<<


Die ältesten STÄDTE

Die Städte entstanden aus dem räumlichen Anwachsen der Dorfgemeinschaften, die Familiengruppen und Clans umfaßte. Das Anwachsen machte es sinnvoll bestimmte Funktionen der Lebensvollzüge aus dem Privaten herauszulösen und öffentlich zugänglich zu machen. Eine städtische Ansiedlung also defininiert sich also als räumliche Verteilung verschiedener Aktivitäten im Ortsganzen. Schon die ersten Städte in Mesopotamien ( Uruk, ca 4800 vChr. ) und Indien ( Harappa , Mohenjo Daro ca 2200 v Chr.) zeigen eine Trennung von politischen, religiösen und verwaltungstechnischen Bereichen.

Zumeist weisen die frühen Städte einen Stadtkern aus und entwickeln die Bebauung in einem labyrinthartigen chaotischen System nach außen.

später findet sich eine gleichmäßig gegliederte Wohnbebauung, die über Konalisation und eine Trinkwasserversorgung verfügt. Ein definiertes Straßenetz das Handwerkgruppen je nach Gewerbe einteilt entwickelt sich .

 

Çatal Hüyük

heutiger Name einer jungsteinzeitlichen Großsiedlung im südlichen Zentralanatolien, türk. Provinz Konya, Anatolien, mit reichen Funden von Wohn- und Kultbauten.. Sie ist neben Jericho die älteste bisher entdeckte Stadtanlage der Welt. Auf dem Ausgrabungsareal befinden sich zwei Ruinenhügel (arabisch Tell; türkisch Hüyük). Bisher konnten 13 aufeinander folgende Bauhorizonte festgestellt werden. Mit Hilfe der Radiocarbondatierung datierte man die älteste Schicht auf 6385 v. Chr.

Jericho

Oasenstadt im Westjordanland, 250?m u.?M. im Jordangraben (tiefstgelegene Stadt der Erde). Die ältesten Überreste finden sich nahe der Quelle En es-Sultan, der Elisaquelle (2.?Kön. 2,19t22), auf dem Tell es-Sultan, dessen Siedlungsgeschichte bis ins 9.?Jt. zurückreicht. Ausgrabungen (seit 1907) brachten eine der ältesten Stadtkulturen ans Licht. Das vorkeramische Jericho, mit einer starken Festungsanlage (6?m hohe Mauer) wird auf 7000 v.?Chr.datiert . Bis ca. 1580 v.?Chr. dauernd besiedelt, war die Stadt zur Zeit der Einwanderung der israelitischen Stämme (seit etwa 1250 v.?Chr.) bereits zerstört. Der Bericht über die Eroberung und Zerstörung Jerichos in der Bibel Jos. 6 ist legendär. Eine feste Siedlung bestand erst wieder zwischen 1100 und 600 v.?Chr. Auf dem Hügel Tulul Abu l-Alajik sind Teile einer durch Titus ( Rom) zerstörten Palastanlage Herodes' d.Gr. (Winterpalast mit Hippodrom und Schwimmbecken) erhalten.

 

Byblos

alte phonizische Stadt am Mittelmeer, nahe dem heutigen Beirut im Libanon, eine der altesten standig bewohnten Stadte der Welt ist.Überreste alter Kulturen gehen zurück bis auf etwa 5000 v. Chr. Byblos war einst die bedeutendste Stadt Phoniziens und im 2. Jahrtausend v. Chr. ein wichtiger Seehafen, von wo aus Zedern und andere Hölzer nach Agypten ausgeführt wurden. Der Name Byblos, mit dem die Griechen den Papyrus bezeichneten, den sie aus Byblos einführten, ist Ursprung des Wortes Bibel. Der biblische Name der Stadt war Gebal; im Alten Testament erwähnt im Buch Ezechiel.

 

Memphis

altägyptische Stadt am unteren Nil, 20 km südlich von Kairo. Sie soll durch König Menes um 2900 v.?Chr. als Grenzfestung errichtet worden sein. Während des Alten Reiches und (mit Unterbrechungen) des Mittleren Reiches war Memphis die Hauptstadt Ägyptens, im Neuen Reich wichtiges militärische Zentrum und Verwaltungszentrum. Erhalten sind nur Ruinen des Ptahtempels, Alabastersphinx aus der Zeit Amenophis'?II., Balsamierungsstätte der Apis-Stiere, Paläste der Könige Merenptah und Apries, Kolossalfigur Ramses'?II.

 

Uruk

altoriental. Stadt in Süd-Mesopotamien, heute die Ruinenstätte Warka (Irak); Hauptkultort der Inanna (sumerische Himmelsgöttin).Die Bewohner Sumers sind ein Volk unbekannter Herkunft , das seit Ende des 4.?Jt. v.?Chr. nachweisbar ist. In frühdynastischer Zeit Sitz des sagenhaften Herrschers Gilgamesch. Uruk war im 3.?Jt. v.Chr. bedeutendster Stadtstaat Sumers. Ausgrabungen seit 1912 legten Reste des Inannaheiligtums Eanna und des Anuheiligtums frei (4./3.?Jt. v.?Chr.).

Die Sumerer waren maßgeblich an der Schaffung der altorientalischen Hochkultur beteiligt. Grundlage war der mithilfe künstlicher Bewässerung betriebene Ackerbau. Er erforderte bereits früh eine gemeinsame Arbeit der Bewohner und führte durch die soziale Differenzierung zur Bildung von Stadtstaaten (u.a. Uruk, Kisch, Ur, Lagasch und Umma). An der Spitze dieser Staaten standen Stadtfürsten mit priesterl. Vollmachten. Die Sumerer entwickelten die Keilschrift, ferner Stiftmosaike Rollsiegel.

 

Ur

sumerische Stadt in Süd-Mesopotamien, heute der Ruinenhügel Tell Mukajir, Irak; im 3.?Jt. v.?Chr. mehrfach Hptst. Babyloniens; kulturelle Blütezeit unter der 1.?Dynastie (um 2400 v.?Chr.) und während der 3.?Dynastie von Ur (um 2000 v.?Chr.). Nach biblischer Überlieferung war Ur die Heimat Abrahams. Ausgrabungen 1853 ( J.G. Taylor) und 1919/34 (C.L. Woolley) legten Tempelanlagen, darunter eine Zikkurat, und den »Königsfriedhof« (Schachtgräber der Könige mit kostbaren Beigaben an Metall- und Edelsteinarbeiten) frei.

 

Babylon

Bereits in prähistorischer Zeit war das Gebiet besiedelt. In Dokumenten wird die Stadt erstmals gegen Ende des späten 3. Jahrtausends v. Chr. erwähnt. Um 2200 v. Chr. war Babylon als Tempelstätte bekannt, und während des 21. Jahrhunderts v. Chr. gehörte es zur nahegelegenen Stadt Ur.

 

Troja

( Ilios, Ilion, lat. Ilium), der Hauptort von Troas; Schauplatz des Trojanischen Krieges. Die Stätte Troja wurde von H.?Schliemann nach geograph. Angaben Homers an der NW-Spitze Kleinasiens landeinwärts im rd. 20?m hohen Ruinenhügel von Hissarlik vermutet.Die unterste Schicht (Troja?I) wird auf 2.900 - 2.500 v.?Chr. angesetzt. 1992 gelang der Nachweis einer Unterstadt von Troja?VI (1700t1250 v.?Chr.) mit etwa 80.000 qm Ausdehnung, die durch eine eigene Befestigungsanlage gesichert wurde. Archäologisch ist bisher in keiner Schicht des Hügels eine krieger. Zerstörung nachgewiesen, dagegen konnten Brandspuren festgestellt werden sowie Zerstörungen durch Erdbeben.

Knossos

Stadt des minoischen Kreta, 5?km südöstlich des heutigen Heraklion; nach grch. Mythos die Stätte des von Daidalos erbauten Labyrinths; Herrschersitz des Königs Minos und Schauplatz der Sage von Theseus und Ariadne. Bed. Fundstätte (Besiedlung seit dem Neolithikum, bis zu 7?m hohe Kulturschichten). Um 2000 v.?Chr. wurde hier der bedeutendste der minoischen Paläste Kretas errichtet; durch ein Erdbeben um 1700 v.?Chr. zerstört. Bald darauf wurde auf dem alten Grundriss der jüngere Palast erbaut, um 1375 v.?Chr. abermals zerstört; ab 1900 von A.?J. Evans freigelegt und z.?T. rekonstruiert. Fresken schildern das tägl. Leben (Originale im Archäolog. Museum von Heraklion; hier auch die Schrifttafeln mit Abrechnungen in der Linear-B-Schrift).

Mykene

bronzezeitl. Burg und Stadt im NO der Peloponnes (Argolis), im grch. Mythos Königssitz Agamemnons. Die von H.?Schliemann begonnenen Ausgrabungen (1874/76) führten Griechen und Engländer fort. Die kyklop. Burgmauer mit dem Löwentor und der größte Teil des Palastes auf dem Gipfel des Burgberges wurden Ende des 14.?Jh. v.Chr. von Achaiern erbaut. Ein am westl. Fuß des Berges gelegener Plattenring mit sechs fürstlich ausgestatteten (Goldarbeiten u.a.) Schachtgräbern wurde in die Ummauerung einbezogen. Ein zweites Gräberrund grub man 1951 westlich des Löwentores aus. Außerhalb der Mauern wurden weitere Teile der Stadt sowie neun monumentale Kuppelgräber aus dem 15./14.?Jh. v.Chr. entdeckt, u.a. das sog. Schatzhaus des Atreusischet. Bis zur Zerstörung der Burg im 12.?Jh. v.Chr. beherrschten die Könige von Mykene die nordöstlichen Peloponnes. Die bronzezeitliche Kultur Griechenlands (außer Kreta) nennt man daher die mykenische Kultur.

Mohenjo-Daro

Ruinenstätte in Pakistan, die größte bekannte Siedlung der Induskultur (Harappakultur) des 3.?Jt. v.Chr. Die Ausgrabungen seit 1922 legten Reste von Häusern, Bädern, Brunnen und Abwasseranlagen frei.

kunstwissen.de

 
>