niedergang des Raumbildes im 20. Jahrhundert erleben wir jetzt eine Art Renaissance", erklärte Prof. Dr. Dieter Hassenpflug von der Bauhaus-Universität in Weimar bei der Einführung ins Tagungsthema. Fehler, die durch pragmatische Stadtgestaltung nach maschinellem Muster gemacht worden sein, gelte es nun auszumerzen, denn: „Raumbilder haben großen Einfluss auf die lokale Entwicklung", so der Experte für Soziologie und Sozialgeschichte der Stadt.

Die Bedeutung charakteristischer Landschafts- und Ortsbilder für das Stadtmarketing erläuterte Stadtbaurats-Refe-rent Peter Todeskino am Beispiel Münster. Das idyllische Raumbild mache die Stadt at-. traktiv und wirke sich positiv auf das wirtschaftliche Wachstum aus. Es fördere den Standort und bilde somit einen wesentlichen Baustein für das integrierte Stadtentwicklungs- und Marketingkonzept, erklärte Todeskino.

Die Ausgangsfrage „Darf es etwas mehr Charakter sein?" beantwortete Firmengründer und Unternehmer Kurt Ernsting aus Coesfeld-Lette mit einem klaren „Ja".

Mit wachsender Betriebsgröße sei seine Entscheidung für den Standort Westfalen kalkuliert gefallen. Die langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiter habe dabei eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Ernsting folgerte: „Wo sich Menschen wohl fühlten, blieben sie in der Regel auch".«

WAL in Westf. Narchrichten vom 28.3.2003

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