<<


Libeskind, Daniel (1946 in Lodz, Polen

Libeskind, der 1960 in die USA auswanderte, studierte Architektur in New York und Architekturgeschichte in England. Er ist einer der wichtigsten Vertreter des Dekonstruktivismus. Schon vor der Fertigstellung seines ersten Baus, des FelixNussbaum-Hauses in Osnabrück (1996-1997), war Libeskind aufgrund des damals im Bau befindlichen Jüdischen Museums in Berlin (1989-1998) weltberühmt. Beide Bauten beruhen auf Konzepten, die dem französischen literarischen Strukturalismus (M. Foucault) nahe stehen. Dieser versucht, Sprache als komplexes System einzelner Elemente zu betrachten und die Beziehungen und Verflechtungen dieses Systems zu analysieren. Ebenso greift Libeskind beim Osnabrücker Gebäude historische Linien im Stadtbild auf, die mit dem Leben des Malers Nussbaum oder der Juden in der Stadt verbunden sind. Der Bau wird auf diese Weise Knotenpunkt der historischen Begebenheiten und Ausgangspunkt für ihre Erkundung. Aus dieser Funktion - der Aufnahme von immateriellen Punkten im Raum der Stadt - erklärt Libeskind die zerklüftete Erscheinung seiner Bauten.

kunstwissen.de

 
>