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Die Architektur des
Klassizismus (etwa 1750 - 1850)
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Klassizismus allg /
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Der Barock im Sinne kraftvoll bewegter Baumassen wird um 1780 als geschmacklos abgelehnt. Mit der Französichen Revolution von 1789 brach der barocke Lebensstil zusammen und dieAufklärung breitet sich aus mit der allg, Erklärung der Menschenrechte. An Stelle der alten Weltordnung treten Ideologien: Atheismus, Liberalismus, Demokratie, Subjektivismus. Kirche und Aristokratie sind fortan nicht mehr Kulturträger. Zwar wird das Bürgertum zum neuen Kulturträger, aber das breite Publikum ist zuuneinheitlich gebildet, um einen allg. Geschmack zu verabreden. So wird die Antike erneut als Formenvorbild zitiert. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entsteht aus den seit etwa einem Jahrhundert bemerkbaren klassizistischen Strömungen ein reiner Klassizismus, der im Unterschied zum Barockklassizismus auch Neo-Klassizismus genannt wird.
Er löst endgültig Spätbarock und Rokoko ab und hält sich noch folgerichtiger als der Barockklassizismus an das antike Vorbild. So berücksichtigen SCHINKEL und KLENZE genau die Ergebnisse von Vermessungen antiker Bauten. Die Säulen sind als Träger des Gebälks nun notwendiger Teil der Konstruktion und nicht mehr bloßes Schmuckelement. Die klaren, blockhaften Formen werden durch die Verwendung sorgfältig behauener Natursteine besonders betont. Kreis und rechter Winkel bestimmen die leicht überschaubaren Räume. Urnen, Girlanden und Rosetten finden als Zierformen sparsame Verwendung.
Unter Kaiser Napoleon 1. zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird der Klassizismus zu einem eleganten, teils geradezu luxuriösen Imperial-Stil (Empire) ausgeformt, der sich rasch über ganz Europa ausbreitet. Das Empire, das sich weitgehend auf die Innenarchitektur beschränkt, greift neben den herkömmlichen griechisch-römischen Formen auch Formen der altägyptischen Kunst auf. Es zeichnet sich vor allem durch geradlinige Strenge, betonte Flächigkeit und Feierlichkeit aus. In der Raumausstattung werden die Farben Weiß, Gold und kühles Blau bevorzugt. Das Empire hält sich noch einige Jahrzehnte nach dem Sturz des Kaisers, is es schließlich zur bloßen Wiederholung ägyptischer und griechisch-römischer Stilelemente abflacht und in den Historismus einmündet.
Architekten
Frankreich
Louis
ETIENNE BOULLEE (1728-1799)
gestaltet seine meist utopischen Entwürfe nach dem Grundsatz:
»die reinste ist die beste Form«.
CLAUDE NICOLAs LEDOUX (1736-1806) stellt seine geometriebetonten Bauten häufig in parkähnliche Landschaften und betont durch diesen Kontrast noch zusätzlich die Formstrenge der Architektur.
Deutschland
FRIEDRICH GILLY (1772-1800)
schafft
in Anlehnung an - die französische Revolutionsarchitektur
für Deutschland richtungsweisende Entwürfe.
KARL FRIEDRICH SCHINKEL (1781-1841) entwirft Bauten mit ausgewogenen, einfachen Proportionen. Für ihn ist die »Zweckmäßigkeit das Grundprinzip allen Bauens«.
LEO VON KLENZE (1784-1864) prägt als Hofbaumeister König Ludwigs 1. von Bayern das Stadtbild Münchens, Alte Pinakothek, Walhalla in der Nähe Regensburgs