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Bauhaus ( 1919- 1933 )
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Mies von der Rohe / Marcel Breuer /

Biographien

Die Meister auf dem Dach des Bauhausgebäudes, Dessau, von links: Josef Albers, Hinnerk Scheper, Georg Muche, László Moholy-Nagy, Herbert Bayer, Joost Schmidt, Walter Gropius, Marcel Breuer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, Gunta Stölzl und Oskar Schlemmer.

Josef Albers1888 Bottrop - 1976 Orange, Connecticut/USA,Maler und Kunstpädagoge

Anni Albers (geborene Fleischmann)1899 Berlin -1994 Orange, Connecticut, USA,Weberin

Wilhelm Wagenfeld 1900 Bremen -1990 Stuttgart, Industriedesigner


Bauhaus 1919-33

Das Bauhaus begann 1919 mit der Formulierung einer Utopie: Der "Bau der Zukunft" sollte alle Künste in idealer Einheit verbinden. Dies erforderte einen neuen Typ des Künstlers jenseits akademischer Spezialisierung, dessen Erziehung am Bauhaus angestrebt wurde. Sein Gründer Walter Gropius sah den Weg zu diesem Ziel in neuen pädagogischen Methoden und im Handwerk als Voraussetzung jeder Kunst: "Die Schule soll allmählich in der Werkstatt aufgehen". Folglich arbeiteten am Weimarer Bauhaus Künstler und Handwerker gemeinsam in Lehre und Produktion. Auf diese Weise sollte die Trennung zwischen freier und angewandter Kunst aufgehoben werden.

Die Realität der technischen Zivilisation stellte jedoch weitergehende Ansprüche, denen die Aufwertung des Handwerks allein nicht genügen konnte. Das Bauhaus reagierte 1923 mit einem geänderten, seine künftige Arbeit bestimmenden Programm unter dem Leitsatz: "Kunst und Technik - eine neue Einheit". Die Möglichkeiten der Industrie sollten für das Ziel einer funktional und ästhetisch befriedigenden Gestaltung eingesetzt werden. In den Bauhauswerkstätten entstanden Vorbilder, die für die Massenproduktion bestimmt waren: von der Lampe bis zum Wohnhaus.

Der erzieherische und soziale Anspruch einer neuen Gestaltung des Lebens und der Umwelt, der hiermit verbunden war, konnte sicherlich nicht immer eingelöst werden. Auch stand das Bauhaus mit dieser Zielsetzung nicht allein. Aber es wurde zum Leitbild, fast zum Synonym solcher Bestrebungen. Die Geschichte des Bauhauses verlief nicht geradlinig. Wechsel in seiner Leitung und unter den Lehrern, künstlerische Einflüsse von außen und die politische Situation, in der das Experiment Bauhaus stattfand, bewirkten seinen ständigen Wandel. Die vielfältigen Wirkungen dieses Experiments reichen bis in unsere Gegenwart.

 


Das Bauhaus, 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet, war Deutschlands berühmteste Kunst- und Designeinrichtung der Klassischen Moderne. Die zwischen 1919 und 1933 am Bauhaus entstandenen Arbeiten haben weltweit das Verständnis von Architektur und Design beeinflusst. || Das Bauhausgebäude in Dessau wurde 1925/26 nach Plänen von Walter Gropius gebaut, nachdem die Schule ihren Gründungssitz Weimar aus politischen Gründen verlassen hatte. || Mit der Aufnahme des Bauhausgebäudes und der zeitgleich entstandenen Meisterhäuser auf die Weltkulturerbeliste unterstrich die UNESCO 1996 die Bedeutung des Bauhauses für Architektur und Design im 20. Jahrhundert. || Nachdem die Nationalsozialisten das Bauhaus Dessau 1932 geschlossen hatten, wurde das Gebäude für unterschiedlichste Zwecke genutzt. || 1945 wurde das Gebäude teilweise zerstört, erst 1976 konnte es denkmalgerecht rekonstruiert werden. Im gleichen Jahr wurde das Wissenschaftlich-kulturelle Zentrum (WKZ) gegründet und mit dem Aufbau einer Bauhaus-Sammlung begonnen. || Ab 1986 nutzte das Bauhaus Dessau - Zentrum für Gestaltung das Gebäude. || 1994 wurde die Stiftung Bauhaus Dessau gegründet. Sie verfolgt zwei Ziele: das Erbe des historischen Bauhauses zu bewahren und der Öffentlichkeit zu vermitteln und angesichts dieses Erbes Beiträge zur Gestaltung der heutigen Lebensumwelt zu leisten. || Die Stiftung Bauhaus Dessau ist eine Stiftung öffentlichen Rechts, getragen von der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Dessau.
Walter Gropius wird zum Direktor der ehemaligen Großherzoglich Sächsischen Hochschule für bildende Kunst in Weimar berufen. Sie wird von ihm formell mit der bereits 1915 aufgelösten Kunstgewerbeschule vereinigt und umbenannt in: Staatliches Bauhaus in Weimar. Am 1. April erfolgt die offizielle Gründung der Schule. Im gleichen Monat werden das Manifest und das erste Programm veröffentlicht, in denen Gropius mit dem Pathos des Aufbruchs nach dem Ende des ersten Weltkriegs sein Programm verkündet.

Gropius fordert keinen neuen Stil oder eine neue Kunst, sondern, sehr viel grundsätzlicher, eine Reform der künstlerischen Arbeit. Diese soll auf ihre Grundlagen und Voraussetzungen zurückgeführt werden, und die werden im Handwerk gesehen: verstanden als Umgang mit dem Material, ist es Fundament aller Künste. Auch die gesellschaftliche Aufgabe des Handwerks wird für die Kunst entdeckt; ihr wird nun eine Rolle im Arbeitszusammenhang der Gesellschaft zugewiesen. Da nur das Handwerk, nicht aber die Kunst lehrbar ist, soll die Bauhaus-Lehre auf einer handwerklichen Ausbildung in Werkstätten beruhen. Dem Ideal einer Arbeitsgemeinschaft aller Künste entspricht die Vorstellung vom Einheitskunstwerk, der Wiedervereinigung der werkkünstlerischen Disziplinen - Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk - zu einer neuen Baukunst.

Obwohl utopisch in der Zielsetzung, bringt Gropius Programm eine Hinwendung zu allgemein Gültigem, Verbindlichem und zu den Erfordernissen des praktischen Lebens; insgesamt wird der Anspruch auf eine Kulturreform gestellt. Im gleichen Jahr beruft Gropius drei Künstler zu Bauhaus-Meistern: den Maler Lyonel Feininger, den Bildhauer Gerhard Marcks sowie den Maler und Kunstpädagogen Johannes Itten. Neben ihnen gehören dem Lehrkörper weiterhin vier Professoren der alten Kunsthochschule an. Der künstlerische Unterricht erfolgt anfangs in den Klassen der Lehrer, eine handwerkliche Ausbildung in Werkstätten: im ersten Semester lediglich Gold-Silber-Kupfer-Schmiede, Buchbinderei, Weberei und graphische Druckerei. Außerdem werden einzelne Architekturkurse gegeben; eine Architekturabteilung entsteht erst 1927.

1933

Am 11. April, bei Beginn des Sommersemesters, wird das Bauhausgebäude in Berlin polizeilich durchsucht und versiegelt. 32 Studierende werden vorübergehend festgenommen. Vorerst Unsicherheit über das weitere Schicksal der Schule, die sich in einer finanziellen Notlage befindet.

Am 20. Juli beschließt eine Konferenz der Lehrkräfte, das Bauhaus aufzulösen.

In einem Schreiben der Geheimen Staatspolizei vom 21. Juli wird die Wiedereröffnung des Bauhauses von mehreren Bedingungen abhängig gemacht. Kandinsky und Hilberseimer seien durch Lehrkräfte zu ersetzen, die "auf dem Boden der nationalsozialistischen Ideenwelt stehen", ein neu aufzustellender Lehrplan habe den "Ansprüchen des neuen Staates an seinen innerlichen Aufbau" zu genügen.

Die bekanntesten Bauhaus-Lehrer emigrieren in den kommenden Jahren, darunter Josef Albers (1933/USA), Wassily Kandinsky (1933 Frankreich), Paul Klee (1933 Schweiz), Walter Gropius (1934/Großbritannien, 1937/USA), László Moholy-Nagy (1934/Niederlande, 1935/Großbritannien, 1937/USA), Marcel Breuer (1935/Großbritannien, 1937/USA), Ludwig Mies van der Rohe (1937/USA), Herbert Bayer (1938/USA), Walter Peterhans (1938/USA).

Literatur:

: Bauhaus- Kunstschule der Moderne, Hatje Cantz Verlag

Links:

 

kunstwissen.de

 
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