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Loos, Adolf (12.10.1870 Brünn Österr.-23.8.1933 Kalksburg)

Nach einer Lehre in Dresden war Loos von 1893-1896 in Philadelphia - wo ihn die Ingenieursbaukunst beeindruckte - in verschiedenen Berufen tätig. Danach ließ er sich in Wien nieder und geriet unter den Einfluss 0. Wagners. 1898 distanzierte er sich im Aufsatz Die Potemkin'sche Stadt" erstmals von der Ornamentik. Dies führte durch die Publikation von "Ornament und Verbrechen" (1908) zur Isolation von der Architekturszene. Loos' Bauten zeigen sich von außen denn auch kubisch einfach, während sie im Inneren in der Wahl häufig kostbarer Materialien durchaus repräsentativen Ausdruck suchen. Diese Oberflächenästhetik verbindet Loos mit der Wiener Werkstätte. Sein Entwurf zum Chicago-Tribune Hochhaus (1922) - einer gigantischen Säule inklusive Bauchung - war wohl nicht nur als ironische Aussage zu den Neo-Stilen der Wolkenkratzer zu verstehen, sondern zeigt sich eher als Höhepunkt klassizistischer Tendenzen in seinem Werk. Nachdem Loos 1920-1922 Chef des Wiener Siedlungsamtes gewesen war, ging er 1923-1928 nach Paris, wo er Le Corbusier beeinflusste, aber wenig Erfolg hatte. 1924 milderte er seine Theorien in "Ornament und Erziehung" ab, doch war er zu dieser Zeit bereits ein Vorbild des Neuen Bauens geworden.

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