<<


Taut, Bruno (4.5.1880 Königsberg-24.12.1938 Ankara)

1912 wurde Taut Berater der Deutschen Gartenstadtgesellschaft und plante die recht einfachen Siedlungen Reform in Magdeburg und Am Falkenberg in Berlin (1913-1914). Mit den drei gleichzeitigen Ausstellungspavillons aus Metall und Glas in Leipzig und auf der Werkbundausstellung Köln wurde er einer der Begründer der Architektur des Expressionismus. Insbesondere das Glashaus gilt als Prototyp "kristallinen" Bauens, wie es der Dichter Paul Scheerbart - der die Inschriften lieferte - forderte. Mit den Büchern "Alpine Architektur" und "Die Stadtkrone" sowie dem Briefwechsel der so genannten gläsernen Kette und der Zeitschrift "Frühlicht' machte Taut sich auch einen Namen als führender Theoretiker dieses Stils. In den Tagen der Novemberrevolution 1918 trieb er die Gründung des Arbeitsrats für Kunst voran: eine Art Arbeiterrat für Künstler. Mit zunehmender Zahl der Bauaufträge wandte sich Taut - wie die anderen Expressionisten - in den 20er-Jahren rationaleren Auffassungen zu. Als Stadtbaumeister Magdeburgs (19211923) propagierte er noch die farbige zuweilen gar bunte - Fassung von Architektur, als Architekt der "Gemeinnützigen Heimstätten-, Spar- und BauAktiengesellschaft" wurden die Bauten zunehmend einfacher. 1933 emigrierte Taut zunächst nach Japan, 1936 in die Türkei, wo er am Bau der Universitätsgebäude in Ankara beteiligt war.

kunstwissen.de

 
>