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Die romanische
Basilika/ romanische Kathedrale ( 1000-1250 )
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Vorromanik (Ottonik) 919-1024 | Frühromanik 1000-1100 | Hochromanik 1100-1180 | Spätromanik 1180-1240
Im Weltbild des romanischen Menschen ist die Macht des Kaisers das Abbild der Allgewalt Gottes. Daß die monumentalen Kirchen, die Gottesburgen, den Ritterburgen ähnlich sehen und daß die Bilder des Gekreuzigten eine Königskrone tragen (statt der erst später üblichen Dornenkrone), sind für ihn deshalb nur selbstverständliche Gleichnisse. Erst die Reform-Orden (clunyazensische Benediktiner, später Prämonstratenser, Zisterzienser) benutzen auch die Mittel der Architektur, um Kaisertum und Papsttum voneinander abzugrenzen. Papst Gregor VII., vielleicht ehemaliger Mönch aus Cluny, der in Canossa 1077 dem Kaiser gegenübersteht, wird zur Symbolf igur für die verhängnisvolle Spaltung von kirchlicher und weltlich-ordnender Macht werden. Daneben bewirken aber ebenso die Eigenständigkeit der deutschen Stämme wie die ethnische Vielfalt der französischen Bevölkerung (Germanen, Romanen, Kelten, Gallier) landschaftlich unterschiedliche architektonische Lösungen. Hinzu kommt das Bedürfnis, die Eigenart der weitgehend selbständigen Bistümer, vor allem aber der Orden, in ihren Bauwerken auch in einer besonderen Formensprache darzustellen (Bauschulen). Dennoch begründen der gemeinsame christliche Geist und die Tradierung des römischen Steinbaus, verbunden mit allgemein angewandten Bauformen wie Rundbogen und Abwandlungen des Würfelkapitells und die blockhaften Formen des Baukörpers, eine europäische Einheitlichkeit.
Bis ins 11. Jahrhundert hinein stellen fast ausschließlich Kleriker und Mönche die Baumeister, Maurer, Steinmetzen und Maler. Mit der Steigerung der Bauaufgaben werden immer mehr Laienhandwerher angelernt. Diese können bereits ohne klerikale Hilfe bauen, als gegen das 12. Jahrhundert hin die Städte als Umschlagplätze für den Fernhandel die Bedeutung der Klöster zu überwiegen beginnen.
Formgestaltung: Das Querschiff erweitert die
Basilikaform zum Kreuzgrundriß der nun den christlichen
Kirchentypus definiert. Der im Grundriß nach Osten
ausgerichtete, basilikale Bau ist ein leicht
verständliches Symbol für den christlichen Lebensweg aus
dem Diesseits (Langschiff) ins himmlische Jenseits, das sich auf
dem Altar offenbart. ( ImOsten geht die Sonne auf. Jesus ist das
Licht der Welt). Flachdecke und Tonnengewölbe lassen
den Weg in einem solchen Raum auch optisch zum Altar in der
Ostapsis ( auch Chor genannt) fließen.
Bald wird dieser lange Raum gegliedert. Die Gliederung der
Wände und der Decke geht vom Vierungsmodul aus. Solche
Gliederungen durchlaufen im 11. Jahrhundert einen mehrstufigen
Entwicklungsprozeß (vgl. Um die Jahrtausendwende sind die
Innenwände des Hochschiffs noch weitgehend ungegliedert
(Hildesheim). Aber in der Arkadenzone beginnt bereits eine
Rhythmisierung durch den Wechsel von Pfeiler und Säule =
Stützenwechsel. In Jumieges werden den Pfeilern
deckenhohe Halbsäulen - ohne tragende Funktion - vorgelegt.
Sie übertragen das mit dem Stützenwechsel begonnene
Prinzip auch auf die Hochwände, indem sie diese in
Einzeltafeln aufteilen.
Während solche Vorlagen in Speyer noch in runden Wandbogen enden, tragen sie in Cluny bereits die Gurte des Tonnengewölbes. Mit ihnen zusammen markieren sie vom Boden über die Decke und wieder zum Boden führende Abteilungen der Wände. Zwischen solche Gurte werden in Speyer gegen 1090 die Kappen von Kreuzgratgewölben gespannt. Die frühen, etwa gleichzeitigen normannischen Kreuzrippen haben noch keine tragende, sondern rein ästhetische Funktion (Caen, Ste-Trinite während sie in Worms sich selber tragen und die Gewölbekappen stützen (sh. auch All diese Kreuzgewölbe bilden in Verbindung mit den Wandvorlagen baldachinähnliche Einzelelemente: die Endstufe der »Zerlegung des Raumes«. Kuppelreihungen verstärken noch den Eindruck von Einzelkompartimenten.
Das deutsche
»gebundene System« bezieht seine Maße nicht
aus den Weglängen von Haupt- und Querschiff, sondern aus dem
Flächenmaß des Vierungsquadrats. Es wiederholt sich in
den Querhausflügeln, in Chor und Langhaus und -
seitenhalbiert - in den Seitenschiffen.
Nachdem die
Vierung quadratisch und ausgeschieden worden ist, kann sich in
organischer Weise über ihr der Vierungsturm erheben. Mit den
Turmpaaren der Fassaden zusammen, deren Herkunft man aus
frühchristlich-syrischen Vorbildern (Turmanin, und den
karolingischen Westwerktürmen ableitet, entstehen die
vieltürmigen Gottesburgen (Hildesheim ,Tournai,Limburg).
Das ottonische Würfelkapitell, die eigenständige
nordische Umformung des antiken korinthischen Kapitells, nimmt an
der wachsenden Dekorationsfreude der Romanik teil. Es wird mit
Scheiben, Palmetten, Figuren oder Bestien verziert, sogar in
Backstein gemauert, als Kelchblockkapitell findet es seine
späte Form.
Das einfache Leibungsportal wird bald zum schräg
eingeschnittenen Gewändeportal das durch Säulen,
Nischen oder beides im Wechsel profiliert wird. Vom 12.
Jahrhundert ab treten beiderseits des Portals Figuren dazu,
zunächst noch nicht bestimmten Baugliedern zugeordnet,
sondern lose auf der Fläche verteilt (Ripoll; Regensburg, St.
Jakob; Pavia, San Michele. Bald stehen Figuren zwischen oder vor
den Säulen der Gewände (Basel; Chartres-W). Im
Tympanon wird häufig Christus als Pantokrator beim
Jüngsten Gericht dargestellt.